Auf diesen Moment haben Schalkes Fußballerinnen lange hingearbeitet: Als Laura Radke am Donnerstag mit ihrem Treffer in der 116. Minute (!) Schalkes Westfalenpokalgewinn endgültig besiegelte, stürmten Betreuer und Teamkolleginnen geschlossen auf den Platz. „Triple-Sieger, Triple-Sieger“, sangen die Schalkerinnen zum Abschluss ihrer fast perfekten Saison, an deren Ende neben dem Aufstieg in die Regionalliga auch zwei Pokalsiege stehen. Wir haben vier Zahlen herausgesucht, die eindrucksvoll zeigen, WIE dominant die Königsblauen in dieser Saison waren.

141 – Schalkes Torverhältnis sticht heraus

„Da feststand, dass wir mit darüber entscheiden, wer zusammen mit uns aufsteigt, wollten wir uns nicht nachsagen lassen, das Aufstiegsrennen zu beeinflussen“, erklärte Trainer Stefan Colmsee nach dem Abschluss einer auch für ihn außergewöhnlichen Saison. Zwar hatte der Aufstieg seines Teams schon seit April festgestanden, Schalkes Fußballerinnen zogen aber auch in den restlichen Ligaspielen voll durch – und schraubten ihr ohnehin starkes Torverhältnis noch einmal nach oben. In 24 Ligaspielen kassierte S04 nur zwölf Tore, demgegenüber stehen 153 eigene Treffer. Macht am Ende ein Torverhältnis von +141.

Eine derartige Bilanz schaffte nicht einmal der BVB ein Jahr zuvor. Schalke hatte nach 21 Spieltagen bereits 31 Tore mehr geschossen als der BVB in den 26 Spielen der Aufstiegssaison 24/25. Und der Unterschied wäre sogar noch deutlich größer ausgefallen. Weil Gütersloh aber seine zweite Mannschaft während dieser Saison zurückzog, wurden deren Spiele aus der Wertung genommen. Das Hinspiel hatte Schalke 17:0 gewonnen, zum Rückspiel war Gütersloh nicht angetreten.

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34 – Nur Teamkollegin traf häufiger als Mandy Islacker

Die Liste der besten Torjägerinnen der Westfalenliga führte lange eine Frau an, die in der Rückrunde gar nicht mehr auf dem Platz stand. Mandy Islacker erzielte in ihren wettbewerbsübergreifend 14 Spielen für Schalke 32 Tore, 30 davon in der Liga. Zuletzt stand sie Anfang Dezember auf dem Platz, ehe sie wegen ihrer ersten Schwangerschaft ihre aktive Karriere beendete.

Frauen Fußball Testspiel Begegnung FC Schalke 04 (blau) gegen 1. FC Köln
Wurde zweitbeste Torschützin der Liga: Mandy Islacker – dabei hat sie in diesem Jahr kein Spiel mehr für Schalke gemacht. © FUNKE Foto Services | Michael Korte

Hätte sie die Saison zu Ende gespielt, wäre ihre Trefferquote in der Westfalenliga wohl auf lange Zeit nicht zu toppen gewesen. So machte ihr Teamkollegin Jolina Opladen den Titel der besten Torschützin der Liga noch streitig. Opladen traf in 24 Spielen 34 mal.

5 – Schalke-Frauen waren Pokalschreck aller Regionalligisten

Dass sie das Endspiel um den Westfalenpokal vor einem Jahr ausgerechnet gegen Borussia Dortmund – in Dortmund – verloren hatten, ärgerte die Schalkerinnen lange Zeit. Umso größer war die Motivation, sich den Titel dafür in diesem Jahr zu holen. Das betonten die Verantwortlichen über die Saison hinweg immer wieder – und die Spielerinnen bewiesen es auf dem Platz. Fünf Spiele musste Schalke bis zum Titel an diesem Donnerstag gewinnen, fünf Mal trafen die Königsblauen dabei auf Regionalligisten.

Dass sie als Westfalenligist jeweils das klassentiefere Team waren, ließen sie sich bei den Siegen gegen Recklinghausen, den BVB, Rhade, Gütersloh und letztlich Arminia Bielefeld nicht anmerken. Abteilungsleiter Boris Liebing fasste es nach der Siegerehrung zufrieden zusammen: „Dann hat man den Pokal auch einfach verdient.“

3 – Schalke-Frauen lagen selten in Rückstand

Die Pflichtspielminuten, in denen Schalkes Frauen in dieser Saison in Rückstand lagen, sind überschaubar. Es waren insgesamt 98, verteilt auf drei Spiele. Beim Westfalenpokal-Auftakt gegen den 1. FFC Recklinghausen hielt die Führung der Gegnerinnen zwei Minuten, ehe Schalke aus einem 0:1 ein 5:1 machte. Gegen Arminia Bielefeld waren es immerhin 29 Minuten, ehe die Königsblauen das Spiel zu einem 4:1 drehten.

Gegen den BVB II gelang das nicht. Dort kassierte Schalke seine einzige Niederlage einer sonst makellosen Saison. Die Chance, sich für diese Delle in der Saisonbilanz zu revanchieren, bekommen die Schalkerinnen schon in der nächsten Saison. Denn ab dem Sommer spielen Schalke und die erste Mannschaft der BVB‑Frauen wieder in derselben Liga.