Zusammenfassung
- Schalkes Trainer Miron Muslic hat sich erstmals nach dem Saisonende geäußert.
- Er betont die Bedeutung von Zusammenhalt, emotionaler Kontrolle und der „Schalke-DNA“ für die kommende Bundesligasaison.
- Lothar Matthäus lobte Muslics Arbeit.
Das größte Lob bekam Miron Muslic vom deutschen Rekordnationalspieler. „Was Vincent Kompany für Bayern München gemacht hat, hat er auf Schalke gemacht“, sagte Lothar Matthäus über den Trainer des Bundesliga-Rückkehrers FC Schalke 04. „Er hat die Mannschaft vereint, den Verein zusammengebracht. Ganz großes Lob“, fügte Matthäus hinzu. Er saß neben Muslic bei einer Talkshow des österreichischen TV-Senders Servus TV, der zum Red-Bull-Imperium gehört.
Schalke-Trainer Muslic: Urlaub in Österreich und Bihac
Es war das erste Mal, dass Schalkes Trainer seit dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Gelsenkirchen am 18. Mai in der Öffentlichkeit auftauchte. Dreieinhalb Wochen lang postete Muslic allenfalls ein paar Bilder in den sozialen Netzwerken, ob von einem Familienbesuch im bosnischen Bihac, der Geburtstagsfeier seines jüngsten Sohnes oder von seiner Wahlheimat im Salzkammergut in Österreich. Eine lange Fernreise mit der Familie ist nicht drin, auch in Österreich beginnen die Sommerferien erst im Juli.
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Die letzten Zweifel daran, ob der durch den Aufstieg mit Schalke begehrte Muslic auch in der Bundesliga bleibt, sind bei den Königsblauen inzwischen verschwunden. Die Ausstiegsklausel in Muslics Vertrag ist in diesem Sommer bereits abgelaufen (Bild berichtete zuerst), fast alle offenen Trainerpositionen der Klubs, die eine hohe Summe zahlen könnten, sind ohnehin besetzt. Eine Überraschung muss Schalke deshalb nicht mehr befürchten. Zudem bekannte sich der 43-Jährige zum wiederholten Mal zu den Königsblauen.
Was Vincent Kompany für Bayern München gemacht hat, hat Miron Muslic auf Schalke gemacht.
Lothar Matthäus, Rekordnationalspieler
Ein Beispiel? „Ich fühle mich sehr erfüllt“, sagte Muslic. „Um Schalke trainieren zu können, muss man die Menschen verstehen, die Stadt, die Historie. Man muss verstehen, wie tough dieser Ort ist. Ich habe viele Verbindungspunkte und Parallelen zu den Menschen aus Gelsenkirchen. Wir haben als Familie viele Widrigkeiten gehabt in unserem Leben, aber wir haben immer einen Weg gefunden, wie wir das Beste daraus machen.“ Während des Bosnienkrieges floh Muslic mit seiner Familie nach Österreich, da war er ein Jugendlicher.

Und nun ist er Bundesligatrainer, nachdem ihm ein Jahr lang auf Schalke alles gelungen ist. Ihm ist bewusst, dass der Druck jetzt ganz anders ist, dass auch mal Niederlagenserien drohen. Seine schlimmste Durststrecke auf Schalke waren bisher fünf Spiele in Folge ohne Sieg (drei Unentschieden, zwei Niederlagen), eine Mini-Mini-Negativserie, keine Krise. „Kredit haben wir alle als Mannschaft, als Kollektiv. Aber dieser ist schnell verpufft, wenn es nicht so läuft. Auf diesem Niveau ist Performance angesagt. Da interessiert keinen, was letzte Woche oder vor drei Wochen war“, erklärte Muslic, fügte aber hinzu: „Ich habe keine Angst davor, genauso nicht wie davor, Schalke vor einem Jahr nach der historisch schlechtesten Saison der Vereinsgeschichte zu übernehmen.“ Seine Bundesliga-Herangehensweise: „Wir wollen uns in der Bundesliga etablieren, das wird eine XXL-Herausforderung. Wir wollen uns ihr mutig stellen, die Schalke-DNA auf den Platz bringen: aggressiv, intensiv, mutig. Und das unabhängig davon, ob wir zu Hause oder auswärts spielen.“
Schalke als Gigant
Um das zu schaffen, sei vor allem emotionale Kontrolle notwendig. So wie während der kompletten Zweitliga-Saison. Druck auszuhalten, das gehöre auf Schalke dazu: „Schalke ist ein Gigant. Es ist nicht emotional, sondern hochemotional. Der Stellenwert des Vereins im Leben der Menschen ist unfassbar. Wir haben teilweise 2000, 3000 Menschen beim Training, bis zu 20.000 Auswärtsfans, über 200.000 Mitglieder.“

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Muslic ist in der kommenden Saison einer von drei österreichischen Trainern in der Bundesliga. Christian Ilzer führte die TSG Hoffenheim in den Europapokal, Adi Hütter kehrt nach Frankfurt zurück. Muslic kennt Hütter sehr gut. Oft tauschten sie sich über Fußball aus, als Muslic den belgischen Erstligisten Cercle Brügge trainierte und Hütter parallel die AS Monaco, der die Mehrheit von Cercle gehört. Doch bevor er sich auf Bayern München und das Derby gegen Borussia Dortmund oder das Wiedersehen mit Hütter freut, will er noch ein paar Wochen vom Fußball abschalten. Ein bisschen Familienalltag in den Bergen, bevor der große Stress wieder beginnt.
Lothar Matthäus freut sich auf ein schnelles Wiedersehen mit Miron Muslic: „Ich habe mich gefreut, dass Schalke zurück ist in der Bundesliga. Ich arbeite ja für Sky, wir haben das Topspiel am Samstagabend, da bin ich immer gern auf Schalke gewesen. Zuletzt leider drei Jahre nicht …“









