Satte 35 Grad Celsius im Schatten machten Fußball am Mittwochabend im Willy-Lemkens-Sportpark zu Sonsbeck nicht gerade zu einem Vergnügen. Und doch sahen die knapp 150 Zuschauer ein bemerkenswertes Testtreffen des gastgebenden Oberligisten mit Landesligist 1. FC Lintfort. Eine Halbzeit lang spielten die Gäste intensiv und effektiv, führten sogar mit 1:0. Dann allerdings hatte SVS-Co-Trainer Jan Schmitz, für den urlaubenden Chefcoach Heinrich Losing an der Linie, seinen Mannen schlicht mehr aggressives Anlaufverhalten verordnet. Am Ende hieß es knallhart 5:1 (0:1) für die klassenhöheren Rot-Weißen.

Lintforts Trainer Bodden: Das Ausmaß an Unterlegenheit hatte ich nicht erwartet

„Dieses Ausmaß an Unterlegenheit nach der Pause hatte ich nicht erwartet. Aber Sonsbeck hatte schlicht die klar bessere Bank. Und bei uns war klar zu sehen, wer aktuell wo steht“, befand Lintforts Trainer Meik Bodden. Offenbar gibt es innerhalb des Teams auch ein arges Gefälle, was Kraft und Kondition anbetrifft. Dabei präsentierten sich die Lintforter zunächst motiviert und spritzig. Vor allem im Vorwärtsgang hatten die Sonsbecker alle Mühe, zur Entfaltung zu kommen. Mehr als ein 16-Meter-Knaller an die Querlatte von Neuzugang Julian Keibel (Hamborn 07) war bis zur Halbzeit nicht drin. „Wir haben zu lasch gegen den Ball gearbeitet und hatten auch einige Fehler im Spielaufbau“, befand Co-Trainer Jan Schmitz.

Fußball-Testspiel: 1. FC Lintfort - SV Sonsbeck
Für den SV Sonsbeck gegen den 1. FC Lintfort am Mittwochabend am Ball: Jannis Pütz (links).© FUNKE Foto Services | Rainer Hoheisel

Auf der Gegenseite belohnten sich die Gäste drei Minuten vor der Pause mit dem Führungstor. Dabei spielte Lintfort eine 4:3-Überzahl mustergültig aus. Der agile Princely Ngangjoh bediente Angreifer Luca Hoff. Der Zugang vom FC Neukirchen-Vluyn schloss von der linken Strafraumseite perfekt per Flachschuss in die rechte Torecke ab. Vor allem mit Offensivpressing zwangen die Schützlinge von Trainer Meik Bodden den Oberligisten immer wieder zu langen Bällen oder Ballverlusten.

Beim 1. FC Lintfort fällt Marcel Goretzki verletzt aus

Einziger Negativpunkt: Marcel Goretzki musste nach einer halben Stunde verletzt vom Feld, der Ex-Schönebecker Yasar Cakir verstärkte fortan die Angriffsbemühungen. Allerdings eher ohne Effekt, was nach der Pause auch für Alfred Appiah galt. Einzig Torschütze Luca Hoff, der zur Pause in der Kabine geblieben war, dürfte in Sonsbeck sein Selbstvertrauen poliert haben. Nach dem Wechsel nahm das Unheil für die Gäste ohne Hoff nämlich zügig seinen Lauf.

Für den SV Sonsbeck trifft der eingewechselte Niklas Binn dreimal ins Netz

Der vom Landesligisten Mülheimer FC verpflichtete Südkoreaner Sihun Kim nutzte einen Steilpass von Jannis Pütz zum flotten, aber wohl haltbaren 1:1 (50.). Danach waren die Lintforter nicht mehr im Spiel. Kim versenkte einen Seitfallzieher nach Flanke von Tom Cappel zum 2:1 (61.). Dann war Niklas-Binn-Time beim SV Sonsbeck. Der Angreifer nutzte einen Fehlpass von Yasar Cakir im Mittelfeld per Konter. Wieder legte Cappel auf (68.).

Beim 1. FC Lintfort verdient sich Princely Ngangjoh eine gute Note

Beim 4:1 nach Linksflanke von Sebastian Leurs nahm Binn die Kugel am Sechzehner direkt (81.). Und fast mit dem Schlusspfiff war erneut Binn zur Stelle nach einem starken Solo von Luca Janßen über die rechte Offensivseite. Oder war das 5:1 eher ein Eigentor? Aus Sicht von Lintforts Trainer Bodden spielte das hinterher keine große Rolle: „Die zweite Halbzeit hat ziemlich deutlich gezeigt, wo der eine oder andere steht.“ Neben Torschütze Luca Hoff verdiente sich der nimmermüde Princely Ngangjoh wieder mal eine gute Note.

Beim 1. FC Lintfort wird der Ex-Sonsbecker Alex Maas geschont

Übrigens: Alexander Maas kam an seiner alten Wirkungsstätte nicht zum Zug. Am Ende des Montagstrainings hatte sich der Offensivspieler offenbar eine kleine Zerrung im Oberschenkel eingefangen.

SV Sonsbeck: Hinsenkamp – Schoofs (60. Elspaß), T. Miller (46. Stolc), Güngör – Leurs, Pütz, Schaar (46. Ghrayeb), D. Miller (46. Janßen) – Keibel (46. Kim), Krajac (46. Cappel), Raul (60. Binn).

1. FC Lintfort: Roolfs (46. Bagh) – Ziebell, Kogel, Vizuete Mora (60. Ramic) – M. Goretzki (32. Cakir), Baydar (69. Jovanoski), Ngangjoh, Forster, Haub (85. Maurer) – Hoff (46. Appiah), Sall (65. Ulrich).