Die Wege sind kurz im Ruhrgebiet, und so fand vor 20 Jahren eines der größten Handballfeste des Tusem Essen in der Arena am Centro statt: Der Tusem gewann den EHF-Pokal gegen den SC Magdeburg in einem wahren Krimi. Erst die 22:30-Niederlage im Hinspiel in Magdeburg, dann der 31:22-Sieg vor großer Kulisse in riesiger Halle in Oberhausen am 7. Mai 2005. Nun jährt sich der letzte richtig große Triumph der Essener zum 20. Mal, der Tusem will dies bei seinem Heimspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen am 18. Mai feiern, einige der damaligen Pokalgewinner werden vor Ort sein. Vorab meldete sich Bundestrainer und Tusem-Legende Alfred Gislason - und er hat keine schöne Erinnerungen.

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„Ich muss ganz ehrlich sagen: Damals habe ich euch das nicht gegönnt in dem Moment“, sagt der 65-Jährige in einer Videobotschaft an die Essener. Kein Wunder, war der Isländer damals doch Trainer der unterlegenen Magdeburger. Aber die Zeit heilt alle Wunden, und so sagt der Mann, der einst zwei Deutsche Meisterschaften und 1988 den DHB-Pokalsieg im Tusem-Trikot feierte: „Im Nachhinein alles erdenklich Gute, das habt ihr damals verdient! Schön, dass ihr das auch jetzt noch einmal richtig feiert!“ Am europäischen EHF-Pokal 2004/05 nahmen 51 Handball-Vereinsmannschaften teil, die sich in der vorangegangenen Saison in ihren Heimatligen für den Wettbewerb qualifiziert hatten. Es war die 24. Austragung des EHF-Pokals bzw. des IHF-Pokals.

Tusem Essen: Pause, aber deutsches Nationalteam ist gefordert

Die Tusem-Zweitligaprofis sind derzeit in der Länderspielpause. In der aber ist Bundestrainer Alfred Gislason gefordert. Nach dem holprigen Auftritt beim glücklichen 32:32 am vergangenen Mittwoch in der Schweiz (“Wir haben sehr schlecht gespielt, Angriff wie Abwehr“) peilt Gislason zum Abschluss der EM-Qualifikation an diesem Sonntag gegen die Türkei einen Erfolg an (17.50 Uhr/sportschau.de). „Erstmal wollen wir die Gruppe gut beenden mit einem Sieg“, sagt der Isländer. Aber, auch das betonte der DHB-Coach: „Die Spieler, die da sind, haben eine gute Chance sich zu zeigen. Wir haben nur noch einen Lehrgang im November und dann geht die EM-Vorbereitung schon los.

Nach der Abreise von Torwart Andreas Wolff läuft das DHB-Team gegen die Türkei in einer U30-Formation auf. Zwölf der 17 Spieler gehören zum Jahrgang 2000 oder sind noch jünger, darunter gleich sieben U21-Weltmeister von 2023. „Es gibt einen Überschuss an Talent, aber große Defizite im Bereich Erfahrung“, sagte Teammanager Benjamin Chatton über die junge Mannschaft.