Für Arminia Bielefeld steht am Samstag (20:45 Uhr/ZDF und Sky) nicht weniger als das größte Spiel der Vereinsgeschichte an. Der Zweitliga-Aufsteiger tritt im DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart an. Natürlich sind die Schwaben als Bundesligist favorisiert, doch die Mannschaft von DSC-Trainer Mitch Kniat, 39, warf auf der Bielefelder Alm in auf ihrem Durchmarsch nach Berlin vier Erstligisten aus dem Wettbewerb. Im Halbfinale musste sogar Titelverteidiger Bayer Leverkusen dran glauben.

Wöchentlich
Sport-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Mit unserem täglichen Newsletter verpassen Sie nichts, was die Sport-Welt bewegt.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Ja, die Arminia hat stark von der starken Stimmung zu Hause profitiert. „Wir hätten natürlich viel lieber in unserem Stadion gespielt“, sagt Kniat gegenüber der dpa. Andererseits: „Stuttgart hätte auch lieber zu Hause gespielt. Niemand hat also einen Heimvorteil. Unsere Chancen waren in allen Spielen eigentlich ziemlich aussichtslos, und wir sind trotzdem immer weitergekommen. Die Ausgangslage im Finale ist genauso.“ Dass die Stuttgarter bei den Buchmachern vorne liegen, versteht sich fast von selbst.

Trotzdem, kündigt der Bielefelder Übungsleiter an, werde man „nicht Spalier stehen für Stuttgart. Wenn du ein Finale spielst, dann willst du es gewinnen.“ Er müsse „niemandem die Wichtigkeit vor Augen führen“, sagt Kniat. „So ein Finale spielt man aller Voraussicht nach nur einmal im Leben. Das muss man genießen und alles reinwerfen. Man muss diesem großen Ziel alles unterordnen, auch privat. Das muss dann alles mal ein bisschen hinten anstehen.“
Arminia Bielefeld: Kniat träumt vom Europapokal - und von England
Eine weitere Motivationsquelle für Kniat und seine wackeren Arminen: Bei einem Pokalsieg würden die Bielefelder, erst der vierte Drittligist überhaupt im Finale von Berlin, an der Europa League teilnehmen. „Ich träume auch von den Reisen ins europäische Ausland. Solche Träume motivieren einen, immer weiterzumachen, immer weiter hart zu arbeiten“, sagt Kniat. Der Gegner aus dem Schwabenland hat diese Erfahrungen bereits zur Genüge gemacht, spielte in der zurückliegenden Saison gar in der Champions League, schied dort allerdings in der Ligaphase aus.
Auch interessant
Apropos europäisches Ausland. Da würde der ambitionierte Kniat gerne einmal seinem Beruf nachgehen. „Mein Traum war immer, irgendwann mal in England zu arbeiten. Da bin ich ganz ehrlich“, sagt der Erfolgscoach. „Aber ich habe jetzt keinen Karriereplan. Den kann man als Trainer sowieso kaum einhalten. Das ist so ein schnelllebiges Geschäft.“ Für ihn gelten nun einzig die Aufgaben mit Arminia Bielefeld – und zuallererst das größte Spiel der Vereinsgeschichte. (mit dpa)






