War es das schon mit der Postseason? Die Gesichter jedenfalls waren ganz schön lang nach dieser unerwarteten, aber verdienten 77:85-Niederlage der ETB Miners vor heimischem Publikum gegen Abstiegskandidat Neustadt. Die Aussichten auf die Play-offs der 2. Basketball-Bundesliga Pro B haben sich damit dramatisch eingetrübt. „Ich bin komplett bedient“, so Miners-Headcoach Lars Wendt. Und Raphael Wilder fasste angefressen zusammen: „Wir hatten die ganze Woche über gewarnt. Aber offensichtlich sind wir kein Play-off-Team.“
++ ETB Miners rauschen in Tabelle nach oben: „Interessiert mich nicht“ ++
Drei Heimsiege – und die Top 8 wären wohl realistisch gewesen. Nach dem Sieg über Sandersdorf enttäuschte der ETB am Hallo aber gegen Neustadt komplett. Die Play-offs – verschenkt? Den unbedingten Willen, die Saison zu einem guten Abschluss zu bringen – im Falle der Shooters gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt – war jedenfalls nur den Gästen anzumerken gewesen. Defensiv fanden die Miners im ersten Durchgang nicht statt, offensiv blieb zu Vieles Stückwerk. Nach einem kurzen Zwischenhoch zu Beginn der zweiten Halbzeit, verfiel das schwarz-weiße Spiel wieder in seine Bruchstücke. Neustadt kämpfte, und gewann verdient. „Wir haben uns bei den Rebounds abkochen lassen und dem Gegner reihenweise die Bälle mit unnötigen und dummen Ballverlusten geschenkt“, bilanzierte Headcoach Lars Wendt enttäuscht. „So gewinnt man leider kein Spiel in der Pro B.“
ETB Miners: Konnten Flügelspieler niemals ersetzen

Und so klangen die Worte von Sportchef Raphael Wilder einen Tag später vielleicht etwas unbeabsichtigt wie eine Analyse, warum es nicht geklappt hat mit den Play-offs. Denn fürs Protokoll: Natürlich ist noch alles möglich. Wilder verwies noch einmal auf die schwere Verletzung von Robin Danes, der schon in der Frühphase der Saison ausgefallen war. „Wir haben niemals unseren ersten deutschen Flügelspieler auf Position 3 adäquat ersetzen können“, so Wilder. Das werde in seinen Augen zu wenig wahrgenommen. Man habe Maximilian Begue geholt, „er hat sich verletzt“. Man habe Dion Braimoh geholt, „auch er hat sich jetzt verletzt“. Und weiter: „Wir spielen damit fast die ganze Saison, ohne unseren deutschen Starting Five-Flügelspieler ersetzt zu haben.“
Was diesen Worten durchaus Gewicht verleiht, ist die Tatsache, dass die Miners mit Robin Danes und voller Kapelle als Aufsteiger durch die Liga gerauscht waren. Vier Siege in vier Spielen, beispielsweise auch gegen Paderborn – dann ging es bergab. Ohne Danes. Raphael Wilder: „Die Lücke konnten wir niemals schließen und die Mannschaft kann es nicht auffangen. Diese Position fehlt uns einfach. Im Rebounding und als weitere Option in der Offense, die uns vielleicht auch noch zehn Punkte im Schnitt pro Spiel gibt. Und das hat man auch gegen Neustadt gesehen“
ETB Miners: schweres Restprogramm
Noch kleben die Miners auf Platz sechs – Dank des besseren direkten Vergleichs gegenüber allen anderen Teams. Makulatur, wenn keine Siege mehr eingefahren werden. Man werde alles in den letzten drei Spielen geben, gab sich ETB-Headcoach Lars Wendt kämpferisch. Ein bisschen zumindest. „Bei dem Restprogramm wird es schwer, die Play-offs zu erreichen“. Neben dem Heimspiel gegen Itzehoe sind das die Auswärtsfahrten nach Paderborn und Leverkusen – da braucht es schon außergewöhnliche Leistungen.
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