„Egal, ob wir gewonnen oder verloren haben, wir wollen im Pokal in die nächste Runde kommen!“ – das hatte BVB-Trainer Markus Högner nach der schmerzhaften 3:4-Niederlage bei der U21 des 1. FC Köln letzten Sonntag unmissverständlich klargemacht. Beim Erstrundenduell im Westfalenpokal gegen den klassentieferen SV Thülen wollte der 58-Jährige am Donnerstagabend eine Reaktion auf die Ligapleite sehen: „Wir werden wieder auf einen leidenschaftlich kämpfenden Gegner treffen. Ich hoffe, dass wir bis dahin gelernt haben, auch so ein Spiel zu 100 % anzunehmen.“
Auch interessant
Högners erwünschte Reaktion ließ allerdings auf sich warten. Erst im zweiten Durchgang wachten die Dortmunderinnen auf und machten in knapp zehn starken Minuten den Einzug in die zweite Runde klar. Das Spiel war aber über weite Strecken nicht so klar, wie es das Endergebnis von 4:0 vermuten lässt.
BVB tut sich lange schwer: Torlos zur Pause
Seine nahezu rundum veränderte Mannschaft – im Vergleich zur Ligapartie in Hürth blieben nur Rita Schumacher, Kapitänin Paula Reimann und Ann-Sophie Vogel in der Startelf – tat sich im ersten Durchgang gegen die tiefstehenden Sauerländerinnen schwer. Lediglich zwei klare Torchancen standen zum Pausenpfiff auf der Dortmunder Habenseite und auch BVB-Keeperin Caroline Blum war schon gefordert. Damit konnte Högner nicht zufrieden sein.

„Es war ein schweres Spiel für uns in der ersten Halbzeit“, bilanzierte auch die derzeit verletzte Neu-Dortmunderin Frederike Kempe, die gebürtig aus dem circa 30 Minuten von Thülen entfernten Meschede stammt. „Thülen steht sehr tief, sehr kompakt, das macht es uns natürlich schwer, in die Räume vor dem Tor zu kommen, die wir bespielen wollen.“ Die 28-Jährige forderte von ihren Teamkolleginnen, weiter geduldig zu sein und warnte vor möglichen Kontern.
Joker Marquardt sticht: BVB reichen zehn starke Minuten
Högner half der Geduld gleich etwas nach: Um die Thülener Hintermannschaft, die phasenweise mit sieben Spielerinnen auf letzter Linie verteidigte, häufiger vor Probleme zu stellen, brachte er zum Wiederanpfiff Torjägerin Dana Marquardt – und bewies damit ein goldenes Händchen: Nach einer Flanke von Celina Baum tauchte Dortmunds Nummer 9 frei am langen Pfosten auf und nickte problemlos zum 1:0 ein (60. Minute). Es sollte der Dosenöffner für Schwarz-Gelb sein.

Denn gerade einmal fünf Minuten später war es wieder Marquardt, die den Ball nach einem feinen Lupfer von Schumacher aus kurzer Distanz zum 2:0 an der Torhüterin vorbeispitzelte. Der BVB drehte in dieser Phase richtig auf und ließ gleich noch zwei weitere Treffer folgen: Erst schlenzte Vogel das Leder sehenswert aus 25 Metern in den rechten Knick (68.), dann zirkelte Hedda Wahle einen Freistoß traumhaft über den linken Innenpfosten ins Netz (69.). 4:0 nach neun Minuten Powerplay.
Auch interessant
In der Folge nahmen die Dortmunderinnen den Fuß wieder vom Gaspedal. Zwar blieb der BVB weiterhin spielbestimmend, klare Chancen waren aber, wie schon in den ersten 45 Minuten, Mangelware. Dem SV Thülen ging in der Schlussviertelstunde die Luft aus und so brachte Schwarz-Gelb das 4:0 am Ende ohne Probleme über die Zeit. Vor dem nächsten Ligaspiel am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach II (15 Uhr) dürfte Högner allerdings noch das ein oder andere verbessern wollen.




