Man sollte sich einmal das Programm von Kai Havertz stellvertretend für die Nationalspieler vor Augen führen. Am vergangenen Sonntag stand der Stürmer vom FC Arsenal noch im Endspiel des englischen Ligapokals. Anfang April beginnt dann nicht nur für ihn die heiße Saisonphase mit dem Viertelfinale der Champions League – der Wettbewerb, auf den auch die Profis von Bayern München besonders scharf sind. Da kommt die Nationalmannschafts-Unterbrechung für eine noch sehr abstrakt wirkende Weltmeisterschaft gar nicht recht.

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Natürlich sagt dies keiner der Fußballer so öffentlich, denn dann hätte er seinen Beruf verfehlt. So zu denken, ist aber menschlich. Seit September jagt ein Spiel das nächste, für die Top-Klubs wird es in den nationalen Ligen und im Europapokal erst jetzt so richtig ernst, und bei denen sind die meisten Nationalspieler angestellt. Schon jetzt unter Turnier-Spannung zu sein, ist schwierig.

Rückschlüsse sind nur schwer möglich

Wir erinnern uns: 2006 musste man nach dem 1:4-Desaster in Italien große Sorgen um die Heim-WM haben, die trotzdem zum Sommermärchen werden sollte. Im Jahr 2024 war der März mit dem Sieg in Frankreich tatsächlich die Stimmungswende vor der EM. 2025 spielte die DFB-Elf in der Nations League gegen Italien die Sterne vom Himmel und brach dann im Sommer ein. Die Frühjahrs-Länderspiele können also, aber müssen eben keine konkreten Rückschlüsse auf ein Turnier zulassen.

Frankreich - Deutschland
Die Stimmungswende vor der EM 2024: Die DFB-Elf jubelt über den Sieg in Frankreich.© DPA | Charisius

Man darf also die beiden Partien am Freitag in Basel gegen die Schweiz und drei Tage später in Stuttgart gegen Ghana an sich nicht überbewerten, sollte sie aber dennoch in den Kontext der vergangenen Monate setzen. Seit Juni 2025 blieb die DFB-Elf hinter den eigenen Ansprüchen zurück. In der Qual-Quailfikationsgruppe gegen Nordirland, die Slowakei und Luxemburg wirkte sie im Herbst alles andere als reif für die WM. Eine Weiterentwicklung darf man deswegen schon verlangen.