Das zweitgrößte Sportereignis der Welt kommt nach Nordrhein-Westfalen. Am Mittwoch werden die World University Games an Rhein und Ruhr offiziell in der Duisburger Schauinsland-Arena mit einer großen Feier eröffnet. 8500 studentische Athletinnen und Athleten aus rund 150 Ländern messen sich ab Donnerstag zwölf Tage lang in Duisburg, Mülheim, Essen, Bochum und Hagen sowie Berlin in 18 Sportarten. Nur Olympische Spiele sind von der Teilnehmerzahl her größer. Ergänzt wird das Programm durch zahlreiche Konzerte, wissenschaftliche Konferenzen und Mitmachangebote.

Wöchentlich

Sport-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!

Mit unserem täglichen Newsletter verpassen Sie nichts, was die Sport-Welt bewegt.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Die Kosten für das Multisport-Event liegen im dreistelligen Millionenbereich und sind mit Steuergeldern finanziert: Jeweils 67,5 Millionen Euro kamen von Bund und Land, dazu investierte NRW 44 Millionen in die Renovierung von Sportstätten. So messen sich zum Beispiel die Leichtathleten im sanierten Lohrheidestadion in Wattenscheid.

Es haperte an der Finanzierung: Absage drohte

Ganz glatt liefen die Planungen jedoch nicht: Aufgrund von inflationsbedingten Mehrkosten in Höhe von rund 28 Millionen Euro warf Düsseldorf – ursprünglich als weitere Gastgeberstadt mit den Schwimm-Wettbewerben vorgesehen – 2024 das Handtuch. Die Finanzierung der gesamten Spiele war gefährdet, eine Absage stand im Raum. Auch soll es zu Unregelmäßigkeiten bei Ausschreibungen an Dienstleister gekommen sein.

Auch interessant

Doch letztlich wurden die Hürden überwunden. Für Nordrhein-Westfalen ist es eine langfristige Investition: erst Olympia für Studenten, dann die ganz großen Spiele? Die Rhein-Ruhr-Region hat ihren Hut für eine deutsche Olympia-Bewerbung längst in den Ring geworfen. Für NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sind die World University Games daher „ein weiterer Nachweis, dass wir Sportgroßveranstaltungen können“. Nach Fußball- und Handball-EM zuletzt werden in diesem Jahr noch die Hockey-EM, die Beachvolleyball-EM und die Handball-WM der Frauen in NRW ausgetragen.

Deutschland schickt größtes und jüngstes Team

„Wir machen das mit Herz“, sagte Wüst am Montag, „wir sind weltoffen, sportverrückt – wir können das. Wir machen das Angebot ist aller Demut gegenüber dem verfassten Sport. Das müssen am Ende Sportfunktionäre entscheiden, nicht Politiker.“ Und: „Auch andere Mütter haben hübsche Töchter: Auch München, Hamburg und Berlin sind toll – da werden Sie nie ein schlechtes Wort von mir hören. Sie haben andere Stärken – vielleicht nicht so viele wie wir. Am Ende kommt es darauf an, dass wir als Deutschland die bestmögliche Bewerbung auf internationaler Ebene abliefern, um mit größtmöglicher Chance anzutreten, Olympia wieder nach Deutschland zu holen.“

Christiane Schenderlein (CDU), Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, ergänzte: „Wir wollen ein super Gastgeber sein: professionell, zuverlässig. Für die Bundesregierung sind die World University Games eine Sportgroßveranstaltung, die wir verfolgen. Wir freuen uns, dass hier alle zusammenkommen und die Gesellschaft zusammenrückt.“ Sie bezog sich auch auf die European Championships 2022, die in München für Begeisterung und Olympia-Flair gesorgt hatten. Auch die Veranstalter um CEO Niklas Börger sehen sich in dieser Tradition: In der bayrischen Landeshaupstadt „ging die Sonne über dem Olympiaberg auf, bei uns dann eben über dem Duisburger Stadion“.

Auch interessant

„Es war ein Marathon. Aber für uns schließt sich ein Kreis“, sagt Jörg Förster, Vorstandsvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands (ADH). 36 Jahre nach der letzten deutschen Ausgabe in Duisburg – damals noch unter dem Namen Universiade – sind die Spiele wieder zu Gast im Ruhrgebiet. Damals gelang ein berauschendes Fest mit hochklassigem Sport, künftigen Olympiasiegern, Europa- und Weltmeistern sowie begeisterten Besuchern.

Ähnliches erhoffen sich die Gastgeber auch diesmal. Deutschland schickt im Team Studi 305 Sportlerinnen und Sportler an den Start – so viele wie noch nie. Mit 21,9 Jahren ist es auch das jüngste Team der ADH-Geschichte. Außer für die Eröffnungsfeier und einige Finaltage sind noch Tickets erhältlich.