Zusammenfassung
- Wattenscheid 09 trifft Sonntag im Oberliga-Topspiel auf den ASC 09 Dortmund
- Die SGW rechnet mit mehr als 2000 Fans - dafür gibt es neue Ticket-Regeln und weitere Blocker auf der Westtribüne, um die Organisation besser zu machen als zuletzt gegen Rhynern
- Rein sportlich könnte die Aufgabe für Wattenscheid kaum schwerer sein - das Team braucht aber unbedingt einen Sieg.
Ihre Kreispokalfinal-Aufgaben haben der ASC 09 und die SG Wattenscheid am Donnerstag unterschiedlich bestritten: Während Wattenscheid eine Aufholjagd bei Concordia Wiemelhausen mit einem Sieg im Elfmeterschießen beendete, verlor der ASC das Dortmunder Finale gegen den FC Roj um den Ex-Wattenscheider Emre Yesilova. Nun warten aber die Endspiele, die beide noch viel ernster nehmen dürften: Am Sonntag (13 Uhr, Livestream auf waz.de) spielen Wattenscheid und der ASC am drittletzten Oberliga-Spieltag um eine Vorentscheidung im Aufstiegsrennen: Dritter gegen Zweiter, der ASC hat einen Punkt Vorsprung.
„Wir haben nur noch Endspiele, wenn man auf die Tabelle schaut. Für uns zählt nur ein Sieg, alles andere nutzt uns nichts“, stellt Wattenscheids Trainer Richard Weber klar, im Wissen, dass der Spielabbruch vor einer Woche die Ausgangslage verändert hat. „Was mit den Punkten aus dem Schermbeck-Spiel passiert, steht in den Sternen, das können wir aber auch nicht mehr beeinflussen. Wir können mit drei Siegen aufsteigen und so wollen wir am Sonntag auch auftreten und das allen Leuten zeigen.“
Drei Siege für den Aufstieg - das sind die Partien gegen den ASC, in Erkenschwick und gegen den SV Lippstadt. Drei Siege für den Aufstieg - das gilt aber auch für den ASC 09, für Tabellenführer Rhynern und je nach Ausgang des Duells zwischen ASC und Wattenscheid sogar für den SV Lippstadt. Das macht das Aufstiegsrennen der Oberliga Westfalen über die Verbandsgrenzen hinaus beachtenswert und zieht viele Fans an.
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So wie der Vorverkauf unter der Woche lief, plant die SGW mit mindestens 1500, eher wieder über 2000 Zuschauerinnen und Zuschauern, verrät Vorstand Stefan Beermann. Vor zwei Wochen gegen Rhynern waren es sogar mehr als 3000, da gab es allerdings auch keinen Profifußball parallel. Trotzdem haben die Wattenscheider sich organisatorische Veränderungen vorgenommen, nachdem die Sitzplatzbereiche ausverkauft und sogar überfüllt waren - zum ersten Mal seit dem Umbau.
Kinder zwischen zwei und 14 Jahren, die keinen Eintritt zahlen, aber einen Sitzplatz brauchen, bekommen nun ein kostenloses Kinderticket. Das Gleiche gilt für Schiedsrichter, die alle Spiele kostenlos besuchen können und dafür bislang auch nur ihren Ausweis vorzeigen mussten. Erneut macht die SGW auch den Gästeblock für wohl rund hundert Dortmunder auf.
Und auch auf der Heimseite werden zusätzliche Plätze freigemacht: Bislang blieb bei den Wattenscheider Heimspielen stets die halbe Haupttribüne gesperrt, das war gegen Rhynern aber ein Problem. Nun öffnet die SGW auch Block E im hinteren Teil der Tribüne, damit mehr Fans auf die Sitzplätze können.

Tabellen-Situation und Restprogramm
Wie der Spielabbruch der Partie Schermbeck gegen Wattenscheid gewertet wird, entscheidet das Sportgericht am kommenden Donnerstag - es ist aber mit Einsprüchen zu rechnen, egal wie es ausgeht. Für Schermbeck war der Böllerwurf aus dem Wattenscheider Fanblock ursächlich für den Abbruch, aus Wattenscheider Sicht hätte Schermbeck weiterspielen können.
Dieses Spiel ist noch nicht enthalten in der aktuellen Tabelle - so ist die Lage und das Restprogramm der Aufstiegskandidaten:
Westfalia Rhynern (33 Spiele, 73 Punkte): Ennepetal (A), Finnentrop/Bamenohl (H), Türkspor Dortmund (A)
ASC Dortmund (33 Spiele, 71 Punkte): Wattenscheid (A), Vreden (H), Ennepetal (H)
SG Wattenscheid (32 Spiele, 70 Punkte): ASC 09 (H), Erkenschwick (A), Lippstadt (H)
SV Lippstadt (33 Spiele, 68 Punkte): Clarholz (A), Preußen Münster II (H), Wattenscheid (A)
SG Wattenscheid 09: Fanszene zieht Konsequenzen nach Abbruch
„Schulterschluss“ lautet das Motto, das der Verein ausgerufen hat. Dazu passt der Aufruf der Fanszene „gemeinsam stärker zu sein als jeder Idiot, der sich nicht benehmen kann“. Nach dem Spiel in Schermbeck wurden laut einer Stellungnahme der Fanszene die beiden für den Pyro-Einsatz verantwortlichen Fans ausgeschlossen, die Gruppe „09 Bastards“ aufgelöst, dazu sollen Böller und ähnliche Feuerwerkskörper absolut tabu sein. Es ist zumindest ein erster Schritt zu auf Verein und viele Fans, die den Ultras in den vergangenen Monaten immer ablehnender gegenüber standen.
Am Ende hängt aber sowieso alles am Auftritt der Mannschaft. Personell hat Richard Weber voraussichtlich die volle Auswahl aus dem Kader, der nach einhelliger Meinung wohl der am besten besetzte der Oberliga ist. Mit Steve Tunga, Kevin Schacht und Robert Nnaji konnte Weber sogar den Kapitän und Mittelfeldmotor sowie die beiden besten Torschützen beim Pokalfinale schonen.
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Mit den „Grundtugenden“ wie Zweikampfstärke und Laufbereitschaft siegte Wattenscheid gegen den ASC im Hinspiel verdient 1:0, es war vor allem ein erkämpfter Erfolg. Auch Sonntag ist nicht mit einem Offensiv-Festival zu rechnen. Der Rasen im Lohrheidestadion ließ zuletzt wenig Kombinationsfußball zu, dazu kommt die Spielweise des ASC um die herausragenden Offensivspieler Maxi Podehl und Lars Warschewski. „Sie spielen abwartend, mit einem starken Abwehrpressing. Sie setzen auf ihre Standards und ihr Umschaltspiel“, sagt Weber. Das sei aber gar nicht negativ gemeint: „Das machen sie herausragend und sind damit die beste und torgefährlichste Rückrundenmannschaft.“
Wie Wattenscheid hat auch der ASC schon einen Trainerwechsel hinter sich: Seit dem überraschenden Abgang von Marco Stiepermann im Winter gab es nur noch eine Niederlage, dazu Siege über die Topteams Münster II und Lippstadt sowie ein Unentschieden gegen Rhynern. Die Aufgabe auf dem Weg in die Regionalliga könnte für Wattenscheid also schwieriger kaum sein - im besten Fall können die 2000 Fans im Rücken aber den Unterschied ausmachen.





