Zusammenfassung
- ETB Miners sichern sich trotz Niederlage gegen Leverkusen den Einzug in die Playoffs der Zweiten Basketball-Bundesliga Pro B.
- Raphael Wilder lobt die Mannschaft für ihre starke Leistung und sieht den Einzug in die Playoffs als großen Erfolg, trotz personeller Probleme.
- Essener Basketball-Team bereitet sich auf das Duell gegen Leitershofen vor, mit Fokus auf langsames Spiel und Vermeidung von Turnovers.
Die ETB Miners stehen in den Playoffs der Saison 2024/25 in der Zweiten Basketball-Bundesliga Pro B. Und dies trotz der 81:85-Niederlage beim Ligaprimus Leverkusen: Weil auch Schwelm (60:72 in Paderborn) und – ein Stückweit überraschend – Berlin gegen Stahnsdorf (72:80) den Kürzeren gezogen hatten, konnten die Essener Platz acht verteidigen. „Und diese Platzierung sehe ich als sehr, sehr großen Erfolg an“, so Raphael Wilder, Sportlicher Leiter der Miners.
„Man kann als Aufsteiger wirklich nur zufrieden sein, zumal mit den personellen Problemen, mit denen wir gerade auch in der Rückrunde umzugehen hatten.“ Gegner ist nun der Erstplatzierte der Südstaffel – Leitershofen. Karsamstag reisen die Miners nach Süddeutschland (19.30 Uhr), am Freitag, den 25. April, kommt es zum zweiten Duell am heimischen Hallo (20.15 Uhr). „Wir haben nichts zu verlieren, wir werden alles reinhauen“, so Wilder kämpferisch. „Und wir werden das alles sehr genießen.“
++ Tusem Essen nach Sieg selbstbewusst: „Wollen nach oben gucken“ ++
Wilder hatte den ETB in Leverkusen coachen müssen, weil Headcoach Lars Wendt kurzfristig krank hatte absagen müssen. „Ich habe seit Jahren nicht gecoacht, aber es hat sich angefühlt wie immer“, so Wilder nach dem Spiel lachend. Er zollte seiner Mannschaft Respekt für einen ganz starken Auftritt – es war ein Spiel, in dem die Essener den haushohen Favoriten am Rande einer Niederlage hatten. Fallen in wichtigen Situationen ein, zwei Würfe mehr – die Miners hätten die Postseason aus eigener Kraft klarmachen können. Nur sieben Turnover hatten sich die Essener gegen eines der defensivstärksten Teams geleistet, auch unter den Körben Paroli geboten. Wilder: „Ich bin wirklich stolz auf das Team. Wir waren nah dran an der Sensation.“

ETB-Miners: Wilder setzt auf Fokus statt Handy-Updates
Die, das stand schon in der Halbzeitpause fest, am Rhein gar nicht mehr erforderlich war. Zu diesem Zeitpunkt waren die Partien von Schwelm und Berlin bereits beendet. Wilder hatte aber striktes Handyverbot erteilt und ließ seine Mannschaft auch nicht informieren ob der guten Neuigkeiten. „Warum auch? Wir haben fantastisch gespielt. Das wollte ich nicht stören.“
++ Immer wieder Pleiten: Roter Faden durch Essener Eishockey-Geschichte ++
Was Fragen aufwirft, ist das tatsächliche Leistungsvermögens der Essener. Der ETB hat sich wahrlich in die Playoffs geschleppt, teils richtig schwache Leistungen gezeigt, allen voran zuletzt am Hallo gegen die jeweiligen Vorletzten (Wilder: „Spiele, die man nicht verlieren darf, das waren große Enttäuschungen.“). Bis zum Schluss hat das Team von einer starken Hinrunde gezehrt. Das können auch die vielen Verletzungen und Krankheiten nicht komplett entschuldigen. Zumal Leverkusen wieder das „alte Gesicht“ der Miners hervorbrachte. Ein Gesicht, das die Mannschaft so oft in der Hinrunde gezeigt hatte. Doch Raphael Wilder und dem gesamten Essener Basketball durfte das alles herzlich egal sein – für den Moment jedenfalls. „Wir sind Achter, die Tabelle lügt nicht. Also haben wir es auch verdient.“
Lars Wendt zieht positives Fazit trotz Schneckentempo
Auch Headcoach Lars Wendt blies nun im Gespräch mit dieser Redaktion in dasselbe Horn. Er zog ebenfalls ein „sehr positives Fazit“, auch wenn man in den vergangenen drei Monaten eher im „Schneckentempo unterwegs gewesen sei. „Aber wenn man mit ein bisschen Abstand auf das Gesamtbild blickt: Wir haben dem Druck Stand gehalten, sind aufgestiegen und nun direkt in den Playoffs. Das ist ein großer Erfolg für den Basketball-Standort, da gehört Essen auch perspektivisch einfach hin.“
Am Samstag nun in Leitershofen erwartet die Miners wohl die beste Offense der gesamten Pro B, „ein Gegner, der Vollgas gibt von der ersten bis zur letzten Sekunde, schnell spielt, immer gallig, immer aggressiv ist“, so Wendt. Die Gefahr überrollt zu werden? Groß. Die Möglichkeiten, dies zu verhindern: natürlich vorhanden. Zumal Center Dzemal Selimovic nach Krankheit unter der Woche wieder ins Training einsteigen konnte, mit ihm haben die Essener Größenvorteile unter dem Korb. Und Wendt ergänzt: „Wir müssen das Spiel langsam machen, Turnover und damit Fast Breaks verhindern. Sind wir in den Plays, haben wir Chancen.“ Nun: Das hat ja in Leverkusen zuletzt schon sehr gut geklappt.


