Malaika Mihambo kommt derzeit vieles bekannt vor. Der Flug nach Japan, das Gewöhnen an Zeit- und Klimazone, das Trainingslager in Miyazaki, die Weitsprunggrube im Nationalstadion von Tokio. Und doch ist es ganz anders.

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2021 wurde die 31-Jährige in Japans Hauptstadt Olympiasiegerin. Die Haare damals blond gefärbt. Ein Zittersieg mit der Entscheidung im letzten Sprung. Was für ein Drama! Nur fieberten auf den Rängen keine Zuschauer mit: Die Corona-Pandemie hatte die Spiele zu einer geschlossenen Gesellschaft gemacht.

Konkurrenz für Mihambo ist extrem stark

Nun ist Malaika Mihambo zurück. An diesem Samstag beginnen in der Megametropole die Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Und Deutschlands zweimalige Sportlerin des Jahres erlebt Japan noch einmal neu. In Miyazaki erfüllte sie Autogrammwünsche bei Spaziergängen am Strand. Genoss es, sich frei bewegen, wann immer ihr danach war, einen Matcha Latte kaufen zu können. Auch sportlich will sie neue Erfahrungen machen. „Die Erinnerungen trage ich in meinem Herzen“, sagt sie. Jedoch: „In der Gegenwart muss man noch mal von null anfangen.“

Ihr vielleicht größter Sieg: Malaika Mihambo 2021 bei Olympia in Tokio. Nun tritt sie dort bei der WM an.
Ihr vielleicht größter Sieg: Malaika Mihambo 2021 bei Olympia in Tokio. Nun tritt sie dort bei der WM an. © Michael Kappeler/dpa | Michael Kappeler

Die Heidelbergerin, die für die LG Kurpfalz startet, ist gleich am ersten WM-Tag in der Qualifikation (11.30 Uhr deutscher Zeit/ARD) gefordert, ehe am Sonntag (13.40 Uhr deutscher Zeit/ZDF) das Finale ansteht. Es liegt Spannung in der Luft: Olympiasiegerin Tara Davis-Woodhall (26/USA) und die Italienerin Larissa Iapichino (23) sind wie Mihambo in diesem Jahr schon über die magische Sieben-Meter-Marke gesprungen. „Die Besten messen sich eben bei den großen Wettkämpfen“, sagt Mihambo, die zuletzt noch einmal an ihrem Anlauf getüftelt hat, über die jüngeren Konkurrentinnen. „Es ist der Lauf der Dinge, dass irgendwann neue Leute nachkommen. Ich sehe das ganz entspannt.“

WM in Budapest geriet ohne Mihambo zum Desaster

Gelassen, unaufgeregt und mental stark – so kennt man Malaika Mihambo, die sich den Spitznamen Mrs. Zuverlässig redlich verdient hat. Am Ende hat sie noch immer einen rausgehauen. Seit sieben Jahren hat sie bei jeder internationalen Meisterschaft, an der sie teilgenommen hat, auch eine Medaille gewonnen: Zweimal wurde sie Weltmeisterin, gewann zwei EM-Titel und selbst unmittelbar nach einer Corona-Erkrankung gelang ihr noch EM- und Olympia-Silber. Und natürlich der Sieg in Tokio. Ohne sie aber legte das deutsche Team 2023 bei der WM in Budapest das schlechteste Ergebnis seiner Geschichte hin und fuhr ohne Medaille zurück.

Malaika Mihambo im Olympiafinale in Paris.
Malaika Mihambo im Olympiafinale in Paris.© Michael Kappeler/dpa | Michael Kappeler

Das soll in Tokio nicht noch einmal passieren. Mihambo führt mit Speerwerfer Julian Weber – der als Nummer eins der Welt angereist ist – das 80-köpfige Aufgebot als Kapitänin an. Als solche appelliert sie dafür, sich vom Medaillenzählen zu lösen. „Wir sollten auch die stillen Erfolge wertschätzen“, sagt sie. „Leistung ist mehr als nur Gold.“ Malaika Mihambo wird es dennoch anpeilen.