„Nie meeeeeeeehr zweite Ligaaaaaaaa“ – der FC Schalke 04 kehrt in die Fußball-Bundesliga zurück! Wir schildern im Party-Protokoll, was nach dem 1:0 (1:0)-Erfolg über Fortuna Düsseldorf passierte.

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22.24 Uhr: Kenan Karaman läuft allein auf das Düsseldorfer Tor zu, schießt und … gehalten! Noch drei, zwei, eins: ABPFIFF! ABPFIFF! AUS! Schalke ist aufgestiegen, unvorstellbare Emotionen in der Arena: Alle Spieler rennen auf den Platz, springen aufeinander, Fans in der Nordkurve zünden Pyrotechnik, Trainer Miron Muslic erlebt einen Moment der Stille und betet.
22.26 Uhr: Ein Blick auf die Ränge: Der befürchtete Platzsturm bleibt aus, die Schalker Fans bleiben diszipliniert. Die Mannschaft sprintet Richtung Nordkurve, 55.000 Königsblaue brüllen: „NIE MEHR ZWEITE LIGAAA!“
22.29 Uhr: Kein Schalker geht nach Hause, „Oh wie ist das schön“ schallt durch die Arena.
Schalke-Profis stürmen das Medienzentrum
22.31 Uhr: Wie nach jedem Sieg in dieser Saison nehmen die Schalker vom Mittelkreis Anlauf, laufen Richtung Nordkurve – es ist diesmal kein Drei-Punkte-, sondern sogar ein Aufstiegssprint! La Ola mit der Kurve – ein Ritual, das von dieser Saison bleiben wird.
22.33 Uhr: Inzwischen sind die Familien der Aufstiegshelden auf dem Rasen, während ein ganzes Stadion springt. „Wer nicht hüpft, der ist Borusse!“ Da freuen sich wohl Zehntausende auf die Rückkehr des Revierderbys...
22.40 Uhr: „Schalke ist die Macht“ wird angestimmt, die Familien der Spieler und Profis treten zum Gruppenfoto vor der Nordkurve an. Die ersten Interviews werden geführt. Timo Becker kündigt an, Torjäger-Idol Edin Dzeko abzufüllen, damit der seinen Vertrag verlängert: „Er wird sehr viel Bier trinken, vielleicht ein paar Sliwowitz. Dann bekommen wir das hin.“

22.48 Uhr: Erst emotional, jetzt sentimental. Der Aufstiegskapitän tritt vor die Stadionkamera, erscheint groß auf dem Videowürfel. Alle Schalker feiern ihn mit „Kenan Karaman“-Sprechchören und dem 32-Jährigen verschlägt es die Sprache. Er weint, ihm fallen viele, viele zentnerschwere Steine vom Herzen. Er allein trug in den beiden verkorksten Existenzangst-Jahren über 200.000 Mitglieder auf seinem Rücken. Nun ruft er: „Ihr seid die Geilsten! Wir haben zwei Scheißjahre hinter uns. Wir haben daran geglaubt. Nie mehr Zweite Liga!“
23.03 Uhr: Das Stadionmikrofon geht an Trainer Miron Muslic, der von den Schalke-Fans gefeiert wird. „Vor der Nordkurve stehen die Jungs, die jeden Tag alles für das Wappen gegeben haben, alles aufgeopfert haben, damit wir diesen Moment gemeinsam haben“, sagt der Trainer. Plötzlich springt das Bild auf dem Videowürfel um: „Muslic 2028“ ist dort zu sehen. Der Vertrag des Trainers hat sich durch den Aufstieg automatisch verlängert.
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23.15 Uhr: „The Florians“ singen „Königsblauer S04“ live auf dem Rasen, Sänger Arnd klatscht mit Torwart Loris Karius ab, beide tragen eine ähnliche Frisur … Nach einer Ehrenrunde ziehen sich die Spieler in die Kabine zurück. Sofort läuft „Freed from desire“, „Na na na na na naaa naaa na naa naa“ schallt durch den Bauch der Arena. Sukzessive schalten sich die Spieler aus der Kabine via Instagram live, beispielsweise Moussa Sylla … Die Mannschaft ist jetzt unter sich, die Familien ziehen in den Logenbereich der Arena weiter.
23.32 Uhr: Matthias Tillmann, der Vorstandsvorsitzende, kommt aus der Kabine Richtung Mixed Zone. In der Hand: eine Dose Veltins-Bier. Parallel wird für die Kabine kistenweise Bier nachgelegt. Vier Kisten werden Richtung Kabine geschoben. Tillmann spricht über die schwierige Phase im März 2024, über Gespräche mit Kenan Karaman.
23.42 Uhr: Inzwischen hat auch der Aufstiegsarchitekt, Sportvorstand Frank Baumann, das königsblaue T-Shirt mit der Aufschrift „Rauf geht’s Schalke“ angezogen, er wirkt aber so sachlich wie in jedem Gespräch während der Saison. „In der Zweiten gibt es die Gefahr, dass man gegen den Abstieg spielt, wenn es mal nicht so läuft, so wie Schalke zuletzt“, sagt Baumann. „Wenn man die eine oder andere richtige Entscheidung trifft, kann man aufsteigen.“ Aus der Kabine wummern Techno-Beats. Trainer Muslic geht zur Pressekonferenz.
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23.44 Uhr: Das Baumann-Gespräch endet abrupt. Die komplette Schalke-Mannschaft sprintet aus der Kabine Richtung Medienzentrum in der Arena, erobert das Podium und macht Muslic im wahrsten Sinne des Wortes pitschepatschnass. „Training morgen“, sagt Muslic und lacht. Erst Timo Becker und dann die gesamte Mannschaft nimmt Muslic aufs Korn, singt dessen Lieblingsbegriffe „principals“ und „structure“, also Prinzipien und Struktur.
Training morgen!
Miron Muslic, Schalke-Trainer, schmunzelnd
23.52 Uhr: Die Spieler haben das Medienzentrum verlassen, sind zurück in der Kabine. Muslic wird noch einmal nachdenklich. „Schalke ist ein Gigant. Und das bedeutet uns sehr, sehr viel. Es bedeutet uns alles“, sagt er, bevor die Pressekonferenz endet, der letzte offizielle Akt am Aufstiegsabend.
Cevapcici als Mitternachts-Snack bei der Schalke-Party
0 Uhr: Gegen Mitternacht endet die Kabinenparty. Die Spieler ziehen sich aber nicht um. Im Spieltrikot schnappen sie sich ihr bevorzugtes Kaltgetränk und begeben sich zu ihren Familien auf der Logenebene. Die ist immer noch voll, auf den Gängen tanzen alle Schalker. Der „Blaue Salon“, ein VIP-Raum oberhalb der Nordkurve, wurde zu einer Disco umfunktioniert. Die Familien befinden sich abgetrennt im „Unkel“ direkt gegenüber.
0.25 Uhr: Schalke-Legende Klaas-Jan Huntelaar trägt ein königsblaues Aufstiegs-T-Shirt und schaut bei der Party vorbei. Auch etliche Aufsichtsratsmitglieder sind zu sehen, Aufsichtsrats-Chef Axel Hefer gratuliert. Sportvorstand Baumann sitzt mit seiner Familie draußen auf einem Sitzplatz und schaut Richtung Rasen.
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0.45 Uhr: Es wird noch einmal warmes Essen nachgelegt, weit nach Mitternacht. Es gibt Cevapcici, das bosnische Nationalgericht, dazu Krautsalat und Fladenbrot. Außerdem auf der Speisekarte: Currywurst. Und für den süßen Geschmack ein Weingummi-Büfett. Immer wieder wechseln die Profis zwischen „Unkel“ und „Blauer Salon“ hin und her.
1 Uhr: Der Aufstiegstrainer ist einer der ersten, die gehen. Miron Muslic schnappt sich seine Familie und verabschiedet sich.

1.15 Uhr: Edin Dzeko trägt inzwischen einen Fischerhut, hat sich mit Nikola Katic und den Familien eine freie Loge auf der Haupttribünen-Seite gesucht. Arm in Arm schmettern sie bosnische Lieder. Via Instagram lässt Dzeko seine Fans an seiner zweiten großen Party in fünf Wochen teilhaben. Schon die WM-Qualifikation mit Bosnien war zu einer Riesensause geworden.
Nach 2 Uhr: Die Logen in der Arena sind inzwischen leer, im „Blauen Salon“ wird noch weitergetanzt: Bier, Techno, Currywurst, nie mehr zweite Liga, alles im Trikot. Nacheinander verlassen die Aufstiegshelden die Veltins-Arena.
Die Party endet erst, als die Sonne schon wieder aufgeht.










