Auftritt Hendrik Wüst. Unter einem riesigen blutrot angestrahlten Luftschiffmodell schritt der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen durch den ins Dunkel getauchten Luftschiffhangar in Mülheim. Eskortiert von Personenschützern und unzähligen auf ihn gerichteten Kameras und Handylichtern. Wie ein Box-Weltmeister auf dem Weg zum Ring. In seinen Händen trug der CDU-Politiker eine große Fackel. Es war zwar nicht die olympische, aber doch kündigte sie den näher rückenden Start der größten Multisportveranstaltung des Jahres an: den Rhine-Ruhr 2025 Fisu World University Games.

Wöchentlich

Sport-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!

Mit unserem täglichen Newsletter verpassen Sie nichts, was die Sport-Welt bewegt.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

8500 Studentinnen und Studenten aus mehr als 150 Nationen werden sich vom 16. bis 27. Juli an Rhein und Ruhr sowie in Berlin in 18 Sportarten messen. Am Montag waren es genau 100 Tage bis zum Start, als Hendrik Wüst die Fackel von Mülheim aus auf die Reise in die anderen Gastgeberstädte Essen, Duisburg, Bochum und Hagen schickte. „Wir freuen uns wie Bolle“, sagte der Ministerpräsident nach der offiziellen Zeremonie. „Die Welt ist zu Gast in Nordrhein-Westfalen – und wir werden gute Gastgeber sein.“ Schließlich sei man hier „im allerbesten Sinne sportbekloppt“.

Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) beim Einlauf mit der Fackel im Luftschiffhangar in Mülheim.
Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) beim Einlauf mit der Fackel im Luftschiffhangar in Mülheim.© FUNKE Foto Services | Oliver Müller

Borger und Greinacher losen Team-Gruppen aus

Längst gilt die Ausrichtung der Weltstudentenspiele als Vorgeschmack auf mögliche Olympische Spiele in Deutschland. Eine Absichtserklärung hat der Bund unterschrieben. Jene, die von Olympia an Rhein und Ruhr statt in Berlin, Hamburg oder München träumen, sind noch immer – mal zart, mal selbstbewusst – zu hören. Wüst sagte dazu: „Wir bieten dem Sport an, was wir können. Andere reden drüber – wir zeigen‘s.“

Die Verknüpfung zwischen Olympia und World University Games war auch bei der Auftaktveranstaltung erkennbar. Bei der offiziellen Gruppen-Auslosung der Teamsportarten Wasser-, Volley- und Basketball traten Beachvolleyballerin Karla Borger, Universiade-Siegerin von 2011, sowie Sonja Greinacher, Olympiasiegerin im 3x3-Basketball vergangenen Sommer, als Losfeen auf. Die Essenerin Greinacher bescherte den deutschen Basketballerinnen einen harten Brocken: Schon in der Gruppe trifft das Team auf Topfavorit USA. Greinacher plagte kein schlechtes Gewissen, sie ließ eine Ansage folgen: „Wer Universiade-Sieger werden will, muss jeden schlagen können.“ So spricht eine, die weiß, wie es geht.

Ex-Turnerin Kim Bui verzweifelt am Bahnfahren im Ruhrgebiet

Die ehemalige Olympia-Turnerin Kim Bui geriet bei ihren Erinnerungen an ihre Universiade-Teilnahmen 2013 und 2017 ins Schwärmen: „Es ist wie Olympische Spiele – nur entspannter. Der Druck ist nicht so groß. Aber man bekommt ein Gefühl dafür, wie es ist, wenn alle Sportarten an einem Ort zusammenkommen.“ Für sie ist die Veranstaltung zudem „genau das, was Sportdeutschland gerade braucht. Wir haben gezeigt, dass wir Großereignisse ausrichten können. Vielleicht rücken die World University Games uns in Sportdeutschland nochmal etwas enger zusammen.“

Auch interessant

Bui, die im Sommer als Moderatorin im Turnen und der Rhythmischen Sportgymnastik auftreten wird, hat schon Wettkämpfe in Dortmund und Düsseldorf bestritten. Die Rhein-Ruhr-Region lerne sie nun aber noch einmal anders kennen. Lachend erklärt sie: „Ich habe auch gelernt, dass Bahnfahren im Ruhrgebiet manchmal etwas schwierig ist.“

Auftritt Hendrik Wüst? Der NRW-Ministerpräsident ist da schon weitergeeilt.