Sein Verein ist stolz auf ihn. Soheib Benhamza, Fußballspieler der Herren der SG Essen-Schönebeck in der Landesliga, wurde am Montagabend in Mülheim zum Helden.
Benhamza war bei dem tödlichen Unfall einer Frau an der Schloßbrücke bzw. am Yachthafen in der Essener Nachbarstadt (WAZ berichtete) zugegen. Er war dort mit drei Freunden in einem Tretboot auf der Ruhr unterwegs, als die Vier beobachteten, wie die 43-jährige und ein männlicher Begleiter von der Brücke in den Fluss sprangen.
SGS Essen: Spieler und Freunde springen zur Rettung zweier Menschen in die Ruhr
Augenzeugen zufolge, tauchte die Frau nach dem Sprung nicht wieder an der Wasseroberfläche auf, blieb regungslos unter Wasser und drohte zu ertrinken. Ihr Begleiter versuchte, nach ihr zu tauchen und sie aus dem Wasser zu ziehen, scheiterte jedoch. Er driftete dabei immer weiter raus auf den Fluss.
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SGS-Spieler Soheib Benhamza und seine Freunde zögerten daraufhin nicht lange. Sie fuhren mit ihrem Boot zur Unglücksstelle, Benhamza und ein Freund sprangen ins Wasser, zogen den Mann aus der Ruhr und begannen, nach der Frau zu tauchen. Die konnten sie jedoch erst mit Hilfe weiterer Passanten und der inzwischen eingetroffenen Feuerwehr bergen. Erste Reanimationsversuche vor Ort blieben erfolglos. Die Frau verstarb später im Krankenhaus. Polizei und Feuerwehr gehen von einem Badeunfall aus.
Fußball in Essen: SGS will Benhamzas psychische Verfassung im Blick behalten
Benhamzas Trainer Olaf Rehmann zollt ihm für die Rettungsaktion auf der SGS-Homepage tiefen Respekt: „Ohne groß nachzudenken, ist Soheib mit seinen Freunden ins Wasser gesprungen. Sie haben alles versucht, um beide zu retten. Dass sie die Frau nur noch leblos bergen konnten, war ein Schock. Soheib hat alles versucht, um ihr Leben zu retten. Er muss jetzt verstehen, dass er nicht mehr hätte tun können. Ich bin sehr stolz auf ihn und hoffe, er kann dieses traumatische Erlebnis verarbeiten.“

Der Spieler selbst sage, es gehe ihm mittlerweile etwas besser. Sein Verein wolle seine psychische Verfassung in den kommenden Wochen dennoch genau im Blick behalten. „Das war eine Extremsituation, die auch ein Trauma hinterlassen kann. Wir werden das mit größter Sensibilität begleiten“, so Rehmann.



