Das kuriose Tor zum 2:0 für Deutschland in der Nations League gegen Italien ist eines, das so schnell nicht in Vergessenheit geraten wird. Während die Spieler der italienischen Nationalmannschaft vor der Ecken-Ausführung diskutierten, schnappte Joshua Kimmich sich denn Ball und passte geistesgegenwärtig in die Mitte des Sechzehners. Da stand Musiala völlig frei vor dem Tor und musste nur noch zum 2:0 einschieben.

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Die italienischen Spieler schauten sich nach dem Tor nur mit einer Mischung aus fragenden und bedröppelten Blicken an. Viele Augen richteten sich auch in Richtung Schiedsrichter Szymon Marciniak. Der aber streckte lediglich seine Hand aus, pfiff und zeigte in Richtung Mittellinie - das klare Zeichen, dass das Tor zählt. Auch der Video-Referee meldete sich nicht zu Wort.

Ganz offensichtlich haben die italienischen Spieler nicht mit der schnellen Ausführung der Ecke gerechnet. Es kommt der Eindruck auf, dass die Mannschaft auf einen Pfiff oder ein klares Signal des Schiedsrichters gewartet hat, mit dem die Ausführung der Ecke angekündigt wird.

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Offizielle IFAB-Regeln: DFB-Tor war regelkonform

Die offiziellen Fußball-Regeln werden von der IFAB (International Football Association Board) herausgegeben. In ihrem aktuellsten Regelwerk schreiben die Regelhüter unter Punkt 17 zum Thema Eckstoß: „Der Ball muss ruhig am Boden liegen und wird von einem Spieler des angreifenden Teams mit dem Fuß gespielt“ Und weiter: „Der Ball ist im Spiel, wenn er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt hat“. Davon, dass der Schiedsrichter das Spiel vorher angepfiffen haben muss, steht dort nichts.

Deutschlands Jamal Musiala (r) wird nach seinem Tor zum 2:0 von seinen Mitspielern umjubelt.
Deutschlands Jamal Musiala (r) wird nach seinem Tor zum 2:0 von seinen Mitspielern umjubelt. © dpa | Fabian Strauch

Das bestätigt auch Alex Feuerherdt, der Leiter Kommunikation und Medienarbeit der DFB Schiri GmbH, bei ntv: „Bei einem ganz normalen Eckstoß, genauso wie bei einem Einwurf oder einem Abstoß, ist das nicht der Fall.“

Der Experte erklärt: „Hier ist der Ball einfach ins Toraus gegangen, da geht es weiter mit der Ausführung des Eckstoßes.“ Feuerherdt führt weiter aus: „Es gibt auch Pflichtpfiffe. Dass ein Strafstoß angepfiffen werden muss, ist, denke ich, jedem klar. Auch wenn ein Spieler auf dem Spielfeld behandelt worden ist, muss hinterher angepfiffen werden.“ Gibt es aber keinen Grund für eine Spielverzögerung, läuft das Spiel ohne weiteren Schiedsrichter-Eingriff weiter. So geschehen beim Tor von Jamal Musiala.

Kurioses Tor der deutschen nationalmannschaft: Auch Liverpool traf einst auf ähnliche Weise

Die deutsche Nationalmannschaft ist nicht die einzige Mannschaft, die die Unaufmerksamkeit des Gegners unmittelbar vor einer Ecke für sich zu nutzen wusste. Das bekannteste Ecken-Tor ist sicherlich das des FC Liverpool aus dem Jahr 2019. Im Halbfinale der Champions League zwischen den Reds und dem FC Barcelona machte sich Trent Alexander-Arnold die Unsortiertheit der Katalanen zu eigen und führte die Ecke blitzschnell aus. Der Ex-Bundesliga-Spieler Divock Origi musste die scharfe Hereingabe nur noch aus kurzer Distanz am deutschen Torhüter Marc-Andre ter Stegen vorbei über die Linie schieben.

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Das Tor ging in die Annalen des FC Liverpool ein. Denn es sorgte für den Champions-League-Finaleinzug der Engländer, die nur einen Monat später den Henkelpott in die Höhe streckten. Trent Alexander-Arnolds Geistesblitz ist für immer mit diesem Titel verbunden. Ganz so ikonisch wird das Tor von Jamal Musiala gegen Italien wohl nicht in Erinnerung bleiben, aber auch dieser Treffer dürfte seinen Platz in jedem Jahresrückblick sicher haben.