Perfektes Wochenende für die ETB Miners: Der Essener Basketball-Pro B-Ligist am Hallo gegen die BSW Sixers aus Sandersdorf einen starken 81:64-Erfolg und sind damit ihrem Play-off-Traum einen großen Schritt nähergekommen. „Das war ein wichtiger und verdienter Sieg, weil wir enorm gut verteidigt haben“, fasste Raphael Wilder, Sportlicher Leiter des ETB, nach der Partie zusammen, die 1453 begeisterte Fans gesehen hatten. Und sein Headcoach Lars Wendt ergänzte: „Es war eine konzentrierte Mannschaftleistung. Für mich war ein Schlüssel, dass wir unsere Ballverluste deutlich reduziert haben. Das hat uns in der Vergangenheit schon viele Spiele gekostet, heute war das viel besser.“

Weil gleichzeitig Wedel (76:82 in Stahnsdorf) und Bernau (61:75 in Paderborn) das Nachsehen hatten, kletterte der ETB sogar auf Platz sechs der Tabelle. Eine Momentaufnahme, die Raphael Wilder am liebsten unter den Teppich gekehrt hätte. „Das interessiert mich nicht.“ Aber weil sich das eben nicht so einfach ignorieren lässt, schien Wilder hochmotiviert, seinem Team die eigene Sichtweise in der Kabine mit Nachdruck verdeutlichen zu wollen. „Ein Spieltag kann alles wieder verändern, ich schaue nur nach unten. Das werde ich den Jungs jetzt sagen.“

ETB Miners: Tritt auf die Euphorie-Bremse

Gibt die Taktik vor: Essens Trainer Lars Wendt von den ETB Miners.
Gibt die Taktik vor: Trainer Lars Wendt von den ETB Miners.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl

So soll es sein: Einen Sieg Vorsprung haben die Essener auf Rang neun, den derzeit Schwelm einnimmt. Und gegenüber den Baskets hat der ETB zudem den direkten Vergleich gewonnen. Es sieht also gar nicht schlecht aus. Doch Wilder hatte natürlich recht, die Euphorie-Bremse durchzutreten. Es kann sich noch ein bisschen was tun im Tableau – sogar für Sandersdorf auf Platz 5 ist das Erreichen der Postseason nach der Niederlage in Essen kein Selbstläufer mehr. Dazu kommen eben Essen, Wedel, Bernau und Schwelm, die hoffen und bangen. Die Braves aus Berlin haben mit fünf Punkten Rückstand auf Platz acht (den Hauptstädtern war Ende des Jahres ein Punkt abgezogen worden wegen eines Verstoßes gegen das Lizenzstatut) nur noch theoretische Chancen. Für die Miners spricht: Der ETB hat gegen die hier aufgelisteten Teams ausnahmslos alle direkten Vergleiche gewonnen. Ein Blick auf das Restprogramm der Play-off-Kandidaten, der offenbart: Paderborn und Leverkusen spielen das Zünglein an der Waage.

BSW Sixers (Platz 5, 24 Punkte): Vier Spieltage vor Schluss hat Sandersdorf als Fünfter vier Punkte Vorsprung auf Platz neun und Schwelm. Mit einem Sieg in Essen hätten die Sixers fast sicher für die Postseason planen können, doch das mit personellen Sorgen in die Ruhrgebietsmetropole gereiste Team war gegen den ETB ohne Chance. Auch wenn der kommende Gegner Paderborn heißt: Drei der letzten vier Spiele darf Sandersdorf vor heimischem Publikum austragen, auswärts geht es gegen die abgeschlagene Seawolves Academy aus Rostock. Das dürfte am Ende reichen.

ETB Miners: Heimspiele sind der Schlüssel

ETB Miners (Platz 6, 22 Punkte): Der Sieg gegen die Sixers war ein enorm wichtiger Schritt und Miners-Headcoach Lars Wendt könnte am Ende recht behalten. „Gewinnen wir unsere drei Heimspiele, stehen wir in den Play-offs“, hatte der 32-Jährige vor dem Duell gegen die Ostdeutschen prognostiziert. Es könnte aufgehen. Am kommenden Samstag (19.30 Uhr) trifft das Team am Hallo auf Kellerkind Neustadt, am Hallo geht es auch noch gegen Itzehoe. Ausrutschen ist allerdings strengstens verboten – denn ob der ETB von den beiden Auswärtsfahrten etwas Zählbares mit nach Hause wird nehmen können, ist fraglich. Es geht noch nach Paderborn und Leverkusen. Wir legen uns fest: Mit zwei Heimsiegen geht es für die Miners in die Postseason. Weil die Essener – erstens – gegen die gesamte Konkurrenz den direkten Vergleich gewonnen haben, und sich mit Wedel und Bernau – zweitens – am letzten Spieltag zwei Konkurrenten im direkten Duell die Punkte klauen.

Rist Wedel (Platz 7, 22 Punkte): Die überraschende Pleite in Stahnsdorf dürfte die Norddeutschen noch lange schmerzen. Ein Sieg, der ein Stück weit eingeplant gewesen sein dürfte auf dem Weg in die Playoffs, denn das weitere Programm hat es wirklich in sich. Wedel trifft mit Leverkusen, Wolmirstedt und Paderborn noch auf die Top-Teams der Liga, am letzten Spieltag kommt es zu einem vielleicht entscheidenden Duell gegen Bernau. Abschreiben sollte man Wedel allerdings nicht: Das Farmteam der Hamburg Towers darf immer mal wieder auf Unterstützung der mit einer Doppellizenz ausgestatteten Spieler des BBL-Clubs hoffen. Das macht es schwierig, den Werdegang von Rist wirklich belastbar zu prognostizieren. Wedel oder Bernau? Das ist hier die Frage.

ETB Miners: Böser Erinnerungen an Lok Bernau

Samuel Mpacko von den ETB Miners.
Samuel Mpacko von den ETB Miners.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl

Lok Bernau (Platz 8, 22 Punkte): In Paderborn gab es nun eine Niederlage, die man vielleicht erwarten musste. Die gute Nachricht: Gegen Paderborn muss man also nicht mehr ran. Aber: Mit Leverkusen und Iserlohn haben die Brandenburger noch weitere „Brocken“ vor der Brust, ein Sieg in Stahnsdorf ist Pflicht, die Partie am letzten Spieltag zu Hause gegen Wedel wohl entscheidend. Auch für Bernau gilt: Die Zusammenarbeit mit Alba Berlin könnte sich am Ende auszahlen – in Essen kann man ein Lied davon singen. Elias Rapieque war im Rückspiel beim 105:102-Sieg von Bernau bei den Miners der Unterschiedsspieler. Wedel oder Bernau? Wir sagen: beide.

Schwelm (Platz 9, 20 Punkte): Weil es in Schwelm irgendwie nicht mehr laufen will. Nach starkem Saisonbeginn ist es für die Baskets auch aufgrund von Verletzungen stetig bergab gegangen. Und nach wie vor ist das Team weit davon entfernt, an Momentum zu gewinnen. Fünf der vergangenen sechs Spiele gingen verloren, zuletzt sogar in Itzehoe, wo man sich über einen wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt freuen durfte. Für Schwelm wird es sich wohl bis zum vorletzten Spieltag entschieden haben müssen, ob es für die Baskets doch noch in die Playoffs geht – die letzten beiden Gegner heißen (wie könnte es anders sein) Leverkusen und Paderborn. Wir sagen: Das wird schwierig.

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