Raphael Wilder von den ETB Miners ist nicht unbedingt bekannt dafür, mit überschwänglichem Lob nur so um sich zu schmeißen. Umso bemerkenswerter war seine Wortwahl nach dem 97:75-Sieg seiner Basketballer bei den TKS 49ers in Stahnsdorf – „fantastisch“ sei die Hinrunde gewesen.
Eine Hinrunde, die man so nicht habe erwarten dürfen.

Zumindest der erste Punkt ist absolut unstrittig: Der Basketball-Pro B-Ligist thront nach 13 Spieltagen auf Platz eins. Mit elf Siegen und nur zwei Niederlagen weisen die Essener die beste Bilanz aller Pro-B-Teams auf – Nord und Süd! Und ja, vielleicht durfte man damit so nicht rechnen. Wahrscheinlich sogar. Dass aber die Wilder’sche Tiefstapelei im Vorfeld der Saison („Die zweite Saison nach einem Aufstieg ist immer die schwierigste.“) wirklich ernst gemeint gewesen war, muss immer stärker angezweifelt werden. Garantien gibt es nicht im Sport und natürlich darf und muss Wilder Verein und Fans auf alle Eventualitäten vorbereiten. Doch man darf davon ausgehen: Das Leistungsvermögen seines Teams dürfte er sehr wohl einzuschätzen gewusst haben.

Trainer Lars Wendt von den ETB Miners.
Trainer Lars Wendt von den ETB Miners.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl

ETB Miners: Das Maß aller Dinge

Sei’s drum: Die Miners sind das Maß aller Dinge. Und das ist weit mehr als die berühmte Momentaufnahme, die Headcoach Lars Wendt nach dem Sieg in Stahnsdorf bemühte. Zu lange stehen die Essener ganz oben, zu konstant die Leistungen, gleichwohl natürlich nicht alle Spiele souverän und makellose waren. Die allermeisten davon wurden aber gewonnen – und das ist entscheidend.

Nun, nach der knappen Heimniederlage zuletzt gegen Itzhoe, meldete sich der ETB in Stahnsdorf eindrucksvoll zurück, gleichwohl man selbst in Essen dieses Ergebnis gegen den Vorletzten als „Pflichtsieg“ kategorisierte. Die Miners zeigten eine starke Arbeitsmoral, die es Headcoach Lars Wendt ermöglichen sollte, allen Spielern Einsatzzeit zu geben. „Wir hatten wieder die Intensität und Galligkeit in unserem Spiel, die uns in den vergangenen Wochen vielleicht ein wenig gefehlt hat“, bilanzierte Wendt. „Wir hatten an der einen oder anderen Stelle noch Abstimmungsprobleme, insgesamt war das aber ein guter und wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“

Der nächste soll am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Herten folgen (19.30 Uhr, Sporthalle am Hallo). „Wir wollen Weihnachten da oben verbringen.“