Osmonds Leben wäre fast vorbei gewesen, bevor es wirklich angefangen hat: Der Einjährige lebt mit seiner Mutter in einem kleinen Ort im Norden Ghanas. Als er sieben Monate alt war, entdeckten die Ärzte bei ihm einen komplexen Herzfehler, der ihm fast das Leben gekostet hätte. Wäre da nicht Gerald Asamoah.
Geboren in einem kleinen Dorf in Ghana wurde der heute 47-Jährige in Deutschland zum Fußballstar und auf Schalke zur Legende. Dabei hätte ein chronischer Herzfehler seine Karriere fast zerstört, bevor sie wirklich begann. Damals habe er sich geschworen, sagt er: „Wenn ich jemals wieder auf dem Platz stehen kann, will ich etwas zurückgeben.“
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Dieses Versprechen hat er nun mit seiner Stiftung, die er bereits 2007 gegründet hat, zum vierten Mal eingelöst. Zusammen mit der Bonner Organisation „Kinderherzen“ hat er erneut einen lebensrettenden Einsatz in seinem Heimatland Ghana organisiert. In einer Woche im November hat ein medizinisches Team vom Herzzentrum des Evangelischen Klinikums Niederrhein in Duisburg ehrenamtlich sechs Kinder am offenen Herzen operiert und bei zwölf Kindern einen Katheter-Eingriff vorgenommen.
Jedes hundertste Kind kommt mit einem Herzfehler zur Welt
Jedes hundertste Kind kommt mit einem Herzfehler zur Welt. Mehr als 90 Prozent von ihnen haben jedoch keinen Zugang zu einer Behandlung. Noch bedeuten Herzfehler in Ländern wie Ghana meist „ein Todesurteil“, sagt Chefarzt Michael Scheid. Weltweit fehlt es an Kinderherz-Spezialisten. „Das hängt damit zusammen, dass es sehr komplex ist und die Ausbildung sehr, sehr lange dauert. Und es ist auch emotional etwas anderes, ob man ein Kind oder einen Erwachsenen am offenen Herzen operiert. Das kann nicht jeder“, sagt Scheid.
Diese Redaktion hat Gerald Asamoah 2023 bei seinem ersten Einsatz in Ghana begleitet. Mehr dazu lesen Sie hier:
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Er hat sein Wissen an die ghanaischen Kollegen weitergegeben und zusammen mit seinem Team 18 Kindern, deren Familien sich einen Eingriff nicht hätten leisten können, das Leben gerettet. Auch im Frühjahr war das Team aus dem Ruhrgebiet in der Hauptstadt Accra. Insgesamt konnten sie innerhalb der vergangenen zwei Jahre bereits 85 Kindern helfen.

Asamoah wird diese Ghana-Reise allerdings nicht nur deswegen in Erinnerung bleiben: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeichnete ihn mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Er sei ein besonderer „Brückenbauer zwischen Ghana und Deutschland“, so Steinmeier. Asamoah erhielt den Orden in Accra. „Das ist etwas, was Du jetzt Tag und Nacht tragen kannst“, sagte Steinmeier nach der Ordensverleihung scherzhaft zu Asamoah.
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Dieser scheint genau das zu tun: Bei seiner „Gala der Herzen“ präsentierte er das Bundesverdienstkreuz stolz auf der Bühne der Düsseldorfer „Seifenfabrik Dr. Thompson“. Hier feierte Asamoah am Samstag, den 15. November, seine jährliche Spendengala. Einer der Hauptsponsoren seiner Stiftung ist die FUNKE Mediengruppe, zu der auch diese Zeitung gehört.
Fernsehmoderator Patrice Bouédibéla führte durch den Abend, auf der Bühne performten unter anderem Popsänger Joris und die Düsseldorfer Newcomer „D-Selection“. Um die Herzoperationen finanzieren zu können, wurden am Gala-Abend zahlreiche Preise verlost und versteigert.
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Darunter etwa ein „Meet & Greet“ mit Trainerlegende Hansi Flick in Barcelona, ein Treffen mit Torhüter Manuel Neuer und zahlreiche signierte Fußball-Trikots. Insgesamt kam eine Spendensumme von 190.000 Euro zusammen. „Damit“, sagt Gerald Asamoah, „können wir im nächsten Jahr wieder nach Ghana reisen und Leben retten.“






