Das war aber mal ein ganz dickes Osterei, das die ETB Miners dem Gastgeber da ins Nest gelegt haben: Der Basketball-Pro B-Aufsteiger, der sich nach einer – wohlwollend formuliert – eher mauen Rückrunde als Achter der Nordstaffel so gerade eben in die Playoffs gerettet hatte, feierte beim Süd-Primus Leitershofen in Bayern einen überraschenden 95:86-Sieg und kann nun am kommenden Freitag am heimischen Hallo (20.15 Uhr) tatsächlich den Einzug ins Halbfinale perfekt machen. „Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen das bloß nicht verlieren, sonst muss ich Sonntag schon wieder da runterfahren“, so Raphael Wilder, Sportlicher Leiter der Essener und 71 Jahre jung, lachend.
++ Aus und vorbei: Zweitliga-Volleyballerinnen flüchten aus Essen ++
Ja, die Reise nach Leitershofen (bei Augsburg) ist eine beschwerliche. Doch das hatte man dem ETB überhaupt nicht angemerkt. Im Gegenteil: 31:12 hieß es nach knapp acht Minuten – für die Miners. Die Quoten: 100 Prozent – aus dem Feld und von der Freiwurflinie. Wahnsinn! „Wir haben in diesem ersten Viertel eigentlich perfekt gespielt, haben fast alles getroffen“, war auch Headcoach Lars Wendt nach der Partie angetan. „Das war das Fundament.“
ETB Miners: Rückspiel am Freitag
„Fast“, weil dann die 100 Prozent bis zum Ende des ersten Abschnitts (35:17) dann noch nicht mehr Bestand haben sollte. Ebenso wie das Spiel natürlich nicht mehr so einseitig verlaufen sollte. Leitershofen kämpfte sich bis zur Pause wieder deutlicher ran, verkürzte in der zweiten Halbzeit teilweise auf einen Punkt. Doch die Essener ließen sich nicht verunsichern, waren in den wichtigen, in den entscheidenden Situationen um eine Antwort nicht verlegen. „Wir haben in diesen Situationen wirklich stark verteidigt“, lobte Lars Wendt, der sich zudem darüber freuen durfte, dass die offensive Last endlich einmal auf mehrere Schultern verteilt wurde. Allen voran Niclas Sperber überraschte mit starken 17 Punkten. Lars Wendt: „Wir sind natürlich sehr, sehr happy. Jetzt wollen wir am Freitag den Sack zumachen und die Sensation schaffen.“ Raphael Wilder würde es freuen.


