Eigentlich hatte Nadine Brunner vor, nun eine Qualifizierung zur Physiotherapeutin zu beginnen – doch der Plan der medizinischen Bademeisterin liegt auf Eis, da die Stadt Duisburg ihr partout keinen Kitaplatz für ihren Sohn Damian zuweist. Dabei hat die alleinerziehende Mutter ihn schon kurz nach seiner Geburt vor fast drei Jahren angemeldet beim städtischen Vergabe-Portal „Kita-Place“, hat bei Kitas vorgesprochen und zuletzt auch mehrfach beim Jugendamt. Es ist kein Einzelfall: Rund 500 Kinder warten auf Nachricht zu einem Betreuungsplatz – und das zum Start des Kitajahres.
Natürlich fehlen Kitaplätze in fast allen Städten des Ruhrgebiets. Doch die Situation in Duisburg ist speziell, denn einerseits hat die Stadt es bislang durchaus geschafft, ausreichend Plätze anzubieten. Doch nun hapert es schon bei der Vergabe und der Information darüber. Jugenddezernent Thomas Krützberg hat kürzlich zwar versprochen, allen Eltern noch einen Platz in Kita oder Tagespflege zu organisieren. Doch durch das Vergabe-Chaos fehlt Planungssicherheit – zum Beispiel für den Wiedereinstieg in den Beruf. Krützberg schreibt die massiven Probleme auch dem Online-Portal Kita-Place zu. Allerdings liegt das eigentliche Problem eher im Jugendamt, das wie viele andere Ämter in Duisburg unter Personalmangel leidet.


