90 statt wie zuerst geplant 50 Millionen Euro hat die Unternehmensanleihe 2025/2030 dem FC Schalke 04 gebracht. Die beiden Anleihen 2021/2026 und 2022/2027 in Höhe von 50 Millionen Euro können die Königsblauen „vollständig zurückführen“, wie es in einer Mitteilung heißt. Nun haben die Schalker, wie Ende 2025 angekündigt, zwei vom Land Nordrhein-Westfalen verbürgte Darlehen vorzeitig abgelöst. Und das mit Teilen der verbliebenen 40 Anleihe-Millionen.

Rühl-Hamers gibt Einblick in die Lage um die Schalke-Darlehen

Dabei nannte der Klub erstmals Details. Beim ersten Darlehen handelt es sich demnach um den „Berger-Feld-Kredit“. Im Juli 2018 hatte Schalke einen vom Land NRW abgesicherten Konsortialkredit über 56 Millionen Euro für das „Zukunftsprojekt Berger Feld“ abgeschlossen. Fünf Banken seien daran beteiligt gewesen. Durch die Corona-Pandemie und den sich abzeichnenden Abstieg gab es im April 2021 einen Baustopp. Der Kreditbetrag wurde nach Klubangaben auf 13,5 Millionen Euro reduziert, die zum Jahresende 2025 getilgte Restschuld betrug 10,5 Millionen Euro.

Was die Bauphase Berger Feld II für Schalke bedeutete

Das Bauprojekt Berger Feld mit Gesamt-Investitionen in Höhe von 95 Millionen Euro war in zwei Bauphasen eingeteilt. Die erste Bauphase wurde abgeschlossen und umfasste neue Trainingsplätze, das neue Profileistungszentrum und ein Parkhaus. Die Bauphase II sollte den Neubau eines „Tor auf Schalke“ genannten Fan- und Besucherzentrums mit einem größeren Fan-Shop, dem Museum und Erlebnisgastronomie sowie Trainings- und Nebengebäude mit neuer Geschäftsstelle, einem Profi- und Knappenschmiedezentrum sowie das „neue“ Parkstadion und weitere Parkhäuser umfassen. Der damalige Klubchef Clemens Tönnies sagte: „Mit dieser Entscheidung machen wir den Weg frei für die nächsten 15 oder 20 Jahre, dass wir Schalke noch weiter in der Spitze des europäischen Fußballs etablieren.“

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Doch aus der zweiten Bauphase wurden vor dem Baustopp nur wenige Projekte umgesetzt. Deshalb gibt es hinter den Trainingsplätzen der Schalke-Profis beispielsweise immer noch Grashügel. Das „Tor auf Schalke“ sollte im Bereich zwischen dem Arena-Haupteingang und dem Parkplatz der Profis entstehen.

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Beim zweiten Darlehen handelt es sich um das Corona-Darlehen aus dem Jahr 2020, mit vier Banken hatte Schalke einen Multibank-Rahmenkredit über 35 Millionen Euro abgeschlossen. Auch dieser war vom Land NRW abgesichert. Der zum Jahresende 2025 zurückgezahlte Restbetrag betrug nach Schalke-Angaben etwa 14,9 Millionen Euro.

Schalke-Vorständin Rühl-Hamers: „Wollten Bürgschaft nicht länger als nötig in Anspruch nehmen“

„Für uns stand fest, dass wir die Kredite so schnell wie möglich zurückzahlen wollen, um die Bürgschaft nicht länger als nötig in Anspruch zu nehmen“, sagte Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers. „Das haben wir im Rahmen der neuen Unternehmensanleihe nun entsprechend umgesetzt.“ Geld vom Land NRW sei nicht an Schalke geflossen, im Gegenteil: Der Verein habe Bürgschaftsgebühren bezahlt.

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Was mit den verbleibenden rund 14 Millionen Euro aus der Anleihe passiert, ist noch offen. Zinsen muss der Klub weiterhin zahlen – 6,5 Prozent jährlich für die Zeichner der Anleihe 2025/2030. Durch die Anleihe hat Schalke keine Schulden abgebaut, sie ist eine Umschuldung. Rühl-Hamers resümiert aber: „Die Umfinanzierung verschafft uns deutlich mehr Planungssicherheit und Handlungsspielraum. Unser Kurs bleibt klar: Wir wollen bestehende Verbindlichkeiten Schritt für Schritt abbauen und damit die Grundlage für nachhaltigen sportlichen und finanziellen Erfolg legen. Die erfolgreiche Platzierung unserer Anleihe hat uns auf diesem Weg einen großen Schritt vorangebracht.“