Die Tage bis zum Kampf sind gezählt, die Werbemaschine für den Heim-Boxkampf von Agit Kabayel läuft auf Hochtouren. Vor allem beim Sender DAZN - der Streaming-Anbieter überträgt den Kampf weltweit und exklusiv. Unter anderem während der Darts-WM wurde immer wieder für Kabayel geworben. Denn während die Tickets in der Oberhausener Arena alle schnell vergriffen waren, läuft ein anderes Geschäft jetzt erst an: Es geht darum, wie viele Menschen sich den Kampf im Fernsehen anschauen - und damit um bares Geld.
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Denn auch wenn Kabayels Vermarkter den Bochumer in die Reihe mit deutschen Boxhelden wie den Klitschkos stellen wollen, sind die Zeiten von Box-Übertragungen im Free-TV vorbei. Der Kampf von Agit Kabayel gegen Damian Knyba wird, wie bei internationalen Boxkämpfen üblich, nach dem Pay-per-view-Modell übertragen. Das heißt, man muss den Kampf zusätzlich zum bestehenden Abo buchen. Mit dem Preis sorgt DAZN aber für eine Überraschung: 9,99 Euro kostet es lediglich, die Übertragung zu buchen - vergleichsweise wenig.
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Agit Kabayel gegen Damian Knyba: Wer überträgt den Kampf im TV?
- Event: Kabayels Homecoming
- Kampf: Agit Kabayel gegen Damian Knyba
- Sender: DAZN
- Uhrzeit: 10. Januar, ca. 22 Uhr
- Preis: 9,99 Euro zusätzlich zum DAZN-Abo
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Sendestart am Samstag ist um 18.45 Uhr: Laura Wontorra begrüßt die Zuschauer mit Expertin Regina Halmich live aus der ausverkauften Rudolf-Weber-Arena. Den Hauptkampf (ab ca. 22 Uhr) und alle anderen Fights werden Kommentator Uli Hebel und die Experten Bernd Bönte und Andreas Selak begleiten.
Bereits um 16.05 Uhr beginnt die Übertragung der „Early Undercard“, unter anderem mit dem Bochumer Kevin Sazik im Auftaktkampf. Die ist auch kostenlos zu sehen, zum Beispiel auf dem DAZN-Youtube-Kanal.
Am Abend vor dem Kampf findet das Wiegen statt - das steigt um 18 Uhr auf dem Areal Böhler nahe der Düsseldorfer Messe und wird ebenfalls live von DAZN übertragen.
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Man wolle möglichst vielen Fans die Chance geben, „Teil dieses historischen Abends zu sein“, erklärt der Sender in einer Pressemitteilung: „Ein Preis, der die Tür zu einer neuen Ära des Boxens öffnet.“ Voraussetzung dafür ist allerdings noch ein DAZN-Abo, das auch mindestens 9,99 Euro kostet; mit Bundesliga-Übertragungen deutlich mehr.
Der Preis ist überraschend niedrig: Kabayels letzter Kampf kostete 25 Euro, der WM-Kampf von Oleksandr Usyk gegen Daniel Dubois im Sommer lag bei 20 Euro. In anderen Ländern, vor allem den USA, liegen die Beträge standardmäßig viel höher - in den USA etwa, wo das Pay-per-view-Modell längst etabliert sind, sind Preise zwischen 50 und 100 Dollar für große Kämpfe normal.
DAZN überträgt Kabayel: „Die Magie der großen Boxnächte“
In Deutschland dagegen ist es noch nicht verbreitet, für eine einzelne TV-Übertragung extra Geld zu bezahlen. So darf man die Preispolitik von DAZN auch als Investition in die Zukunft verstehen. Gemeinsam mit der Agentur Queensberry will der Sender den deutschen Boxmarkt erobern. Dazu muss man aber überhaupt erst einmal Leute dafür begeistern, für Boxen zu bezahlen.
Da die Einnahmen unter den Parteien aufgeteilt werden, geht es sowohl für DAZN als auch für die Boxer um bares Geld. Kurzfristig sorgt die Preispolitik für weniger Einnahmen, langfristig soll es sich auszahlen. Sollte Kabayel gewinnen, bekommt er voraussichtlich auch deutlich größere Gegner - dann dürften auch die Preise steigen. Mindestens zwei weitere Kämpfe sind geplant.
DAZN-Geschäftsführerin Alice Mascia sagte über Kabayel: „DAZN bringt die goldene Ära des Boxens nach Deutschland zurück. Mit Agit Kabayels Heimkehr lassen wir die Magie der großen Boxnächte und die Begeisterung einer ganzen Sportart wieder aufleben – genau dort, wo sie hingehört.“
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Deutsche Talente dürfen sich im Vorprogramm zeigen
Dazu passt die Gestaltung des Rahmenprogramms: Vor dem Hauptkampf Kabayel vs. Knyba finden wie üblich mehrere kleinere Kämpfe statt. In Kabayels Umfeld sollen deutsche Boxtalente die Chance bekommen, sich vor einem großen Publikum zu beweisen. Mit Simon Zachenhuber musste ein Top-Kämpfer auf der Undercard aber absagen.

Kabayels Lager will beweisen, dass Deutschland eine Boxnation ist - und damit auch Geld verdienen. Von daher wird die Zahl der TV-Buchungen maßgeblich über die nächsten Schritte mitentscheiden. Je mehr Fans bereits sind, für Kabayel zu zahlen, desto besser stehen seine Chancen auf den WM-Kampf, der ihm als Interimsweltmeister sportlich längst zusteht - das ist die harte Wahrheit des Boxgeschäfts. Dass die 13.000 Tickets in Oberhausen schnell weg waren, macht die Chancen auf einen Stadionkampf im Sommer zumindest nicht schlechter.
Um weiter Werbung zu machen war Kabayel in den vergangenen Wochen unter anderem bei DAZN-Übertragungen etwa bei der Champions League zu Gast. Der Streaming-Anbieter hat dazu auch eine zweiteilige Doku über den Weg des Boxers aus Wattenscheid an die Weltspitze veröffentlicht. Wie der Weg weitergeht, entscheidet sich auch bei den Livestream-Zuschauern - vor allem aber am 10. Januar in Oberhausen im Ring.








