Zusammenfassung

  • Schalkes Team I der Frauen startet am Sonntag in die neue Westfalenliga-Saison.
  • Der Aufstieg ist das klare Ziel aller Beteiligten, dafür wurde der Kader noch einmal deutlich verstärkt.
  • Vor dem Ligastart geben wir einen Überblick, welche Namen sich S04-Fans merken sollten.

Die Fußballerinnen des FC Schalke 04 wollen im ersten Meisterschaftsspiel am Sonntag (17 Uhr, Kunstrasenplatz 6/WAZ-Livestream) gleich ein Zeichen setzen: Gegen den klaren Außenseiter Amelsbüren soll direkt ein Sieg her, um die Aufstiegsambitionen sofort mit Leben zu füllen. Der Schalker Kader wurde mit 15 neuen Spielerinnen erheblich aufgepeppt. „Automatismen, Laufwege, Spielidee: Alles wird immer klarer“, streicht Trainer Stefan Colmsee heraus. Ex-Nationalspielerin Mandy Islacker bringt bei den Königsblauen den größten Promi-Faktor mit, aber die 36-Jährige ist nicht die einzige Spielerin, auf die Schalkes Fans achten sollten. Die WAZ hat sich den Kader zum Meisterschafts-Auftakt einmal genauer angeschaut.

Julia Matuszek (Torhüterin): Im Westfalenpokal durfte Sophie Kleinpas ran, auch beim Meisterschaftsauftakt gegen Amelsbüren wird die 20-Jährige zwischen den Pfosten stehen. Danach ist aber wieder Stammtorhüterin Julia Matuszek gesetzt. Sie kehrt erst an diesem Wochenende aus dem Urlaub zurück und steigt dann wieder ins Mannschaftstraining ein. In der abgelaufenen Saison war Matuszek für ihr Team bereits ein verlässlicher Rückhalt. Im Halbfinale des Westfalenpokals hielt die nur 1,67 Meter große Torfrau gegen SSV Rhade gleich drei Elfmeter und hatte somit großen Anteil am Finaleinzug der Schalkerinnen.

Lilly Stojan (Abwehr): „Sie war im Pokalspiel gegen Recklinghausen sehr auffällig und hat für mich überragend gespielt. Ihre beeindruckende Ruhe sticht heraus“, sagt Ex-Schalke-Kapitän Dietmar Schacht über die frühere Gütersloherin. Für die Ostwestfalen bestritt Stojan über 100 Zweitligaspiele.

Unermüdliche Antreiberin: Schalkes Pauline Dallmann.
Unermüdliche Antreiberin: Schalkes Pauline Dallmann.© FUNKE Foto Services | Michael Korte

Pauline Dallmann (Mittelfeld): Die jüngere Schwester von Nationalspielerin Linda Dallmann ist eine Kilometerfresserin, gibt nie auf und spult ein beeindruckendes Pensum ab. Linda wechselte zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Jule vom VfR Warbeyen ans Berger Feld. „Mit ihnen heben wir unser Spiel definitiv auf ein neues Level“, sagt Stefan Colmsee, wobei Jule Dallmann verletzungsbedingt noch in den Startblöcken hängengeblieben ist.

Gefühlvoll: Laura Radke zählt zu den herausragenden Technikerinnen bei Schalke 04.
Gefühlvoll: Laura Radke zählt zu den herausragenden Technikerinnen bei Schalke 04.© FUNKE Foto Services | Daniel Attia

Laura Radke (Mittelfeld): Was sie technisch drauf hat, sucht in der Westfalenliga definitiv ihresgleichen. Beherrscht nahezu alle Tricks, hebelt die gegnerischen Abwehrreihen mit butterweichen Pässen aus und ist selbst torgefährlich. Auffällig: Die aus Mönchengladbach nach Schalke gewechselte Radke ist äußerst kritisch. Nach dem 5:1 gegen Recklinghausen meinte sie zur WAZ: „Ich bin noch nicht so zufrieden mit unserem Spiel. Wir waren noch zu hektisch und hätten einige Dinge besser machen können. Wir werden noch ein paar Wochen brauchen, bis alles nach Wunsch läuft.“ An den Aufstieg glaubt die Kreativspielerin aber „zu 100 Prozent“.

Was bei der Aufstiegsmission ebenfalls von Vorteil sein könnte: Radke kennt mehrere ihrer Mitspielerinnen bereits aus Bochumer Zeiten. Beim VfL spielte sie in der Regionalliga unter anderem mit Pia Beyer, Alessandra Vogel, Pia Rybacki und Maja Hünnemeyer zusammen. Letztere drei wechselten im Sommer zum S04. Auch sie sind der Grund, warum Radke zu Recht sagt „Wir haben keinen gewöhnlichen Westfalenliga-Kader.“

S04-Neuzugang Jolina Opladen fackelt vor dem Tor nicht lange. Für ihren letzten Verein VfR Warbeyen knipste sie 18-mal.
S04-Neuzugang Jolina Opladen fackelt vor dem Tor nicht lange. Für ihren letzten Verein VfR Warbeyen knipste sie 18-mal. © FUNKE Foto Services | Michael Korte

Jolina Opladen (Angriff): „Wie sie vorne spielt und Abschlüsse sucht, ist richtig stark“, lobt Frauenfußball-Kenner Dietmar Schacht. Die Stürmerin kam in diesem Sommer vom VfR Warbeyen mit einem 18-Tore-Empfehlungsschreiben nach Schalke. Opladens fußballerische Qualität wurde schon früh sichtbar: Als 15-Jährige mischte die Knipserin mit einer Ausnahmegenehmigung in der Frauen-Landesliga mit. Kurz darauf spielte sie in der Deutschen U16- und U17-Nationalmannschaft. S04-Coach Colmsee stand schon länger mit der 26-Jährigen in Kontakt und stellt fest: „Vor dem Tor ist sie eiskalt.“

Kraftvoll: Ex-Nationalspielerin Mandy Islacker hat bereits im ersten Pflichtspiel gegen Recklinghausen für Schalke 04 getroffen.
Kraftvoll: Ex-Nationalspielerin Mandy Islacker hat bereits im ersten Pflichtspiel gegen Recklinghausen für Schalke 04 getroffen.© FUNKE Foto Services | Michael Korte

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Mandy Islacker (Angriff): Die 36-Jährige hat in ihrer Karriere alles erreicht, wurde Champions League-Gewinnerin mit dem 1. FFC Frankfurt, Olympia-Siegerin mit der DFB-Elf und zweimalige Torschützenkönigin der Frauen-Bundesliga. Die Angreiferin hatte gerade bei den jungen Spielerinnen in den Schalker Nachwuchsteams einen regelrechten Hype ausgelöst und wird bei Heimspielen mit langgezogenen „Mandyyyy“-Rufen begleitet. Im Trainingslager der Mädchen-Teams in Dänemark, bei dem Islacker mit einigen anderen S04-Spielerinnen dabei war, fragten mehrere Mädels, ob Islacker ihnen Zöpfe flechten kann. Die Stürmerin willigte ein und machte sich geduldig an die Flechtarbeit. Alleine dadurch eroberte sie alle Herzen im Sturm. „Sie ist absolut bodenständig“, sagt Boris Liebing.