Der Aufwand für die Tanzsport-Abteilung des VfL Bochum, unter anderem das Bundesliga-Turnier der Lateinformationen in der Rundsporthalle auszurichten, war enorm - doch er hat sich auf alle Fälle gelohnt. „Wir bedanken uns beim Deutschen Tanzsportverband, dass er uns die Möglichkeit gegeben hat, dieses Turnier auszurichten“, sagte die zweite Vorsitzende der VfL-Tanzsport-Abteilung, Katrin von Buttlar, bei ihrer Begrüßung. Gut 500 Zuschauer sahen tanzsportliche Höchstleistungen und einen überlegenen Sieger, der mit seiner Choreografie zu begeistern wusste.
In dieser Saison muss die Latein-Bundesliga ohne eine Formation aus Nordrhein-Westfalen auskommen, daher ist es durchaus ungewöhnlich, dass der Verband einen der fünf Liga-Wettbewerbe in diese Region vergibt. Dass Ex-Erstligist VfL Bochum ein glänzender Gastgeber ist, das unterstrich er mit einem perfekt in Szene gesetzten, festlichen Abend. Und keine Frage, dass der Club auch Teile seines eigenen sportlichen Schaffens präsentierte. Diese Rolle übernahmen die Jüngsten im VfL, die vor den Bundesliga-Assen aufs glatte Parkett durften, dort einen schwungvollen Tanz präsentierten - aufmerksam verfolgt von den ebenso aufgeregten Eltern, die alles mit der Handykamera festhielten. Vor der Finalrunde absolvierten dann noch Mikita Senin und Michele Mühlig, erfolgreiches Tanzpaar des VfL in der S-Klasse, drei Lateintänze.
Fotogalerie von der Bundesliga der Lateinformationen in Bochum
Kindergruppe des VfL Bochum darf sich auf dem Parkett mit einem Tanz präsentieren
Das Formations-Turnier begann gleich mit einem der Höhepunkte. Das Team von Blau-Weiß Buchholz, amtierender Vizemeister und Fünfter der zurückliegenden Weltmeisterschaften in Österreich, beeindruckte mit einer rasanten Chroreografie mit dem Titel „On the Floor“. Am Ende belegte das Team von Trainerin Franziska Becker einmal mehr Rang zwei. Besser schnitt nur der inzwischen schon 14-malige Weltmeister ab. Der Grün-Gold-Club Bremen präsentierte sein Programm „Freedom and Peace“ - in atemberaubender Geschwindigkeit wechselten sich von den acht Paaren dargestellte Bilder und die fünf Latein-Tanzstile ab. Trainerin Uta Albanese wird kaum etwas auszusetzen gehabt haben nach den zwei fulminanten Darbietungen des WM-Gewinners von 2024. Das Podium wurde am Samstagabend komplettiert von der TSG Bietigheim, die am 8. März das fünfte und letzte Turnier ausrichten wird.
„Wir haben hier ein super Finale getanzt - das hat auch mich selbst begeistert“, gab Buchholz-Trainerin Franziska Becker zu Protokoll. Die nicht unerwähnt lassen wollte, wie liebevoll der VfL Bochum das Turnier ausgerichtet hatte. „Es war wirklich richtig schön hier, der ganze Tag hat uns Spaß gemacht.“ Besonderer Clou nach der Siegerehrung, die von Bochums Bürgermeisterin Gaby Schäfer übernommen wurde: Alle Teams bekamen ein während des Wettkampfes erstelltes, gerahmtes Foto ihrer Auftritte.

Es wird zunehmend schwieriger, gerade die jüngeren Leute für unseren Formations-Tanzsport zu begeistern.
Uta Albanese,, Trainerin des Weltmeisters Grün-Gold-Club Bremen
Bremens Uta Albanese, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Roberto seit vielen Jahren die Hansestädter an der nationalen und internationalen Spitze hält, wies auf das „extrem hohe tänzerische Niveau, das wir Jahr zu Jahr zu präsentieren versuchen“ hin. Es werde aber zunehmend schwieriger, tanzsportlichen Nachwuchs für diesen so anspruchsvollen, trainingsintensiven Sport zu gewinnen. „Vor allem in den unteren Ligen ist das nicht einfach“, so die erfahrene Trainerin.
Das Engagement im Weltmeister-Ensemble ist indes weiterhin hoch - „jeder hat irgendwie das Ziel, einmal in dieser Mannschaft dabei zu sein. Wenn man mit dem Tanzen anfängt, scheint das irgendwie so unerreichbar“, sagt Bremens 20-jährige Jolina Quast. Und ihre Teamkollegin Lisa-Marie Brückner, die seit vier Jahren für den Serien-Weltmeister tanzt, erklärt: „Wir wollen jedes Turnier gewinnen, wollen immer das Limit aus der Choreographie holen - gerade jetzt, wo wir bald schon wieder etwas Neues einstudieren werden.“ Das aktuelle Programm, das mit seinem Motto (“Freedom and Peace“) zudem sehr zeitgemäß daherkommt, habe die Bremer Aktiven vom ersten Tag an begeistert. „Als uns das vorgestellt wurde, waren wir gleich alle Feuer und Flamme.“
Am Sonntag veranstaltete der VfL Bochum an gleicher Stelle noch zwei weitere, unterklassige Lateinturniere für Formationen. In der Landesliga West setzte sich das B-Team aus Herford durch, in der Regionalliga West das Dance-Sport-Team Cologne.



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