Die Aussagen von Nico Schlotterbeck zum Vertragspoker mit Borussia Dortmund schlugen in dieser Woche hohe Wellen. Am Samstag durfte sich der Innenverteidiger aber erstmal über einen Sieg freuen, den er nach Abpfiff selbst als „etwas glücklich“ bezeichnete. Mit 2:0 setzte sich der BVB beim VfB Stuttgart durch. In der Nachspielzeit trafen Karim Adeyemi und Julian Brandt für die Mannschaft von Trainer Niko Kovac, die sich zuvor harmlos präsentiert hatte.
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Später lief der Nationalspieler telefonierend durch die Mixed Zone und moderierte ein weiteres Statement mit einem Grinsen ab. „Es fühlt sich sehr gut an“, hatte er aber vorher im TV-Interview bei Sky gesagt. „Es war kein einfaches Spiel. Stuttgart hat uns hinten reingedrückt, aber wir haben unsere Chancen genutzt.“ Und vor allem hatte die BVB-Defensive um Schlotterbeck einen souveränen Auftritt gegen die überlegenen Gastgeber gezeigt. „Wir haben wieder mal zu Null gespielt. Hier in Stuttgart ist das kaum einem Team gelungen“, bemerkte der 26-Jährige. „Wir haben es hinten sehr gut gemacht. Vorne reichen einer Spitzenmannschaft dann ein bis zwei Chancen.“

Aber natürlich sprach Schlotterbeck nicht nur über den Sieg, der Dortmund die Vizemeisterschaft ganz nah bringt. Er äußerte sich auch noch einmal zu seinen Worten nach dem Länderspiel mit Deutschland gegen Ghana am Montag. Da hatte der Innenverteidiger Berichte von Sky über eine Einigung in den Verhandlungen mit dem Verein dementiert. Mit Blick auf den Sportdirektoren-Wechsel von Sebastian Kehl zu Ole Book hatte er zudem gesagt: „Jetzt hat sich die Situation ein bisschen verändert.“

BVB-Star Nico Schlotterbeck: „Ich wollte etwas klarstellen“
Das ließ aufhorchen und sorgte teilweise für Unmut bei Dortmunder Fans. „Ich wollte etwas klarstellen“, erklärte Schlotterbeck dann nach dem Stuttgart-Spiel am Samstag. „Es war nicht böse gemeint euch gegenüber (Sky, Anm. d. Red.) oder den BVB-Fans. Ich habe mit dem Verein gesprochen in dieser Woche. Ich wollte von Ole hören, wie sein Standpunkt ist, wie er das Ganze angeht.“
Und dann schlug Schlotterbeck Töne an, die auf ein baldiges Ende der zähen Verhandlungen schließen lassen – womöglich mit positivem Ausgang aus Sicht der Borussen. Er habe ein gutes Gespräch mit Geschäftsführer Lars Ricken und Book gehabt, erzählte er. „Wir führen sie nächste Woche weiter. Dann glaube ich, dass es nicht mehr lange dauert, bis ich eine Entscheidung treffe.“ Und: „Natürlich kann ich mir vorstellen, hierzubleiben. Das habe ich immer gesagt.“
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Auch Book äußerte sich nach dem Sieg, berichtete von intensiven Gesprächen. „Aber viel mehr ist da auch bisher noch nicht passiert“, sagte der Neu-Schwarzgelbe. „Wir haben versucht, sehr inhaltlich zu sprechen. Er wirkte da sehr offen und interessiert. Das hat wirklich Spaß gemacht, das Gespräch. Also an sportlichen, fußballerischen Inhalten war er sehr interessiert. Klar, das ist ein Teil des Ganzen, den sind wir jetzt angegangen. Und alles andere werden wir dann in den nächsten Wochen sehen.“

Geht es nach dem Gefühl des Sky-Experten Lothar Matthäus, dann sieht es gut aus mit einer baldigen Schlotterbeck-Unterschrift unter einem neuen BVB-Arbeitspapier. Er äußerte einen Verdacht: „Ich glaube, dass er verlängert. Das Wichtigste wird für ihn eine Ausstiegsklausel sein.“
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Der deutsche Rekordnationalspieler rechnet damit, dass Schlotterbeck eine solche Option in einen neuen Vertrag einbauen lassen möchte, die bereits im Sommer nach der Weltmeisterschaft gilt. „Und die natürlich dann eine Höhe hat, dass der BVB gut verdienen würde.“ Bei 60 bis 70 Millionen Euro könnte diese Summe liegen, schätzt Matthäus. „Dann könnte er nach der WM wechseln und der BVB würde finanziell profitieren. Oder sie hätten Schlotterbeck für die nächsten Jahre im Team durch den neuen Vertrag.“







