Was war das für eine Hallensaison! Nach 29 Jahren kehrten die Hockey-Herren des Club Raffelberg in die Bundesliga zurück. Damit hat sich die Mannschaft in der eigenen Vereinsgeschichte verewigt. „Allerdings hat die Wintersaison auch sehr an den Jungs gezerrt“, sagt Trainer Tim Leusmann. Aktuell stehen die Duisburger in der 2. Feldhockey-Bundesliga vor dem Start in die Rückrunde. Wer ausfällt oder auszufallen droht? Fast eine ganze Mannschaft! Dennoch sagt der Coach: „Gegen Marienburg müssen wir gewinnen!“

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Die Tabellensituation in der 2. Bundesliga Nord stellt sich so dar: Der DS Düsseldorf ist wohl der einzige, der den DS Düsseldorf noch am Aufstieg hindern kann. Dahinter lauern die Verfolger Düsseldorfer HC und Großflottbeker THGC schon mit gehörigem Abstand, ehe der CR als Vierter das Feld derjenigen anführt, die im Zweifel noch den einen oder anderen Gedanken an den Klassenerhalt verschwenden müssen. Denn die Duisburger stehen zwar mit Blick auf die Platzierung gut da, doch der Vorsprung auf den Vorletzten, Schwarz-Weiß Neuss, beträgt nur fünf Punkte. Lediglich der Bonner THV scheint mit nur sechs Punkten ein wenig hinten dran zu sein. Am Sonntag (14.15 Uhr, Kalkweg) spielt Raffelberg nun daheim gegen den Marienburger SC, der mit einem Zähler Abstand auf den CR den fünften Platz einnimmt. „Das ist eine Mannschaft, die wir schlagen müssen, gegen die wir uns aber immer schwer tun, weil der MSC robustes und effektives Männer-Hockey spielt“, so der Coach.

Das ist eine Mannschaft, die wir schlagen müssen, gegen die wir uns aber immer schwer tun, weil der MSC robustes und effektives Männer-Hockey spielt.

Tim Leusmann, Trainer des Club Raffelberg

Die Liste der Ausfälle – einschließlich der möglichen Ausfälle – ist lang und umfasst satte neun Namen. Besonders bitter: Torjäger René Kramhöller, einer der Aufstiegshelden in der Halle, wird die gesamte Rückrunde aufgrund von Knieproblemen, die auch eine Operation nötig gemacht haben, verpassen. Mika Saxe hat sich in einem Testspiel einen Fingerbruch zugezogen, fehlt noch zwei bis drei Wochen, Robin Höinck muss mit Leistenproblemen passen, Marc Bühlen hatte bereits die Hallensaison verpasst, Kalle Saari kommt gerade wieder zurück, bei Tim Basfeld macht ebenfalls die Leiste Ärger, seinem Bruder Nils macht der Oberschenkel zu schaffen, Felix Weber „hat Rücken“, Marlon Falck hat einen Kreuzbandriss erlitten. „Habe ich jetzt alle?“, fragt sich TIm Leusmann bei der Aufzählung selbst. Für den CR ist zu hoffen: ja. Denn das reicht mal dicke, um Raffelberg Verletzungspech zu attestieren.

Drei Neuzugänge

Immerhin: Es gibt auch drei Neuzugänge. Verteidiger Luke Hoffmann kommt vom HTC Uhlenhorst Mülheim, bei dem er auch immer mal wieder in der ersten Mannschaft eingesetzt wurde. Florian Schirmer spielte zuletzt für den Moerser TV. „Wir werden ihn wohl im Sturm einsetzen müssen“, hat Leusmann angesichts der Ausfälle nicht den Luxus, ihn nach seiner Lieblingsposition zu fragen. Und dann ist da noch Josu Najera Bernabeu. Der Name verrät es: Der Mann ist Spanier. „Er stand auf einmal bei uns auf dem Platz und suchte einen Verein“, freut sich Leusmann über den unverhofften Neuzugang. Der Mittelfeldspieler, der in seinem Heimatland unter anderem für Atletico San Sebastian gespielt hat, ist aus beruflichen Gründen in Deutschland. „Man sieht sofort, dass er ein richtig guter Hockeyspieler ist“, freut sich der CR-Coach.

Angesichts der notwendigen Personalrochaden ist Tim Leusmann mit der Vorbereitung zufrieden, in deren Verlauf Raffelberg gegen Schwarz-Weiß Neuss (1:2, 3:2), den Düsseldorfer HC (0:2), den DS Düsseldorf (0:2), den HC Essen 99 (3:0) und den RTHC Bayer Leverkusen (4:0) getestet hatte. Klar ist aber auch: „Wir müssen noch ein paar Punkte sammeln“, so der Coach.

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Derweil beginnt für die Raffelberger Frauen in der 1. Bundesliga nun auch ganz „offiziell“ die Vorbereitung auf die Play-downs, da Platz acht und damit das Viertelfinale um die Meisterschaft mathematisch so gut wie und praktisch nicht mehr zu erreichen ist. „Wir wussten um unsere Situation. Das überrascht uns nicht“, bleibt CR-Trainerin Susi Wollschläger angesichts der Lage entspannt. „Für uns geht es in den verbleibenden sechs Spielen nun darum, uns immer weiter zu verbessern und Selbstvertrauen zu tanken.“ Das ist den Duisburgerinnen bei der knappen Niederlage im Heimspiel gegen Rot-Weiß Köln bereits gelungen. Gerne darf es in den Heimspielen gegen den Berliner HC (Samstag, 14 Uhr) und den Großflottbeker THGC (Sonntag, 12 Uhr) etwas mehr sein, zumal der CR in den Hinspielen kurz davor war, Punkte mitzunehmen.

Für die Play-downs gilt dann: Der Neunte trifft auf den Zwölften, der Zehnte auf den Elften. In einer Best-of-Three-Serie wird zunächst beim schlechter platzierten Team, dann, wenn nötig zweimal, beim besser platzierten Kontrahenten gespielt.