
Der Aufsteiger überrascht weiterhin alle! Nach dem Sieg in Spiel 1 der Playoff-Achtelfinalserie „Best of three“ in Leitershofen gewannen die ETB Miners gestern auch im zweiten Duell vor 1023 begeisterten Fans am heimischen „Hallo“ in Essen gegen die Kangaroos. 78:68 – der ETB steht damit als Achter der Regular Season im Viertelfinale. Der Ligaprimus im Süden: draußen. Das ist ein echter Paukenschlag in der 2. Basketball-Bundesliga ProB.
„Ein überragender Erfolg“, jubelt auch Headcoach Lars Wendt unmittelbar nachdem die Uhr runtergelaufen war. So richtig in Worte kleiden konnte der 32-Jährige seine Emotionen noch nicht. Seine Jungs hatten es in diesen Sekunden hingegen leichter – durften einfach tanzen, toben und sich auf dem Feld umarmen,
Basketball-Wahnsinn in Essen: Miners wollen in der 2. Bundesliga ProB jetzt noch mehr
Und sie gaben sich wenig später angriffslustig: „Wir werden das jetzt ein, zwei Tage genießen“, so Brian Dawson. Er war am Ende der entscheidende Essener, hatte die führende Initiative für sein Team in diesem Spiel übernommen. Das hatten die Miners über weite Strecken zwar kontrolliert, aber dann doch fast noch aus der Hand gegeben. „Wir werden uns auf den nächsten Gegner vorbereiten. Das hier ist noch nicht zu Ende. Wir haben erst angefangen“, verspricht Dawson.

Im Viertelfinale warten die Sixers aus Bitterfeld/Sandersdorf. Das scheint machbar, zumal in dieser Verfassung, in der sich die Essener seit dem Leverkusen-Spiel, dem letzten der Hauptrunde, wieder präsentieren. Gegen Leitershofen war es – neben Dawson – die so oft bemühte Teamleistung, weil ansonsten niemand herausstechen konnte. Vor allem bei der Verteidigung des eigenen Korbs glänzten die Miners mit Geschlossenheit. Eine der besten Offensiven der gesamten ProB unter 70 Punkten gehalten zu haben, spricht Bände.
„Das war über die gesamte Spielzeit sehr gut und mit viel Leidenschaft verteidigt“, so auch Headcoach Wendt. „Offensiv haben wir leider im letzten Viertel Nerven gezeigt, aber es hat gereicht.“ Tatsächlich stockte der Motor in den letzten zehn Minuten. Eine 15-Punkte Führung zu Beginn dieses letzten Abschnitts sollte auf einmal dahin schmelzen. Verrückt, was Dzemal Selimovic (unverzichtbar allerdings in der Defense) unter dem Korb verlegte. Leitershofen hoffte wieder und verkürzte sogar bis zur 38. Minute auf vier magere Pünktchen (67:71).
2. Bundesliga ProB: Miners können diese Saison nicht in die ProA aufsteigen
Dann der Moment des Brian Dawson, der mit seinen Attacken zum Korb die Kangaroos dann doch in Schach halten konnte. „Wichtig war, das Spiel langsam zu halten, die Kontrolle nicht zu verlieren. Das haben wir geschafft“, so Dawson glücklich. Nur einer strahlte noch ein bisschen heller als alle anderen in der Halle: Raphael Wilder, Sportlicher Leiter des ETB. Er lachte: „Ich muss am Sonntag nicht nach Leitershofen fahren.“ Dafür am Mittwoch nach Bitterfeld/Sandersdorf, etwas mehr Zeit, sich zu erholen.
Die Miners schreiben also weiter an ihrer ganz besonderen Geschichte in dieser Saison. Wie weit der Weg führen wird? Vieles scheint auf einmal möglich nach den jüngsten Auftritten. Fest steht allerdings: Dieser Weg wird den ETB nicht in die zweitklassige ProA führen, die Essener haben keine Lizenz beantragt. Was im ersten Moment wie ein Dämpfer wirkt, ist im zweiten wohl nur vernünftig, gilt es doch, administrativ und wirtschaftlich den zweiten Schritt noch in der ProB zu machen. Immerhin: Das Team hat in den vergangenen Tagen und Wochen sehr viele Argumente für den Basketball-Standort Essen geliefert.






























