Das Unterzahlspiel ist eine der Schlüsselsituationen in einer starken Saison des EV Duisburg. Wie könnte es dann anders sein, dass sich die Füchse am Bodensee ausgerechnet mit einem Mann weniger ins Play-off-Viertelfinale der Eishockey-Oberliga schießen: Die Schwarz-Roten gewinnen bei den Lindau Islanders mit 4:2 (1:1, 1:0, 2:1) und entscheiden die Best-of-Five-Serie mit 3:1 für sich. Damit treffen die Füchse in der nächsten Runde nun entweder auf den Deggendorfer SC oder die Hannover Scorpions; die Serie startet am Freitag in Niederbayern oder Niedersachsen, am Sonntag steht das erste von zwei sicheren Heimspielen für den EVD an, da ab dieser Runde im Best-of-Seven-Modus gespielt wird.
„Ich muss ein Riesenlob an Marko Brlic aussprechen“, sagte Füchse-Trainer Frank Petrozza über seinen jungen Goalie. „Er wurde in diese Serie hineingeworfen und hat zwei unglaubliche Spiele gemacht. Das war eine spannende Serie.“ Danach grinste er und sagte: „Auf dem gesamten Weg nach Hause wird es eine Party geben.“
Wir sind die bessere Mannschaft.
Michél Ackers, Verteidiger der Füchse Duisburg
Das erste Drittel begann nicht gut für die Füchse: Ein Schuss von Eetu Elo mogelte sich irgendwie zur Lindauer Führung ins Netz (5.). Dennoch wurden die Gäste nicht nervös, machten ihr Ding. „Wir sind die bessere Mannschaft“, sagte Verteidiger Michél Ackers in der zweiten Pause. Nachdem Lindaus Valentin Busch und EVD-Abwehrspieler Noah Münzenberger aneinander geraten waren und danach jeweils für fünf Minuten Pause hatten, entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit Vorteilen für die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet. Dennoch schien es so zu sein, dass die Islanders mit einer Führung in die Pause gehen könnten. Da hatte jedoch Philippe Sanche Einwände: Er schnappte sich die Scheibe auf der linken Seite, zog in den Slot und traf zum Ausgleich – als noch 13 Sekunden vom Drittel übrig blieben. Kurz zuvor gab es einmal mehr eine Schrecksekunde für die Füchse, als Michél Ackers nach einem ungeahndeten Bandencheck in die Spielfeldumrandung einschlug und erst einmal liegen blieb.
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Als es dann weiterging, war der Verteidiger aber wieder auf dem Eis und konnte gleich den Führungstreffer bejubeln. Aus dem Lauf zog Sandis Zolmanis 25 Sekunden nach Wiederbeginn den Schuss zum 2:1 für den EVD genau in den Winkel. Danach häuften sich die Chancen wie schon zwei Tage zuvor in Duisburg. Auf der Gegenseite hatten die Gäste dann aber auch Glück, als ein Lindauer Schuss an den Innenpfosten knallte und der Puck parallel zur Torlinie aus der Gefahrenzone heraussprang. „Wir müssen konzentriert bleiben, dann ziehen wir dieses Spiel“, war sich Ackers nach 40 Spielminuten sicher.
Allerdings wurde daraus noch einmal ein hartes Stück Arbeit. Lindau kämpfte darum, die Serie am Leben zu halten und nutzte einen Konter erneut durch Eetu Elo zum 2:2-Ausleich (45.). Dann schien es gegen den EVD zu laufen. Denn in der 50. Minute traf Philippe Sanche zur vermeintlichen Führung, doch die Unparteiischen pfiffen zu früh ab, sodass der Treffer nicht zählte. Lindau schien weiter im Vorteil zu sein, als den Füchsen ein Wechselfehler unterlief. Doch in dieser Unterzahl schnappte sich Sandis Zolmanis die Scheibe, bewies abermals seine bemerkenswerte Übersicht, spielte im richtigen Moment auf den mitlaufenden Verteidiger Erek Virch, der den „Shorthander“ zur 3:2-Führung erzielte (55.). Doch die Geschichte schien sich zu wiederholen: Wie im ersten Auswärtsspiel am Bodensee kassierte der EVD eine Strafzeit wegen Spielverzögerung. Allerdings machten die Gäste nun alles klar. Carter Popoff traf aus der eigenen Hälfte ins nun leere Lindauer Tor (59.).
Die Statistik:
Tore: 1:0 (4:03) Elo (Kane), 1:1 (19:47) Sanche (Üffing, Popoff), 1:2 (20:25) Zolmanis (Kiedewicz, Kuschel), 2:2 (44:13) Elo (Kane, Grafenthin), 2:3 (54:06) Virch (Zolmanis/4-5), 2:4 (58:31) Popoff (Zolmanis/ENG, 4-5).
Strafen: Lindau 8 + 5 (Busch), Duisburg 8 + 5 (Münzenberger).
Zuschauer: 1250 (ausverkauft).



