Brisanz verspricht die Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 am 18. Juli (ab 11.04 Uhr) – und das nicht nur, weil Aufsichtsrats-Chef Axel Hefer zur Wiederwahl steht. Wie diese Redaktion weiß, haben sich Ex-Klubchef Clemens Tönnies und Jahrhunderttrainer Huub Stevens entschieden, den Vorschlag des Ehrenpräsidiums anzunehmen und für eine Berufung in dieses Gremium zu kandidieren. Öffentlich geäußert haben sich Tönnies und Stevens noch nicht. Bild berichtete zuerst.
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Der aktuelle Aufsichtsrat hatte sich zuletzt gleich zweimal von Tönnies distanziert. Erstens: Er legte in der offiziellen Einladung zur Versammlung Wert darauf, dass er nur Peter Lange für die Wahl ins Ehrenpräsidium vorgeschlagen habe, nicht aber Stevens und Tönnies. Zweitens: Vier Mitglieder des Aufsichtsrats stellten einen Antrag, den der ganze Aufsichtsrat zur Abstimmung zuließ. Die Satzung solle ergänzt werden, heißt es im Antrag. Inhalt: Das Ehrenpräsidium nehme „eine ehrenvolle Funktion von vorwiegend ideellem Charakter“ wahr. Es solle sich nicht öffentlich zu operativen Themen oder internen Vereinsangelegenheiten äußern.
Tönnies reagiert auf Antrag des Schalke-Aufsichtsrats
Für Tönnies und Stevens hieße das, dass sie sich nicht mehr in Interviews über die Gegenwart des FC Schalke 04 äußern dürften, sollte die Mitgliederversammlung diesem Antrag zustimmen. Stevens beispielsweise hatte kürzlich in einem Sport1-Interview angemahnt, der Klub müsse sich für die Bundesliga noch verstärken. Das wäre künftig nicht mehr möglich. Dieser Antrag ist so etwas wie eine „Lex Tönnies“, da der Aufsichtsrat in den vergangenen Jahren offenbar keine Veranlassung hatte, darüber nachzudenken, sondern erst im Jahr der möglichen Tönnies-Kandidatur. Tönnies äußerte sich gegenüber Bild: „Ich bin immer für den gemeinsamen Erfolg und verstehe dieses Vorgehen nicht.“
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Tönnies ist in Teilen der Schalker Fanszene sehr umstritten, vor allem aber bei den Ultras Gelsenkirchen. Die Ultras und andere Fangruppen hatten mit Plakaten am Rande des Heimspiels gegen Dresden (2:2) gegen Tönnies demonstriert, ihn teilweise wüst beleidigt. Sponsoren, ehemalige Aufsichtsräte und Ex-Trainer – auch Stevens – forderten anschließend Konsequenzen. Tönnies selbst sagte dieser Zeitung über die Ultras, sie seien „eine kleine und laute Gruppe in diesem großartigen Verein“.
Angespanntes Verhältnis zu Schalkes Aufsichtsrats-Chef
Hefer und Tönnies haben ebenfalls ein angespanntes Verhältnis, da sie mit ihrer jeweiligen Vereinsführung nicht viel anfangen können. In einem Podcast im Dezember 2025 zeigte sich Tönnies überzeugt davon, „dass ich glaube, dass ich bei den allermeisten Mitgliedern in sehr, sehr guter Erinnerung bin“. Der Grund: „Weil ich für die allerbeste Zeit stehe, die Schalke jemals hatte. Das wissen die.“ Am 18. Juli wird Tönnies nun wohl zum ersten Mal seit sieben Jahren eine Mitgliederversammlung besuchen.







