Die Leistung der Mannschaft von Schalke 04 am Freitagabend gegen den SC Paderborn war eine Frechheit – dieser These stimmt Torwart Justin Heekeren zu. „Das trifft es ganz gut“, sagte der 24-Jährige nach der 0:2-Blamage gegen die Ostwestfalen. „Wir waren ohne Kampfgeist, ohne Wille. Nach dem 0:2 haben wir aufgegeben – das geht nicht“, so der Keeper. „Es ist keine Enttäuschung, sondern pure Wut, die in mir ist.“

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Was Heekeren besonders ärgert? Dass die Fans mal wieder enttäuscht worden sind – obwohl sie das Team mit lautem Support und einer eindrucksvollen Choreografie doch eigentlich motivieren sollten. Die Pfiffe und Beleidigungen der Anhänger nach Spielende könne Heekeren „komplett verstehen“, wie er sagte. „Du spielst hier vor 60.000, die jede verdammte Woche hier hinkommen – und wir sind in allen Belangen unterlegen“, ergänzte der Torwart bei Sky.

Schalke: Selbstkritik ist Justin Heekeren fremd

Dass Schalke zwei Spieltage vor Saisonende in der 2. Bundesliga noch immer Zweifel am Klassenerhalt haben muss, sorgte beim Torwart für zusätzliche Wut. „Es ist ein verdammter Punkt, der uns zum Klassenerhalt fehlt“, rechnete Heekeren vor, bevor er seine Teamkollegen ungewohnt deutlich anzählte. „Ich weiß nicht, wo manche von uns sind. Ob sie im Urlaub sind, ob sie denken, die Saison ist zu Ende? Wir müssen uns zusammenreißen. Es ist wirklich nicht zu erklären.“ Rums!

Mit einigen Paraden verhinderte der Vertreter von Stammkeeper Loris Karius (31, Wadenverletzung) zwar eine noch höhere Niederlage und war in einer schwachen Mannschaft noch bester S04-Profi. „Ich versuche, hinten herumzuschreien, zu coachen, Bälle zu halten und die Mannschaft irgendwie im Spiel zu halten. Mehr kann ich nicht machen. Der Rest ist nicht mein Aufgabenbereich“, sagte er, um später erneut leise gegen die Kollegen zu sticheln: „Ich kann leider nicht von hinten durchdribbeln und selbst nach vorn spielen.“

firo :  02.05.2025,
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FC Schalke 04 - SC Paderborn 07
Bedient: Schalkes Torwart Justin Heekeren während der 0:2-Niederlage gegen Paderborn. © Jan Fromme/ firo Sportphoto | Jan Fromme

Zur Wahrheit gehört allerdings: Beim 0:1 durch Paderborns Kapitän Raphael Obermair sah der Torwart schlecht aus. Der eher unplatzierte Schuss klatschte von Heekerens Handschuhe ins Tor. Selbstkritik? Fehlanzeige. „Ich halte den Ball davor, dann mache ich die Flanke weg“, sagte der S04-Keeper. „Er kommt frei zum Schuss, ich versuche noch in Position zu kommen. Der Schuss kommt hart, ich sehe ihn spät: Was soll ich machen? Ich habe doch davor noch gehalten. Ich kann nicht alles machen.“

Schalke: Justin Heekeren fordert eine Reaktion

Mit Blick auf das schwere Auswärtsspiel bei Aufstiegsaspirant Fortuna Düsseldorf am kommenden Samstag (13 Uhr/Sky) fordert Justin Heekeren: „Wir müssen uns zusammenreißen und jetzt alle die Köpfe zusammenstecken.“ Auch, um den treuen Fans etwas zurückzugeben und die Saison ohne den Super-Gau eines Abstiegskampf-Endspiels am letzten Spieltag gegen Elversberg zu beenden.

Was für einen Ruck in der Kabine sorgen könnte? Der Trainerwechsel (Jakob Fimpel übernimmt interimistisch für Kees van Wonderen bis Saisonende) soll einen neuen Impuls setzen und die Mannschaft wachrütteln. Kurz nach dem Paderborn-Spiel hatte Torwart Heekeren auch noch etwas Anderes im Sinn: „Ich weiß nicht, ob in der Kabine mal komplett jemand ausrasten muss, damit das in die Köpfe kommt. Wir brauchen einen Punkt“, sagte er.

Zumindest Sportdirektor Youri Mulder hat am Samstagmorgen nach dem Trainerwechsel mit den Profis in der Kabine Klartext gesprochen - ähnlich, wie es sich Heekeren vorgestellt hat. Ob es hilft? Offen.