Was wurde eigentlich aus ihnen? Den einstigen Hoffnungsträgern, den Königstransfers, die gefeiert wurden, den Talenten mit großen Versprechen – und denen, die enttäuscht oder unzufrieden gingen. Ein Rückblick auf die prominenten Abgänge von Borussia Dortmund – und die spannenden Wege, die sie seitdem eingeschlagen haben.

Willkommen zu: „Was macht eigentlich…?“

Darüber sprechen wir auch in einer neuen Folge von „Echte Tiefe - den BVB verstehen“. Schaut bei YouTube vorbei, oder überall da, wo es Podcasts gibt.

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Vergessene BVB-Abgänge: Was macht eigentlich...?
Echte Tiefe – den BVB verstehen
 

Jamie Gittens: Der 21-Jährige war Lars Rickens Goldjunge des vergangenen Sommers. Der Sport-Geschäftsführer holte ihn einst für eine Ausbildungsentschädigung von 90.000 Euro von Manchester City in die BVB-Jugend. Nach seinem Durchbruch wechselte er für bis zu 65 Millionen Euro zurück auf die Insel zum FC Chelsea. Doch nachdem er in der Rückrunde 24/25 unter Niko Kovac schon nur noch eine untergeordnete Rolle gespielt hat, hat sich die Rückkehr bislang nicht ausgezahlt.

Jamie Gittens fehlt erneut verletzt, hat aber in England einen Vertrag bis 2032 unterschrieben.
Jamie Gittens fehlt erneut verletzt, hat aber in England einen Vertrag bis 2032 unterschrieben.© Getty Images | Jack Thomas

Statt zum neuen England-Star der Premier League zu werden, ist Gittens praktisch dauerverletzt. Der englische U21-Nationalspieler stand wettbewerbsübergreifend erst zwölf Mal in der Startelf. Seit Februar ist er aufgrund einer Oberschenkelverletzung raus. Als er sich zurückmeldete, verletzte er sich gleich wieder. „Das ist wirklich schade für ihn. Ich glaube, es ist schon das dritte Mal, dass ihm das passiert“, sagte Trainer Liam Rosenior. Seine schmerzhafte Gesamtbilanz: 27 Einsätze, nur 1102 Minuten (1 Tore, 5 Vorlagen).

Ex-BVB-Stars Groß und Malen spielen stark

Pascal Groß: Der 34-Jährige kehrte im Januar zu Ex-Klub Brighton & Hove Albion für bis zu drei Millionen Euro zurück. In der Rückrunde vor einem Jahr war Groß eine der Schlüsselfiguren für die Champions-League-Qualifikation unter Kovac, doch verlor über den Sommer seinen Platz im Mittelfeld.

Für den BVB zu spielen war sein „Lebenstraum“, doch in der Winterpause trat er an den Verein heran, nach England zurückzukehren. „Das alles mal kennenzulernen und 18 Monate Teil davon zu sein, hat mich schon stolz gemacht. Da würde ich auch nichts missen wollen. Deswegen sehe ich sehr positiv auf die Zeit zurück“, sagte Groß bei Sky.

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    In Brighton läuft es für Groß. In der Premier League ist er absoluter Leistungsleader. Seit seiner Rückkehr machte er jedes Spiel, stand nach seinem 19-Minuten-Debüt gegen Burnley in fast jeder Partie über 90 Minuten, zuletzt sogar als Kapitän, auf dem Feld (17 Spiele, 1 Tor, 3 Vorlagen). Seine Leistungen machten sogar Bundestrainer Julian Nagelsmann wieder auf ihn aufmerksam, der ihn zu den Länderspielen im März gegen die Schweiz (4:3) und Ghana (2:1) eingeladen hat.

    Giovanni Reyna: Für den US-Amerikaner sollte im vergangenen Sommer der erhoffte Karriere-Neustart bei Borussia Mönchengladbach her, doch es blieben die alten Probleme. Reyna kommt einfach aufgrund von häufigen Ausfällen nicht in Tritt. Kann sein großes Potenzial auch am Niederrhein nicht abrufen.

    Gio Reyna im neuen Trikot gegen Ex-Borusse Pascal Groß.
    Gio Reyna im neuen Trikot gegen Ex-Borusse Pascal Groß.© Bernd Thissen/dpa | Bernd Thissen

    Sein Marktwert ist laut transfermarkt.de inzwischen auf schmale vier Millionen Euro geschmolzen. Die Summe, die der BVB noch für ihn kassierte, obwohl der heute 23-Jährige einst 42 Millionen Euro wert war. Für die Gladbacher kommt Reyna bislang auf 15 Bundesliga-Einsätze, die meisten davon als Joker in den Schlussminuten. Ein Treffer blieb ihm dabei verwehrt. Dennoch: Nationaltrainer Maurizio Pochettino setzt offenbar weiterhin auf ihn und plante ihn im Vorfeld der Heim-WM ein – ein kleiner Hoffnungsschimmer.

    Sebastien Haller: Im Sommer wurde der Vertrag des Stürmers aufgelöst, und der Ivorer wechselte dauerhaft zum FC Utrecht. Dabei war Haller vor vier Jahren noch als Königstransfer gefeiert worden, der für über 30 Millionen Euro von Ajax Amsterdam nach Dortmund kam. Doch sein Kapitel beim BVB wurde schon wenige Wochen nach seiner Ankunft durch die Diagnose Hodenkrebs auf tragische Weise überschattet.

    Moukokos Karriere stagniert weiter

    Auch nach seinem Wechsel in die Niederlande kommt Haller leider nicht mehr in Form. Nur ein Tor steht bei 28 Einsätzen für den Angreifer zu Buche. Utrechts Besitzer Frans van Seumeren erklärte neulich: „Wir sind das Risiko eingegangen und es ist schief gegangen. Er wollte sehen, ob er bei seinem geliebten Verein Utrecht, wo er Spielzeit bekommen würde, wieder den Schritt an die Spitze schaffen könnte. Aber das ist nicht so gelaufen. Alle im Verein mögen ihn. Deshalb tut es besonders weh.“

    Donyell Malen: Der Niederländer liefert plötzlich brutale Zahlen. Es ist schon über ein Jahr her, dass Ex-Sportdirektor Sebastian Kehl den damals unzufriedenen Malen für bis zu 30 Millionen Euro zu Aston Villa verkaufte. In der Premier League kam der inzwischen 27-Jährige nicht über den Status des Reservespielers hinaus. Also schlug er im Winter ein neues Kapitel in Italien auf und wurde erneut zum Super-Donny.

    Selbstvertrauen pur: Donyell Malen versucht einen Fallrückzieher
    Selbstvertrauen pur: Donyell Malen versucht einen Fallrückzieher © Getty Images | Paolo Bruno

    Malen schießt für die AS Rom die Serie A kurz und klein. Schon 10 Tore in seinen ersten 13 Spielen stehen auf seinem Konto. Zuletzt erzielte er gegen Pisa einen Hattrick. Der Kniff: Dort spielt Malen wieder als zentraler Stürmer. Beim BVB dagegen kam er meistens über die rechte Angriffsseite.

    Youssoufa Moukoko: Die Karriere des einstigen Wunderkindes knickt weiter nach unten. Kehl verkaufte Moukoko vergangenen Sommer immerhin noch für bis zu sieben Millionen Euro nach Dänemark zum FC Kopenhagen. Doch statt die abonnierte Meisterschaft einzusacken, geriet der Verein in die größte Krise seiner jüngeren Geschichte. Der FCK verpasste historisch die Meisterrunde. Und Moukoko stagnierte auch auf individueller Ebene weiter.

    Youssoufa Moukoko traf im vergangenen Oktober im direkten Duell auf seine Ex-Kollegen.
    Youssoufa Moukoko traf im vergangenen Oktober im direkten Duell auf seine Ex-Kollegen.© AFP | Liselotte Sabroe

    Fernab aller Diskussionen um seine Person und sein Alter steht Moukoko in Kopenhagen bisher bei 14 Treffern in 37 Einsätzen. Dennoch gelang es ihm bislang nicht, sich als feste Stammkraft zu etablieren. Ein Lichtblick bietet jedoch sein vielversprechender Start unter dem kürzlich verpflichteten Trainer Bo Svensson: Da erzielte er einen Hattrick gegen Silkeborg IF.

    Niclas Füllkrug: Nach der Champions-League-Finalsaison, in der Fülle wichtige Tore für Borussia Dortmund erzielte, ging der Stürmer auf die Insel. Der BVB setzte auf Serhou Guirassy und verkaufte Füllkrug für 31 Millionen Euro zu West Ham. Für dieses Geld kam im Gegezug Maximilian Beier. Wie sich später herausstellte, war das ein durchaus kluger Tausch. Während Guirassy beim BVB glänzte, kam Füllkrug in England vor allem aufgrund von Verletzungen nur selten zum Einsatz und brachte es in 29 Spielen lediglich auf drei Treffer.

    Niclas Füllkrug will noch auf den WM-Zug aufspringen.
    Niclas Füllkrug will noch auf den WM-Zug aufspringen.© Antonio Calanni/AP/dpa | Antonio Calanni

    Im Winter wechselte er zur AC Mailand, um seine WM-Chance zu wahren. Anfangs wurde er dort gefeiert, doch Blessuren setzten ihn erneut zurück. Mit nur einem Tor in 16 Einsätzen – die meisten davon als Joker – fällt seine Bilanz alles andere als überzeugend aus. Für eine Empfehlung zur Nationalmannschaft reicht das wohl nicht. „Die Rolle, die ich bei der letzten EM hatte, war ganz klar und auf meinen Charakter zugeschnitten, auf die Energie, die ich geben kann“, sagte Füllkrug bei Sky. „Ich glaube, dass das wieder so werden kann, aber im Moment konzentriere ich mich voll auf Milan.“

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    Paris Brunner: Dortmunds einstiger U17-Weltmeister lebt inzwischen in Monaco, spielt jedoch kaum Fußball in der Ligue 1. Nach einem vielversprechenden Ende seiner Leihe beim belgischen Klub Cercle Brügge kämpft Brunner, mittlerweile 20 Jahre alt, weiter um einen festen Platz im Kader. Bislang stehen für ihn lediglich sechs Einsätze mit insgesamt 113 Spielminuten zu Buche. Zu allem Überfluss fällt er aktuell auch noch wegen einer Oberschenkelverletzung aus – ein Karriereweg, der aktuell eher ins Stocken geraten ist.

    +++Echte Tiefe - den BVB verstehen: Alle Folgen in der Übersicht+++

    Bei „Echte Tiefe – den BVB verstehen“ bekommen Sie einmal wöchentlich ein Thema rund um Borussia Dortmund vorgestellt. Ob fundierte Analysen oder exklusive Einblicke: Die beiden BVB-Reporter Christian Woop und Jonas Ortmann sind bei allen Spielen, ob Bundesliga, Pokal- oder Champions League live dabei, wissen um die aktuellen Geschehnisse im Verein und sind bei Schwarz-Gelb hautnah dabei. Ihre Eindrücke teilen sie mit Moderatorin Linda Joy Sonnenberg und den Zuhörern und Zuhörerinnen – und gewähren dabei auch immer wieder Einblicke in den Alltag als BVB-Reporter. Die neuen Folgen von „Echte Tiefe – den BVB verstehen“ erscheinen immer am Donnerstag auf der WAZ-Homepage und auch im Video bei YouTube sowie auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie Spotify. Wer nichts verpassen möchte, abonniert am besten die Kanäle.

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