Zusammenfassung
- Lena Oberdorf, eine der größten Stars der Frauen-Bundesliga, spricht offen über das Thema Menstruation im Leistungssport, das oft tabuisiert wird.
- Sie beschreibt, wie Menstruationsschmerzen ihre Leistung beeinflussen können und spricht sich dafür aus, weiße Trikothosen abzuschaffen, da sie für einige Spielerinnen während ihrer Periode unangenehm sind.
- Oberdorf berichtet auch von ihren eigenen Erfahrungen, wie sie heute entspannter mit dem Thema umgeht und dass Hygieneartikel in Frauenteams inzwischen offen zur Verfügung gestellt werden.
Wenn Lena Oberdorf spricht, sprudelt es meist aus ihr heraus. Schon als 17-Jährige vor ihrem ersten großen Turnier mit der Nationalmannschaft war das so, und auch sechs Jahre später hat sich das nicht geändert. Oberdorf, aufgewachsen in Gevelsberg und bei der SGS Essen zum Fußball-Profi ausgebildet, gilt als einer der größten Stars der Frauen-Bundesliga und war bereits Kandidatin zur Weltfußballerin. Nun spricht die 23-Jährige über ein Thema, das im Leistungssport weiterhin tabuisiert wird: die Menstruation. Und sie diskutiert: Sollten weiße Trikothosen abgeschafft werden?
++ Ex-SGS-Essen-Spielerin Oberdorf über Spanner und Fake-Clips ++
In jüngster Zeit haben immer mehr Profisportlerinnen über den Einfluss ihrer Menstruation auf ihre Leistungsfähigkeit und mentale Verfassung gesprochen, um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen. Das tat nun auch Lena Oberdorf in ihrem Podcast „Popcorn und Panenka“.
Dabei gibt die Fußballerin des FC Bayern München zu, dass Menstruationsschmerzen ein großes Problem im Sport seien. „Bei mir ist es noch okay, weil ich einfach nur krasse Bauchschmerzen habe. Es geht ja auch noch schlimmer. Manche können gar nicht mehr stehen“, sagt sie. Auch müsse sie auf dem Platz ihre Emotionen während der Periode kontrollieren. „Wenn ich merke, dass irgendwas gerade richtig unfair läuft, dann kocht es hoch.“
Weiße Hosen: Eleganz oder Unbehagen im Frauenfußball? Das sagt Lena Oberdorf
Besonders nervenaufreibend ist es für Oberdorf, wenn ihre Menstruation kurz vor wichtigen Aufgaben eintritt. „Stell dir vor du spielst morgen im Champions League Finale und einen Tag vorher bekommst du deine Tage“, sagt sie zu ihrer Podcast-Kollegin, Rena Schwabl, „und dann kommen noch weiße Hosen dazu.“ Im aktuellen Trikotsatz des FC Bayern gibt es keine weißen Hosen. „Wir hatten das nur einmal mit der Nationalmannschaft. Und ich muss wirklich sagen: Wenn du ein komplett weißes Jersey an hast, sieht das schon elegant aus. Aber ich glaube, dass manche Spielerinnen sich damit nicht wohl fühlen“, sagt Oberdorf zu Schwabl auf die Frage, ob weiße Hosen im Frauenfußball abgeschafft werden sollten.

Früher war das für Lena Oberdorf ein größeres Tabuthema. Wenn ihre Hygieneartikel früher aus ihrer Tasche gefallen sind hat sie eher erschrocken reagiert. Heute sieht sie das entspannter: „Jeder weiß, dass wir Frauen das manchmal haben.“ In der Kabine der Frauenmannschaft würde mittlerweile offen nach Hygieneartikeln gefragt werden.
Weitere Berichte zur SGS Essen
- Abschied und Emotionen bei SGS Essen: Über 50 Fotos
- Vertragsverlängerung für schwangere Fußballerinnen? Das sagt die SGS Essen
- Vegane Wurst im Stadion von Rot-Weiss und SGS Essen: So schmeckt sie
In ihrer Zeit beim VfL Wolfsburg, wo sie von 2020 bis 2024 spielte, hätten die Spielerinnen Hygieneartikel sogar zur Verfügung gestellt bekommen. „Wir hatten Hygieneartikel immer in unserer Medical-Tasche“, sagt sie. Wenn sie nicht zur Verfügung gestellt werden ist das aber auch kein Problem: „Es hat ja immer irgendjemand etwas dabei.“
Erhöhtes Verletzungsrisiko während der Periode
Auch das Verletzungsrisiko bei Frauen ist während der Periode erhöht. „Der Körper verändert sich währenddessen hormonell und das Bindegewebe wird weicher.“
Auch interessant
Deswegen müsse sie es bei ihrem Verein angeben, wenn sie ihre Menstruation hat. In einem EM-Qualifikationsspiel im Juli 2024 riss sich die Nationalspielerin das Kreuzband. Um ihr Knie nach der Verletzung wieder zu stabilisieren geht Oberdorf fünf Mal pro Woche zum Reha-Training. Auch da muss sie angeben, wenn sie ihre Periode hat. „Wir machen viel mit Richtungswechseln. Das sind wieder neue Belastungen für das Knie. Da muss man schon ein bisschen aufpassen“, sagt sie.



