Es war ein ungewohntes Bild an diesem Sonntagabend in der Hannibal-Arena. Da, wo sich sonst das ganze Team des Herner EV für Erfolge feiern lässt, stand diesmal nur ein einziger Mann im Mittelkreis.

HEV-Trainer Dirk Schmitz hatte es sich nach dem 5:4-Zittersieg gegen die Hammer Eisbären nicht nehmen lassen, den Fans persönlich auf dem Eis zu applaudieren und sich für die Unterstützung von den Rängen zu bedanken. Vor allem in der Schlussphase hatten die Herner Anhänger wie ein Mann hinter ihrem Team gestanden, das sich trotz sichtlich schwindender Kräfte und mit vier gegen sechs Feldspielern erfolgreich gegen den drohenden Ausgleich gewehrt hatte.

Herner EV hat nun zwei Heimspiele vor der Brust

Ungewohnt aus Herner Sicht war auch die Bilanz des Wochenendes. Sechs Punkte innerhalb von 48 Stunden hatte es für die Miners zuletzt in der vorletzten Saison gegeben – in der vergangenen mit dem letzten Tabellenplatz abgeschlossenen Spielzeit war den Gysenbergern das kein einziges Mal gelungen.

Jedenfalls bat Dirk Schmitz die Zuschauer um Wiederholung bei den anstehenden Auftritten gegen Halle und Herford: „Wir brauchen in den beiden Heimspielen jeden Fan.“ Zwei sind es deshalb, weil die Umbauarbeiten in der Hallenser Eishalle andauern und das Heimrecht getauscht wurde. Erst am 25. Oktober sollen die Saale Bulls in ihr runderneuertes Domizil zurückkehren können.

„Brutal gut“ in Leipzig, „glücklicher Sieg“ gegen Hamm

Mit der eigenen Mannschaft war der HEV-Coach am Sonntag nur eingeschränkt zufrieden: „Wir sind ein bisschen glücklich im Powerplay zum 2:0 gekommen. Danach wollten wir wieder zuviel und haben viele Situationen hergeschenkt. Dabei wollten wir eigentlich bei unserer Linie aus Leipzig bleiben. Das war brutal gut. Heute war es ein glücklicher Sieg.“

Zwei Tage zuvor hatte der HEV mit einem überraschenden 2:1-Erfolg bei den Icefighters den Grundstein für das lang ersehnte Sechs-Punkte-Wochenende gelegt. Obwohl sich während des Spiels auch noch Carl Zimmermann zu den zahlreichen Ausfällen im Herner Lager gesellt hatte, boten die Miners vor 1334 Zuschauern eine starke Defensivleistung und setzten im richtigen Moment ihre Nadelstiche. Nach torlosem ersten Drittel gingen die Gäste im Mittelabschnitt zweimal in Führung und gaben den knappen Vorsprung bis zur Schlusssirene nicht mehr her.

19-jähriger Torhüter glänzt mit zahlreichen Paraden

Auch gegen Hamm hing der Sieg vor 1018 Besuchern am seidenen Faden, nachdem man gegen die starke Offensive der Gäste nach gutem Beginn die Spielkontrolle verloren hatte. „Uns war klar, dass Herne mit breiter Brust rauskommt. Wir sind nach zwei individuellen Fehlern erst hinterhergelaufen. Im zweiten Drittel wurde es dann besser“, schilderte Hamms Trainer Tobias Stolikowski nach dem Gastspiel bei seinem ehemaligen Verein seine Sicht.

Am Ende konnte sich der HEV nicht nur auf seine erste Sturmreihe verlassen. Im Tor hatte Förderlizenzspieler Dean Döge wie in Leipzig den Vorzug vor dem erfahreneren Lukas Schulte bekommen und der 19-jährige Bad Nauheimer zahlte das Vertrauen mit vielen starken Saves zurück. Dafür wurde er schon lange vor Spielende gefeiert.

Die Statistik zu den Herner Spielens

Icefighters Leipzig – Herner EV 1:2 (0:0, 1:2, 0:0)
Tore: 0:1 (23:23) Ford (Munichiello/Rennert), 1:1 (35:56, 5-4), 1:2 (38:56, 5-4) Munichiello (Snetsinger/Enock).
Strafminuten: Leipzig 8 – Herne 6.

Herner EV – Hammer Eisbären 5:4 (2:1, 2:2, 1:1)
Tore: 1:0 (3:57, 5-4) Snetsinger (Enock/Ford), 2:0 (10:29, 5-4) Snetsinger (Munichiello/Ford), 2:1 (14:38), 2:2 (27:40, 5-4), 3:2 (32:58) Munichiello (Stöhr), 3:3 (38:27, 5-4), 4:3 (39:02) Demmler, 5:3 (43:24, 4-4) Ford (Rennert/Snetsinger), 5:4 (49:35).
Strafminuten: Herne 14 – Hamm 8