Strahlende Gesichter waren am Samstagabend in der Sporthalle West an der Werther Straße aus Moerser Sicht alles andere als selbstverständlich. Volleyball-Zweitliga-Rückkehrer Moerser SC hatte beim TuB auf Ex-WM-Starter Tim Broshog und Mittelblocker Luis Bartsch verletzungsbedingt verzichten müssen. Gut möglich allerdings, dass auch der vermeintlich herbe Personalnachteil die Mannen um Trainer Hendrik Rieskamp zur bislang besten Saisonleistung trieb. „Ich bin echt stolz auf die Jungs“, unterstrich der Chefcoach nach einem verdienten 3:0 (25:23, 25:16, 26:24) vor gut 300 Zuschauern seine tiefe Zufriedenheit.
Moerser SC: Tim Broshog zieht sich eine Knieblessur zu
Ex-Nationalspieler Broshog hatte sich am Donnerstag mit einer Knieblessur abgemeldet. Dazu gesellte sich Luis Bartsch mit einer leichten Bänderdehnung im rechten Fußgelenk. „Ich bin am Donnerstag aber wieder im Training“, erklärte der Mittelblocker nach dem Strahlesieg. Ob ein schnelles Comeback auch für Tim Broshog gilt, wird sich zeigen.

Die Adler jedenfalls präsentierten sich von Beginn an hellwach und unter Feuer. Alle Spieler trugen zum schönen Erfolg gegen die ebenfalls gut aufspielenden und kämpfenden Bocholter bei, die vom ehemaligen Moerser Zuspieler Lukas Salimi gelenkt wurden. „Gold“ für den besten Akteur auf dem Feld sackte sich am Ende zwar Lukas Schattenberg ein, der auch den Matchball verwandelte. Alle anderen Moerser hätten die Plakette aber auch verdient gehabt.
Beim Moerser SC glänzen in Bocholt alle Adler
Beispielsweise Außenangreifer Luca Wagner, der nicht weit von einer Hundert-Prozent-Quote im Angriff entfernt war. „Die Vorzeichen waren für das Spiel ungünstig, die Leistung dafür umso besser. Und am Ende haben wir uns auch belohnt“, freute sich Wagner. Dass es fünf Matchbälle brauchte, war hinterher nur noch eine Randnotiz.

Zu loben waren eher die Protagonisten im roten Dress mit schwarzer Hose. Zuspieler Fabio Bertea etwa, dem kaum ein Fehler unterlief. Mittelblocker Tim Ihde, der nahezu alle seine Chancen in Punkte ummünzte. Das galt auch für Blockkollege und Bartsch-Ersatz Jascha Pricken. Libero Andre Illmer war in der Feldabwehr mehr als zuverlässig. Der Routinier kratzte einige Geschosse von Diagonalspieler Rudy Schneider oder dem erstmals eingesetzten Außenangreifer Ben Stoverlink aus dem eigenen Feld.
Beim Moerser SC wird auch Neuzugang Martin Djordjevic besser
Mehr Licht als Schatten gab es zudem beim französischen Zugang Martin Djordjevic. Im ersten Satz sorgte der 23-Jährige allein für sieben Punkte bei nur einem Fehler. Die Quote konnte der Außenangreifer zwar nicht halten, biss sich aber trotz einiger Patzer immer wieder in die Partie. Im dritten Satz ebnete auch der Neu-Adler den Weg zum ersten Saisonsieg. „Martin wird besser und besser. Zumal er heute sein erstes volles Spiel seit Mai absolviert hat“, lobte Coach Rieskamp.
Der Trainer hob zudem hervor, dass die Spannung im dritten Satz, als bei 24:20 gleich vier Matchbälle in die Binsen gingen, auch gut für die Psyche war: „Wir haben diesmal nicht eine Führung komplett aus der Hand gegeben. Das ist für die Köpfe der Jungs wichtig.“
MSC-Start-Sechs: Bertea, Djordjevic, Ihde, Schattenberg, Pricken, Wagner; Libero: Illmer - eingewechselt: Haug.


