Es ist anstrengend, das verrät der Blick in die Gesichter der Kinder, die auf ihren Mountainbikes Hügel erklimmen und Hindernisse überwinden. Daniel Schmunk darf an diesem Tag nur zuschauen, doch auch das ist anstrengend. Sein rechter Arm ist geschient und steckt in einem weißen Verband. „Habe mich am Hang überschlagen“, erklärt der Elfjährige lapidar. Ein Unfall beim Training vor wenigen Tagen. Getrauert wurde nicht lange: Mountainbikefahren ist nichts für Weicheier.

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Mehr als 200 Kinder und Jugendliche sind am Sonntag im Osten Essens versammelt, wo der MSV Steele auf seinem Gelände den Wettkampf um die „Nachwuchs-Trophy“ ausrichtet. Im Geschicklichkeitsfahren müssen Hügel erklommen, Pylonen umkurvt, Paletten und Rampen überwunden werden. Später geht es noch in Rennen auf dem Wiesen-Parcours heiß her. Es braucht Kraft, Geschicklichkeit und Koordination an diesem Tag voller Action auf zwei Rädern.

Die Wasserflasche auf der Schranke sollte nicht fallen: Leonard vom MSV Steele beim Geschicklichkeitsfahren.
Die Wasserflasche auf der Schranke sollte nicht fallen: Leonard vom MSV Steele beim Geschicklichkeitsfahren.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl

Mountainbike: Eigene Vereinsanlage ist selten

Der Wettbewerb ist Teil des NRW-Cups, über dessen Gewinn mehrere Wettkämpfe entscheiden. In dem liegt Daniel an zweiter Stelle seiner Altersklasse. Landesmeister im Bergfahren auf dem Rennrad ist er schon, zum Titel im Mountainbike wird es jedoch nicht mehr reichen. Der gebrochene Arm verhindert die Aufholjagd, vier Wochen wird er noch pausieren müssen. „Schade, ich hatte nicht viele Punkte Abstand zum Ersten“, sagt der Junge, der extra aus Münster regelmäßig zum Training des MSV Steele kommt.

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Kein Einzelfall: Vereinseigene Anlagen wie die in Essen neben dem Gymnasium an der Wolfskuhle gibt es in der Region nicht viele. Als erster Radsportverein in NRW wurde der MSV zudem jüngst mit dem „Qualitätssiegel Kinder- und Jugendsport der Sportjugend NRW“ ausgezeichnet. So kommen viele Klubmitglieder aus der Umgebung. Aus Oberhausen, Velbert oder Duisburg - in Essen sind sie vereint.

Mountainbike: Training auf Parcours und in der Halle

Repräsentieren den MSV Steele: (v.l.) Ben, Mija, Kjell und Daniel.
Repräsentieren den MSV Steele: (v.l.) Ben, Mija, Kjell und Daniel.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl

Auch beim großen Wettbewerb reisen die Teilnehmer aus Aachen, Solingen, Haltern oder Bocholt an. 120 der über 200 Starter gehören jedoch zum MSV Steele. Wie Mija Graovac (12), Kjell Spielkamp (13) und Ben Otto (14). Allesamt Essener, die durch Geschwister oder Bekannte zum Mountainbikefahren fanden. „Auf dem Fahrrad sind wir ohnehin jeden Tag“, erklärt Mija. Nun sind sie es auch im Verein, trainieren bis dreimal wöchentlich auf den Parcours am Vereinsgelände und einmal zusätzlich Kraft und Kondition in der Halle. Kleinere Reparaturen am Sportgerät führen sie auch schon selbst durch. „Schlauch- und Kettenwechsel kriegen wir hin“, sagt Ben.

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Beim Rennen selbst bauen sie auf den Heimvorteil, häufig genug haben sie den steilen Hügel hier bezwungen und darauf geachtet, dass beim vorsichtigen Passieren der nachfolgenden Schranke nicht die darauf positionierte Wasserflasche hinunterfällt. Am Ende wird Mija Zweite in der Altersklasse U15 weiblich werden, Kjell wird sich nach einem Sturz noch den neunten Rang der männlichen U15 holen und Ben den Tag als 19. abschließen. Die Wangen sind rot vom Sonnenschein, die Stirn verschwitzt von den Anstrengungen, die Waden verkrustet vom Matsch. Alles egal. Sie alle lieben das Mountainbikefahren. Diesen Sport, der Kraft, Geschicklichkeit und Koordination erfordert – und der nichts für Weicheier ist.