Es war ein Abend der Triumphe. Auch einer voller Tränen und Schmerz. Die Bottroper Fight Night lieferte am späten Samstag beste Unterhaltung. Im achteckigen Ring (Oktagon) standen sich in 15 Duellen meist regionale Athleten gegenüber. Organisator Markus Adam wollte seinem Publikum einiges bieten - und er lieferte: „Es ist in gewisser Weise die Königsklasse des Kampfsports.“
Wie wahr. Ob im Stand oder am Boden: Die Intensität bei den Kämpfen im MMA-Stil war hoch. Häufig ging es über die volle Distanz von dreimal fünf Minuten. Es wurde geboxt und getreten, gehebelt und gewürgt. Anstrengung und Schmerzen waren selbst auf der gut gefüllten Tribüne der Dieter-Renz-Halle spürbar. Schmerz, Blut und Jubel lagen dicht beieinander.

Bottroper Fight Night: Viele abgeschleppt Autos
Mehr als 500 Zuschauer säumten die Ränge und die Plätze rund um den Ring. Die Stimmung? Ausgelassen. Die Bottroper um Oberbürgermeister Matthias Buschfeld feuerten die lokalen Kämpfer an, aber auch die Gäste wie der Combat Club Bonn hatten lautstarken Support mitgebracht. Zwischendurch gab es auf den Rängen auch selbst den einen oder anderen sportlichen Sprint: Draußen wurden fleißig Autos abgeschleppt, die unter anderem die Feuerwehrzufahrten rund um den Sportpark blockiert hatten.
Die Kämpfe selbst waren überwiegend spannend und auf gutem Niveau. Die Bottroper feierten zwar nur zwei Siege durch Ali Sönmez und Julian Vennemann, eine gute Show aber boten sie alle. Mehr Show als Kampf war dann auch das große Finale: Markus Adam, Organisator der Veranstaltung und Herz der Bottroper Kampfsportszene, trat gegen Gökhan Bicakci an, der über die Sozialen Medien eine Herausforderung ausgesprochen hatte. Adam mühte sich, den Kampf gegen den überforderten Gegner über drei Runden zu strecken, bevor er schließlich den Treffer setzte, der zum vorzeitigen Ende führte. Fast zwei Stunden länger als geplant ging die Veranstaltung insgesamt - doch der Großteil der Zuschauer blieb begeistert bis zum Ende.
Bottroper Fight Night: der Live-Ticker zum Nachlesen
Bottroper Fight Night: Wie wird gekämpft?
Im Mittelpunkt steht die Kampfsportdisziplin MMA. Das ist die Abkürzung für Mixed Martial Arts („Gemischte Kampfkünste“). Ein Vollkontakt-Kampfsportart, bei dem auch im Bodenkampf geschlagen und zum Teil getreten werden darf. Dies ist das Hauptunterscheidungsmerkmal zu anderen Vollkontaktsportarten. Die Kämpfer werden vielseitig ausgebildet und beherrschen Techniken aus verschiedensten Kampfkunststilen, wie Judo, Karate, Wrestling, Thai- und Kickboxen und Brazilian Jiu-Jitsu Gekämpft wird im achteckigen Ring (Oktagon).
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Wurde die ganzkörperbetonte Kampfweise zu Beginn noch eher als „gewaltvoll“ und „martialisch“ abgestempelt, erfreut sich MMA mittlerweile größerer Beliebtheit. „Die Gesellschaft hat verstanden, dass im Oktagon ganz normale Leute stehen“, sagt Adam, der in Bottrop und Gladbeck Kampfsportstudios betreibt und selbst auch in den Ring steigen wird.

Bottroper Fight Night: Beginn und Eintrittspreise
- Gekämpft wird in der Dieter-Renz-Halle an der Hans-Böckler-Straße 60
- Einlass ist um 17 Uhr. Der erste Kampf beginnt um 18 Uhr
- Karten können auf der Homepage erworben werden, derzeit kostet eine im Frührabatt 30 Euro
Zwischen den von Ringsprecher Christian Thimm anmoderierten Kämpfen wird es Showeinlagen geben. Unter anderem werden die „Little Ninja Kids“ eine Vorführung zeigen, und sogar ein Ritterkampf steht auf dem Programm. Das Ende wird gegen 22 Uhr angepeilt
Bottroper Fight Night: Parkplätze
Die Dieter-Renz-Halle befindet sich unmittelbar am Jahnstadion. Dort stehen Parkplätze zur Verfügung (Einfahrt über Parkstraße). Einige Parkplätze gibt es auch entlang der Hans-Böckler-Straße vor der Halle.
In Laufdistanz gibt es auch Parkplätze am Heinrich-Heine-Gymnasium (Gustav-Ohm-Straße), auf dem Gleiwitzer Platz und gegenüber auf dem City-Parkplatz an der Osterfelder Straße.
Bottroper Fight Night: Organisator kämpft selbst
Eine der größten Überraschungen: Organisator Markus Adam wird selbst in den Ring steigen. Der erfahrene Kampfsportler wurde von Gökhan Bicakci über die Sozialen Medien zum Duell herausgefordert. Dieser Aufforderung kam der 45-Jährige nach. „Ihr wolltet mich kämpfen sehen? Ihr werdet mich kämpfen sehen“, kündigte der Bottroper seinen Einsatz in einem Videoclip an.
„Ich kämpfe für den guten Zweck, und zwar für die Kinderkrebshilfe“, äußerte sich Adam. Und auch Bicakci rief zur Spendenaktion auf: „Ich nehme die Herausforderung an, da wir bis zum Kampf spenden sammeln und diese am 22. November veröffentlichen werden.“


