Die Amateure von Hertha BSC (1993), Energie Cottbus (1997) und Union Berlin (2002) sind nicht mehr allein - denn mit Arminia Bielefeld hat es ein vierter Drittligist geschafft, ins DFB-Pokalfinale einzuziehen. Die wie entfesselnd spielenden Bielefelder warfen den Titelverteidiger Bayer Leverkusen mit einem 2:1 (2:1) hochverdient aus dem Wettbewerb.

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Bereits vor dem Spiel war alles für einen heißen Pokalabend angerichtet. Die Bielefelder Südtribüne sang sich bereits vor der Partie lautstark warm, sodass eine elektrisierende Stimmung entstand. Und auch auf dem Feld wollte Arminia-Trainer Mitch Kniat dem Deutschen Meister mit viel Power entgegentreten.
Pokalfight in Bielefeld: Arminia-Trainer Kniat setzte auf die Karte Tempo
So setzte der Kniat voll auf die Karte Tempo und setzte mit Noah Sarenren Bazee, Marius Wörl und Joel Grodowski auf drei sprintstarke Akteure in der Offensive.
Aufseiten der Leverkusener warf Trainer Xabi Alonso nicht wie sonst oftmals im Pokal erprobt die Rotationsmaschine an, ließ Lukas Hradecky im Bayer-Gehäuse, sodass der eigentliche Pokaltorwart Matej Kovar auf der Bank blieb.
In der ersten Viertelstunde sahen die Fans beider Teams viel Kampf ohne wirkliche Torszenen. Die Bielefelder kamen über Zweikämpfe in die Partie, nahmen sich so selbst die Nervosität. Einzig bei einer frühen Ecke (3.) kam Bayer-Abwehrchef per Kopf an den Ball, ohne ihn gut zu platzieren.

Ebenjene Variante ging allerdings bereits beim zweiten Mal auf. Der Innenverteidiger stand nach einem Eckball in der 17. Minute sträflich frei und ließ Torhüter Jonas Kersken bei seinem Rechtsschuss keine Chance.
Die Alm bebt: Wörls direkte Antwort, Großers perfekter Halbzeitabschluss
Nur drei Minuten später antwortete die Arminia. Und wäre die Heimspielstätte überdacht, das Dach wäre spätestens nach dem Treffer von Marius Wörl abgeflogen, der mit einem trockenen Rechtsschuss im Strafraum ins Eck einschob. Der Mittelfeldakteur erzielte damit bereits seinen dritten Treffer im laufenden Wettbewerb. Wörl und der Pokal - das passt.
In der 26. Minute hätte Sarenren Bazee direkt nachlegen können. Doch der Stürmer ließ die Großchance auf den Führungstreffer liegen, als er zunächst Hincapie enteilte, dann jedoch am herausragend reagierenden Hradecky scheiterte.
Erst in der 34. Minute meldeten sich die Leverkusener wieder offensiv an, als erneut eine Ecke für die Rheinländer gab. Wirkliche Gefahr erzeugten sie allerdings nicht. Die Defensive der Ostwestfalen verteidigte alles mit viel Herz und Kampf.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff dann die komplette Eskalation der Arminia. Nach einem scharf getretenen Freistoß von Louis Oppie auf den zweiten Pfosten flog Maximilian Großer in den Ball und versenkte ihn (45.+2). Die Fans der Gastgeber skandierten voller Freude, dass sie bereit sind, zum Finale nach Berlin zu reisen. Der Traum war nun greifbar. Und dies alles andere als unverdient.
Mit dem Elan aus der ersten Hälfte gingen die Gastgeber auch den zweiten Spielabschnitt an und drängten gar auf den dritten Treffer - Sarenren Bazze (56.) und Wörl (58.) waren dabei wie auch Grodowski die ständigen Unruheherde.. Bayer trat verunsichert auf und wirkte dabei planlos. Stürmer Patrik Schick war zumeist allein auf weiter Flur, auch der nach der Pause eingewechselte Victor Boniface konnte keine guten Aktionen verzeichnen.
Arminia bringt das Wunder über die Zeit und steht im DFB-Pokalfinale
Bielefeld spielte wie aufgedreht, die ersten 25 Minuten der zweiten Halbzeit bekam Leverkusen null Zugriff. Die Kniat-Elf presste weiter hoch und Grodowski hätte diese überragende Phase in der 69. Minute belohnen müssen. Doch der Schuss des Stürmers aus rund zehn Metern aus halblinker Position strich hauchzart am langen Pfosten vorbei.
Der Titelverteidiger wachte erst nach der Grodowski-Chance auf und dabei war erneut Abwehrchef Tah der gefährliche Mann. Seinen Kopfball (73.) drehte Kersken mit den Fingerspitzen um den Pfosten. Noch knapper war es acht Zeigerumdrehungen später (81.), als Schick seinen Kopfball freistehend an den Außenpfosten setzte.
Die Kräfte gingen den Arminen allmählich aus, doch mithilfe des Publikums überstanden die Profis auch die sechsminütige Nachspielzeit und das Wunder wurde tatsächlich eingetütet. Bielefeld fährt nach Berlin und wartet nun auf den Finalgegner Stuttgart oder Leipzig.




