Was für ein Spiel! Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zieht nach einem 3:3 gegen Italien ins Final Four der Nations League ein. Ein verrücktes Musiala-Tor, das von einem Balljungen eingeleitet wurde, und ein 0:3-Rückstand, den Italien egalisierte, sorgten für ein Fußball-Spektakel.

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Nach Jahren der Tristesse, zwei vergeigten Weltmeisterschaften und fehlender Spielfreude steigt die DFB-Elf wieder in der Gunst der Fans. Bei der Heim-EM 2024 scheiterte die DFB-Elf zwar tragisch im Viertelfinale gegen den späteren Europameister Spanien, entfachte aber dennoch Fußball-Euphorie im Land. Die Hoffnungen vor der Weltmeisterschaft 2026 sind groß. Was zu folgender Frage führt:
Hat sich die Nationalmannschaft jetzt endgültig in die Herzen der Fans gespielt?
PRO von Pascal Biedenweg
Die DFB-Elf punktet mit purer Fußballfreude – nicht mit PR
Pascal Biedenweg, Digital Lead
Klar, zwei WM-Katastrophen hintereinander haben bei den Fans keine Schmetterlinge im Bauch hinterlassen. Aber wer hätte gedacht, dass ausgerechnet diese Truppe wieder Herzklopfen verursachen kann? Schon während der Europameisterschaft im eigenen Land und spätestens nach den beiden Spielen gegen Italien ist doch spürbar: Da wächst wieder etwas zusammen. Mannschaft und Fans werden wieder zu einer Einheit.
Julian Nagelsmann wirkt wie der Trainer, den dieses Team gebraucht hat. Einer, der nicht nur Taktik versteht, sondern auch Timing. Und dann Rudi Völler, der mit Charisma und Charme genau das liefert, was dieser DFB-Elf so lange gefehlt hat: Emotion, Identifikation, Typen!
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Das bringt die Fans zurück. Gegen Italien schallten laute „Rüdiger“-Sprechchöre von den Rängen. Nicht nach einem Tor, sondern nach einem gewonnenen Zweikampf des Abwehrchefs. Kinder tragen wieder stolz Trikots mit Musiala oder Wirtz auf dem Rücken, und selbst Opa erzählt wieder vom Sommermärchen – diesmal mit Hoffnung auf Fortsetzung.
Ja, man hat gegen Italien unnötig eine komfortable Führung verspielt. Aber ganz ehrlich: Wer will schon eine Mannschaft, die nur verwaltet? Wir wollen Drama, Leidenschaft, Kante! Fußball, der einen mitreißt – und nicht mit dem Sicherheitsgurt festhält.
Diese DFB-Elf ist nicht perfekt, aber sie ist lebendig. Und das ist doch nach Jahren der Gefühlsflaute was Neues. Die Nationalmannschaft erreicht wieder die Herzen der Fans. Nicht mit PR, sondern mit purer Fußballfreude.
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CONTRA von Patricia von Thien
Große Liebe Nationalmannschaft? Weit gefehlt!
Patricia von Thien, Chefin vom Dienst
Eines muss man den Verantwortlichen des DFB lassen: Die teflonhafte Marketing-Offensive um „Die Mannschaft“ ist mittlerweile Geschichte – zum Glück. Denn in den Jahren nach dem gewonnenen WM-Titel 2014 versprühte das PR-Produkt Nationalmannschaft mit fehlender Fan-Nähe ungefähr so viel Charme wie Hochglanz-Werbekampagnen für Putzmittel. Zwei miserable Weltmeisterschaften in Russland und Qatar hatten den Kredit der DFB-Elf bei ihren treuen Anhängern endgültig verspielt.
Das Image hat sich in den vergangenen Jahren gebessert. Auch dank der Verpflichtungen von Trainer-Stratege Julian Nagelsmann und Fußball-Legende Rudi Völler. Ist die DFB-Elf vom emotionalen Eisklotz nun wieder zur großen Liebe geworden? Nein, mitnichten.

Zugegeben: Ein Hauch von Gänsehaut flackert auf, wenn Peter Schillings Wiederauferstehungs-Hit „Völlig losgelöst“ im Stadion geschmettert wird. Und der gescholtene Rückkehrer Leon Goretzka im Viertelfinal-Hinspiel der Nations League in Mailand den Siegtreffer zum 2:1 ins Tor zimmert. Fans kommen wieder mit Schwarz-Rot-Gold-Bemalung ins Stadion und feuern die Mannschaft um Superstars wie Jamal Musiala aus Überzeugung an.
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Zur Wahrheit gehört aber auch: Wer im Jubel-Trubel-Heiterkeit-Modus vor eigenem Publikum eine 3:0-Führung gegen Italien verspielt, ist noch nicht soweit, die Herzen der Fans vollends zurückzuerobern. Es fehlt die Stabilität, um Ergebnisse ins Ziel zu bringen. Und den Fans die Gewissheit zu verkörpern: Da brennt nichts mehr an. Gelingt Julian Nagelsmann dieses Kunststück, kann die Nationalmannschaft spätestens zur WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA wieder zu Deutschlands liebstem Kind werden.
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