Um 14.53 Uhr betrat Nico Schlotterbeck am Samstagnachmittag als Kapitän und erster Dortmunder Spieler den Rasen des Signal Iduna Parks. Da hielten sich die Fans noch zurück. Auch am Tag nach seiner Verlängerung bleibt der Innenverteidiger der Mann, um den sich bei Borussia Dortmund nahezu alles dreht.
BVB-Fans pfeifen Schlotterbeck aus
Als dann kurz vor Anpfiff des Bundesligaspiels gegen Bayer Leverkusen Stadionsprecher Norbert Dickel die Namen der BVB-Startelf verlas, wurde es beim Namen Nico Schlotterbeck richtig laut – allerdings nicht so, wie man sich das klubintern wohl gewünscht hätte. Ein gellendes Pfeifkonzert hallte durch das Westfalenstadion!
Nicht zu überhören scheinen die BVB-Anhänger dem Abwehrmann zwei Dinge übel zu nehmen: Das monatelange Zögern einerseits, vor allem aber die Ausstiegsklausel, die sich Schlotterbeck schon für diesen Sommer in den neuen Vertrag schreiben ließ. Offenkundig werteten die Fans dies als fehlendes Commitment zum Verein.
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Der entsprechende Passus ermöglicht es dem 26-Jährigen, für einen festgeschriebenen Betrag zu wechseln. Er gilt allerdings nur für einen kleinen Kreis europäischer Topklubs. Eine der Fragen, die nach der Verlängerung durch Dortmund geistern: Wer sind diese Vereine?
BVB-Ausstiegsklausel gilt wohl nicht für Bayern
Die Bild spekulierte zunächst, dass auch der nationale Erzrivale FC Bayern München Schlotterbecks Ausstiegsklausel nutzen kann. Dann die Kehrtwende: Wenige Stunden später korrigierte sie das eigene Rätselraten selbst und erklärte, dass die Klausel eben nicht für den Rekordmeister gelte. Einem Bayern-Wechsel können die Dortmunder Verantwortlichen im Sommer somit ohne Weiteres einen Riegel vorschieben.

Mitverantwortlich für die Vertragsgestaltung ist Ole Book. Noch bevor die Pfiffe durch das Dortmunder Stadion hallten, äußerte sich der neue BVB-Sportdirektor über Schlotterbecks neues Arbeitspapier. „Es ist ganz wichtig, dass Nico dieses Zeichen gesetzt hat“, sagte der 40-jährige Nachfolger von Sebastian Kehl im Gespräch mit Sky. „Wir hatten starke inhaltliche Gespräche. Ich bin mir ganz sicher, dass Nico lange bei uns bleiben möchte.“
Bei den Fans muss Schlotterbeck jetzt aber erst einmal wieder Vertrauen zurückgewinnen. Auch während des Spiels gab es immer wieder vereinzelt Pfiffe von den Rängen.





