Die Frage liegt nahe. Waren derart viele Torhüter verletzt, dass am Sonntag während des Heimspiels gegen die als Meister der Eishockey-Oberliga Nord feststehenden Hannover Scorpions ein 16-Jähriger als Backup auf der Bank platznehmen musste? Die klare Antwort: Nein! „Das war eine bewusste Entscheidung. Maxi Schulz hat nun schon seit einigen Wochen bei uns mittrainiert. Und wir wollten den Jungen für seine Arbeit einfach belohnen“, erklärt Geschäftsführer Tom Södler. Mit fast den gleichen Worten sprechen EVD-Nachwuchschef Daniel Galonska und Füchse-Co-Trainer Fabian Schwarze über den jungen Mann.
Maxi hat einfach die richtige Einstellung zum Sport.
Daniel Galonska, Nachwuchschef beim EV Duisburg
Wer den Vater von Maximilian, der von allen aber nur Maxi gerufen wird, auf Duisburg anspricht, bekommt eine Antwort, die mit leuchtenden Augen garniert ist. Denn die Familie Schulz kommt aus Essen. Der Goalie hat Eishockey und Skaterhockey für die Moskitos gespielt. „Aber Maxi wird sowohl beim EVD als auch bei den Ducks so unglaublich gut gefördert, dass wir uns in Duisburg richtig wohl fühlen“, berichtet Sascha Schulz, der selbst als Co-Trainer bei den Skaterhockey-Enten tätig ist.
„Maxi hat einfach die richtige Einstellung zum Sport“, sagt Ober-Jungfuchs Daniel Galonska. „Bereits in den Gesprächen vor der Saison hat sich gezeigt, dass er ein junger, vernünftiger Mann ist, der seinen Weg zielstrebig in den Herrenbereich gehen will. Daher geben wir ihm auch die Chance, im Rahmen der Kooperation am Training der Kölner Junghaie teilzunehmen.“ Dabei unterstreicht Galonska das Entscheidende: „Der Junge ist nicht auf den Kopf gefallen. Er ist die Art eines jungen Athleten, der begriffen hat, dass harte Arbeit wichtig ist.“
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Das sieht auch Fabian Schwarze so. Der Co-Trainer der Füchse, der selbst über zehn Jahre lang Verantwortung bei den Jungfüchsen getragen hat, war der Initiator dafür, Maxi Schulz schon in jungen Jahren ins Training der Oberliga-Füchse einzubinden. „Wir haben über eine Schulbefreiung erreicht, dass er einmal pro Woche bei uns mitmachen kann. Seine Arbeit auf und neben dem Eis erfüllt er zu 100 Prozent.“ Die richtige Einstellung zeichnet sich dabei nicht nur zwischen den Pfosten aus. „Er bringt Dankbarkeit für diese Chance mit. Er weiß ganz genau, dass das nicht selbstverständlich ist.“ Daher war der Einsatz als Backup-Goalie am Sonntag „auch eine Belohnung und ein Zeichen für alle unsere Nachwuchsspieler, dass man es mit der richtigen Einstellung in die Oberliga-Mannschaft schaffen kann“, wie Tom Södler ergänzt.
Fabian Schwarze wird dabei noch deutlicher: „Diese Herangehensweise bringen nicht alle Nachwuchsspieler mit. Das sollte einigen zu denken geben. Nur die nötigen Skills zu haben, reicht nicht. Man muss auch hart arbeiten wollen.“ Klar ist, dass die Füchse Maxi Schulz nun weiter fördern wollen. „Maxi muss dabei auch klar sein, dass wir von ihm mehr verlangen werden als von anderen. Aber ich denke, dass er das weiß“, sagt Schwarze. „Wir wollen ihn im System behalten. Er hat nun noch drei Jahre Zeit, bevor er auch vom Alter her auch ein Senior ist.“
Derweil steht dem EVD-Nachwuchs ein internationales Spiel bevor. Nachdem die Jungfüchse drei Nordamerika-Reisen (2017, 2019 und 2023) unternommen hatten, bekommen sie nun Besuch aus Kanada. Die U20 des EVD trifft am Donnerstag (19.45 Uhr) auf Express du Collège Saint Sacrement.



