Die Totgesagten zucken wieder. Am 13. Mai 2022 entging die Handball-Abteilung des VfB Homberg nur knapp ihrer Auflösung. Nun schicken sich die Gelb-Schwarzen zumindest an, eine Lücke zu schließen. Die Mannschaft von Oliver Keusemann und Aaron Denter ist in der Regionsoberliga aktuell Zweiter hinter dem SC Bottrop. Mit einem Sieg im direkten Duell am Sonntag, 12. April (15.15 Uhr) in der Bottroper Dieter-Renz-Halle könnte der VfB die Tabellenführung übernehmen. Vier Siege und ein Unentschieden fehlten dann noch bis zum Aufstieg in die Nordrhein-Ebene.

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Ein Verbandsligist als dritte Kraft hinter dem OSC Rheinhausen (Regionalliga und Oberliga) und der HSG Vennikel/Rumeln/Kaldenhausen (Oberliga) stünde Duisburg gut zu Gesicht. Aber will der VfB Homberg überhaupt aufsteigen? In der Handball-Szene ging das Gerücht um, dass die vielen erfahrenen Spieler im Kader nicht unbedingt Lust verspürten, nochmal dranzuziehen und sich „just for fun“ in der Regionsoberliga gut aufgehoben fühlten. Die Männer sind die einzige Mannschaft. Einen eigenen Unterbau hat der VfB nicht. Eine Reserve soll aufgebaut werden. Stammvereine der HSG Homberg/Rheinhausen, die mit zehn Jugend-Teams am Spielbetrieb teilnimmt, sind der OSC Rheinhausen und der Homberger TV.

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„Wir wollen natürlich aufsteigen“, stellt Aaron Denter klar: „Bei uns ist deutlich eine Entwicklung zu spüren.“ Das 29:29 am 7. Dezember gegen Bottrop war der letzte Punktverlust für den VfB. Danach folgten zwölf Siege. „Wir haben ein absolut starkes Kollektiv“, sagt Denter. „Den überragenden Werfer, der in jedem Spiel zehn Tore macht, haben wir nicht. Dafür sind wir in der Lage, jeden zu ersetzen.“ Spieler wie Maurice Butry, Thomas Dürdoth oder Julius Thiel liefen schon zu besseren Zeiten für Homberg auf. Vor der Saison stießen in Mike Balzen (Kreis) und Thomas Vook (Rechtsaußen) zwei weitere Routiniers hinzu. Verstärkungen für die kommende Saison gibt es aus nachvollziehbaren Gründen noch keine zu vermelden. „Wir führen viele Gespräche. Aber natürlich ist es schwierig, Verbandsliga-Spieler von einem Wechsel zu überzeugen, wenn nicht klar ist, ob wir künftig in der Verbandsliga oder weiter in der Regionsoberliga spielen“, erklärt Denter. Falls der Aufstieg gelänge und „nur einige der Kandidaten zu uns kommen“, sieht der einstige Regionalliga-Torhüter beste Chancen, in der Verbandsliga zu verbleiben.

Droht dem Deutschen Meister von 1958 das Aus? Einst gehörten Hamborns Handballer zu den Besten.
Droht dem Deutschen Meister von 1958 das Aus? Einst gehörten Hamborns Handballer zu den Besten.© Archiv

Ein anderer Traditionsverein funkt derweil SOS. Unter der Überschrift „Handball in Hamborn darf nicht sterben“, schildern die Handballer von Hamborn 07 in einer Mitteilung ihre Not. Die einst so erfolgreichen Löwen, immerhin Deutscher Meister 1958 im Feldhandball, sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. In der Regionsliga sind sie Drittletzter, haben in 20 Spielen 644 Tore kassiert. „Aktuell wissen wir nicht genau, wie es weitergeht, da uns schlichtweg die Spieler für die erste Mannschaft fehlen. Damit wir den Spielbetrieb für die nächste Saison aufrechterhalten können, brauchen wir Verstärkung auf allen Positionen“, teilten die 07er mit. Interessierte können dienstags und donnerstags ab 19 Uhr beim Training in der Sporthalle an der Hamborner Straße vorbeischauen.

kök