Bei der Urlaubsplanung achten die meisten auf eine gute Infrastruktur, weitläufige Strände und gepflegte Hotels. Für eine gewisse Gruppe wie Dialyse-Patienten funktioniert das nicht so einfach, da sie während des Urlaubs auf ständige medizinische Betreuung angewiesen sind und ihren Urlaubsort danach ausrichten müssen.

In Deutschland sind laut Nierenstiftung rund 80.000 Menschen dauerhaft auf die Dialyse angewiesen. Sie ist ein Gerät zur Reinigung des Blutes und kommt bei Patienten zum Einsatz, deren Nieren diese Arbeit nicht mehr selbstständig erledigen. Dialysemaschinen ersetzen in solchen Fällen die Nieren und müssen regelmäßig angewandt werden. Die meisten Patienten gehen dreimal pro Woche zwischen vier und fünf Stunden zur Dialyse. Wie lange eine einzelne Blutwäsche dauert, hängt unter anderem davon ab, ob die Nieren noch Restleistung erbringen oder komplett ersetzt werden müssen.

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Dialyse: Kriterien für den Urlaubsort – von Einrichtung bis Personal

Die häufigste Ursache für eine dauerhafte Dialysepflicht ist eine chronische Nierenerkrankung. Sie entsteht meist schleichend und kann lange unbemerkt bleiben. Auslöser können Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder entzündliche Erkrankungen der Nierenkörperchen sein. In manchen Familien treten Nierenerkrankungen gehäuft auf, bestimmte genetische Veranlagungen, aber auch Autoimmunerkrankungen oder sogar Medikamente können die Nieren auf Dauer schädigen.

Wenn das Organ nur noch weniger als 15 Prozent seiner Funktion erfüllt, spricht man in der Medizin vom terminalen Nierenversagen. Ab diesem Stadium ist eine Dialyse oder eine Nierentransplantation unumgänglich. Die Entscheidung für die Dialyse hängt nicht nur vom medizinischen Zustand ab, sondern auch davon, ob eine Spenderniere verfügbar ist oder ob eine Transplantation gewünscht ist.

Eine gespendete Niere wird dem Empfänger eingesetzt. Im Schnitt hat er acht Jahre darauf gewartet. (Symbolbild)
Eine gespendete Niere wird dem Empfänger eingesetzt. Im Schnitt hat er acht Jahre darauf gewartet. (Symbolbild)© picture alliance/dpa/Keystone | Martial Trezzini

Die Urlaubslocation für Dialysepatienten braucht eine passende Einrichtung. Sie muss die international anerkannten Hygienestandards erfüllen und ausreichend mit Fachpersonal versorgt sein. Diese sollten idealerweise entweder mehrsprachig sein oder es sollten Übersetzungsdienste zur Betreuung ausländischer Dialysepatienten bereitgestellt werden. Flexible Terminvergaben, freie Kapazitäten und barrierefreie Zugänge sind weitere wichtige Kriterien.

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Gut zu wissen: Die Fahrtkosten vom Aufenthaltsort zur nächsten Dialyseeinrichtung werden von der Krankenkasse erstattet. Der Betrag ist allerdings gedeckelt und entspricht maximal der Kostenhöhe, die für Fahrten zu Hause anfallen. Für Kassenpatienten ist es wichtig, vor Urlaubsantritt die Fahrkostenübernahme mit der Krankenkasse zu klären und eine Genehmigung mitzuführen.

Urlaub mit Dialyse: Bezahlt die Krankenkasse die Reise?

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für Feriendialyse innerhalb Deutschlands. Abgerechnet wird mit der elektronischen Gesundheitskarte, der Patient muss keine weiteren Schritte einleiten.

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Auch im Ausland ist eine Kostenübernahme möglich, sofern die Behandlung entweder in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union, einem Staat mit Sozialversicherungsabkommen oder in einem Staat des Europäischen Wirtschaftsraumes durchgeführt wird. Patienten sollten jedoch vor ihrer Reise mit der Krankenkasse abklären, welche Leistungen dann bezahlt werden und für welchen Zeitraum das möglich ist.

Zunächst sollte man mit dem Arzt sprechen, ob der Gesundheitszustand stabil ist und er das Go für die Reise gibt. Viele Dialysebetroffene leiden nämlich unter zusätzlichen Erkrankungen, Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder Diabetes. Wenn der Arzt mit den Reiseplänen einverstanden ist, folgt die Kostenklärung mit der Krankenkasse. Manchmal kann auch eine zusätzliche Reisekrankenversicherung sinnvoll sein, wo jedoch genau geprüft sein sollte, ob sie nur akute Fälle oder auch die Grunderkrankung abdeckt und welche Leistungen genau von der Versicherung übernommen werden.

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Da Dialysepatienten täglich Medikamente nehmen, ist es je nach Reiseziel wichtig, die Zollbestimmungen zu prüfen und mit der Airline die Mitführung verschiedener Medikamente zu klären. Für den Arzt vor Ort sind die Behandlungsinformationen wie Befunde oder Arztbriefe hilfreich. Auch der Ernährungsplan sollte weiter eingehalten werden.