Mit Hitze können die Bezirksliga-Kicker des Duisburger SV 1900 scheinbar besser umgehen als die des klassenhöheren VfB Homberg. Im freundschaftlichen Derby liefen die Wanheimerorter auf dem Kunstrasen des Oberliga-Absteigers am Mittwochabend jedenfalls gleich warm, während die Gastgeber noch im Schongang unterwegs waren. Nach nur sechs Minuten erzielte der von Hamborn 07 gekommene Neuzugang Ilyas Kaddouri, der schon im letzten Test beim Lohausener SV beide Treffer zum 2:2 besorgt hatte, das 1:0 – fünf Minuten später erhöhte Benedikt Thülig auf 2:0 für die Truppe von DSV-Coach Sergio Pinto Cruz. „Wir haben den Anfang komplett verpennt“, meinte sein Gegenüber Daniel Beine. „Aber nach 20 Minuten wurde es deutlich besser, und ich muss der Mannschaft ein Lob aussprechen, dass sie das Ding noch gedreht hat“, durfte sich der VfB-Trainer am Ende doch noch über einen knappen 3:2 (2:2)-Sieg freuen.

Auch interessant

Nach der 1:6-Schlappe bei Oberliga-Aufsteiger 1. SpVg Solingen-Wald hatte Beine noch von einem „Warnschuss“ gesprochen, der aufzeigen sollte, in jedem Spiel 90 Minuten ans Limit gehen zu müssen. Diesmal waren es jedoch nur 90 minus 20 Minuten, wie Beine eingestehen musste. „In der Anfangsphase waren wir nicht wach und noch nicht in den Zweikämpfen drin. Danach wurden wir präsenter und druckvoller. Aber da ist noch Luft nach oben“, so der Coach, „wir haben noch etwas Zeit, aber wir sollten es schon schaffen, dass wir von der Einstellung her auch die kompletten 90 Minuten hinbekommen.“

Weitere Artikel:

Zufrieden war der Trainer somit auch nicht wirklich mit dem Auftritt gegen gut eingestellte 1900er. „Und die Spieler waren es auch nicht, weil sie nicht an Ihre Leistungen aus dem ersten drei Spielen herangekommen sind“, so Beine. „sie sind selbstkritisch genug, das richtig einzuschätzen. Wir haben gewonnen und ein 0:2 gedreht. Trotzdem müssen wir uns noch steigern.“

Auch interessant

Traf in den bisherigen Spielen stets die Offensivabteilung des VfB, zeichnete diesmal drei Abwehrspieler für die Wende verantwortlich. In der 24. Minute traf Linksverteidiger Justin Walker nach scharfer Hereingabe von Timo Dapprich zum 1:2, ehe sein Pendant auf der rechten Seite, Leon Schütz, nach Doppelpass mit Emir Demiri noch vor der Pause zum 2:2 ausglich (32.). Den Siegtreffer besorgte dann Innenverteidiger Noah van Lent, der im zweiten Anlauf nach einer Ecke mustergültig von Berkan Bartu bedient wurde (65.). Für den Neuzugang aus Meerbusch war es der erste Treffer im VfB-Dress, für Bartu der erste Einsatz in der Vorbereitung nach hartnäckigen Knieproblemen.

Im Tor stand mit dem aus der U 19 aufgerückten Len Daemen diesmal der nominell dritte Keeper des VfB. „Len setzt sich komplett fürs Team ein und macht es im Training sehr gut. Dann hat er auch die Berechtigung, sich mal zeigen zu können“, war der Trainer mit dem jungen Torwart ebenso zufrieden wie mit Sechser Til Müller, der nun sicher aus der Bezirksliga-Reserve in den Landesliga-Kader aufrückt. Da sich auch die beiden Innenverteidiger, die sich Anfang der Woche beim VfB vorstellten, nicht für eine Verpflichtung empfehlen konnten, bleibt dieser Kader überschaubar. Bei der „Generalprobe“ am Sonntag um 15 Uhr gegen Liga-Rivale VfB Speldorf stellt sich die erste Elf der Homberger somit fast von selbst auf. Der Duisburger SV 1900 hat indes noch eine Woche mehr Zeit bis zum ersten Pflichtspiel und testet am Sonntag um 15.30 Uhr beim Bezirksligisten SV Hösel.