• Speicher gibt es mit Balkonkraftwerken im Set oder später zum Nachrüsten.
  • Wer einen Speicher nachrüstet, sollte einige technische Details beachten.
  • Je nach Speicherkapazität beginnen die Preise ab rund 500 Euro.

Ein Speicher kann ein Balkonkraftwerk sinnvoll ergänzen – vor allem, wenn tagsüber weniger Strom verbraucht wird und ein Teil des erzeugten Solarstroms ungenutzt ins Netz fließt. Wer Speicher und Balkonkraftwerk getrennt gekauft hat, kann den Speicher später nachrüsten. Vor dem Kauf lohnt es sich jedoch zu prüfen, ob beide Systeme zusammenarbeiten. Denn nicht jeder Speicher harmoniert mit jeder Anlage.

Speicher zum Balkonkraftwerk nachrüsten: Wichtiger Hinweis zur Anmeldung

Zunächst sollten Anlagenbesitzer klären, ob ein Speicher zum Balkonkraftwerk sinnvoll ist. Häufig verbrauchen Grundlastgeräte wie Internet, Kühlschrank und Co. schon einen großen Teil des Solarstroms. Ein Strommesser überprüft die Einspeiseleistung sowie den Verbrauch und zeigt, ob sich der Kauf eines Speichers überhaupt lohnt. Eine präzise Berechnung kann später auch helfen, die passende Speicherkapazität zu finden.

Wichtig: Einige Netzbetreiber verlangen, dass Besitzer den Speicher ihres Balkonkraftwerks separat anmelden. Denn ein Speicher zählt bislang nicht zum Begriff des Steckersolargeräts. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) umfasst dieser Solarmodule, Wechselrichter, Anschlussleitung und Stecker (§ 3, Absatz 43). Deshalb gilt die vereinfachte Anmeldung für Speicher bisher offiziell nicht.

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Solarspeicher nachrüsten: Vorab technische Voraussetzungen klären

Anschließend sollten Speicher-Interessierte die technischen Voraussetzungen für die zusätzliche Anschaffung prüfen. Folgende Checkliste dient dabei zur Orientierung:

  • Hat der Speicher einen integrierten Wechselrichter? Für eine einfache Nachrüstung sind Systeme mit integriertem Wechselrichter besonders geeignet. Alternative DC-Lösungen müssen mit dem Wechselrichter kompatibel sein.
  • DC- oder AC-Kopplung? Bei DC-Systemen fließt der Solarstrom direkt in den Speicher. Das ist effizient, aber technisch aufwendiger. AC-Systeme sind flexibler nachrüstbar, haben aber leichte Umwandlungsverluste.
  • Energiemanager oder App-Steuerung? Zur optimalen Nutzung des Speichers braucht es ein Steuerungssystem. Teils sind diese in der Hardware integriert, teils als App verfügbar.
  • Speichergröße sinnvoll wählen: Zu kleine Akkus sind schnell voll, zu große bleiben oft ungenutzt. Faustregel: Ein bis zwei Kilowattstunden (kWh) reichen für typische Balkonkraftwerke.
  • Zähler und Nulleinspeisung: Manche Netzbetreiber verlangen bei Speichern mit Rückeinspeisung einen Zweirichtungszähler oder fordern eine Nulleinspeisung. Diese bestimmen, ob und wieviel Strom aus der Anlage ins öffentliche Netz fließen darf.
  • Sicherheit und Zulassung: Speicher müssen VDE-Normen erfüllen und unter anderem über einen Batterieschutz verfügen.
  • Installation: Plug-and-Play-Systeme sind einfach anzuschließen. Wichtig: Die Installation muss ein Fachbetrieb übernehmen.

Ein Schaltplan hilft dabei, die Komponenten eines Balkonkraftwerks mit Speicher korrekt zu verbinden – insbesondere, wenn kein Plug-and-Play-System wie von Kleines Kraftwerk oder Anker zum Einsatz kommt. Der Plan zeigt, wie Solarmodule, Wechselrichter, Speicher und gegebenenfalls ein Energiemanager zusammenarbeiten. Besonders sinnvoll ist ein Schaltplan dann, wenn einzelne Komponenten wie der Speicher nachträglich von einem Drittanbieter dazukommen.

Das Foto zeigt, wie eine stark vereinfachte Skizze für einen Schaltplan aussehen kann.
Das Foto zeigt, wie eine stark vereinfachte Skizze für einen Schaltplan aussehen kann. KI-Tools wie ChatGPT können bei der Ausarbeitung helfen.© Skizze | ChatGPT

Speicher zum Balkonkraftwerk: Schritt für Schritt nachrüsten

Sind die genannten Voraussetzungen erfüllt, kann der Speicher an das Balkonkraftwerk angeschlossen werden. All-in-One-Systeme mit integriertem Wechselrichter, wie die Anker Solarbank 3 E2700 Pro*, integrieren sich meist zwischen Solarmodul und Steckdose. Handelt es sich beim Speicher um eine separate Nachrüstung, wird er in der Regel hinter dem Wechselrichter angeschlossen, also auf der AC-Seite. Die Einrichtung erfolgt häufig über eine App.

Moderne Speicher bieten häufig eine automatisierte Steuerung des Be- und Entladens. Unternehmen wie Anker experimentieren auch mit künstlicher Intelligenz, die den Stromverbrauch mit Wetterdaten und Verbrauchsmustern abgleichen sollen. Bis solche KI-Modelle serienreif sind, bieten Smart-Home-Systeme eine praktische Alternative: Über smarte Steckdosen und Co. lässt sich der Verbrauch zeitlich steuern. Dabei helfen Steckeraufsätze wie der Shelly-Plug*, die Lasten gezielt in die Sonnenstunden verlagern.

Was sind AC- und DC-Speicher?

Solarspeicher für Balkonkraftwerke lassen sich grob in AC- und DC-Systeme unterteilen. AC-Systeme sind die gängigste Lösung und werden nach dem Wechselrichter angeschlossen – also dort, wo der Strom schon in normalen Haushaltsstrom umgewandelt wurde. Sie lassen sich besonders einfach nachrüsten und sind oft als Plug-and-Play-Lösungen erhältlich.

DC-Systeme greifen den Strom direkt vom Solarmodul ab, noch bevor er umgewandelt wird. Das macht sie etwas effizienter als AC-Speicher. Sie erfordert aber eine genauere Abstimmung zwischen Speicher und Wechselrichter.

Welche Balkonkraftwerke die Nulleinspeisung automatisch mitbringen

Nulleinspeisung bedeutet, dass der erzeugte Strom nur im eigenen Haushalt verbraucht wird und keine Kilowattstunde in das öffentliche Netz fließt. Viele Balkonkraftwerke können das inzwischen automatisch. Speicher wie der Zendure Solarflow* und die Hoymiles-Wechselrichter bieten entsprechende Einstellungen in einer App.

Wichtig: Die Nulleinspeisung sollte korrekt aktiviert sein. Wer unsicher ist, ob ein Wechselrichter oder Speicher die Nulleinspeisung unterstützt, findet diese Angabe in der App oder beim Hersteller. In vielen Fällen lässt sich die Funktion mit wenigen Klicks einschalten, manchmal ist jedoch ein Firmware-Update oder ein zusätzliches Steuergerät wie ein Stromsensor oder ein Smartmeter erforderlich.

Wechselrichter und SpeicherNulleinspeisung
Zendure Solarflowmöglich über den „Smart-CT-Modus“ in der Zendure-App und in Verbindung mit einem Stromsensor (z. B. Shelly 3EM)
Hoymiles DTU-Pro + Smart Metermöglich über Kombination von Hoymiles-Wechselrichter, DTU-Pro-Steuerungseinheit und einem kompatiblen Smart Meter
Anker SOLIX Solarbank 3 Promöglich in Verbindung mit dem Anker Smart Meter, die Funktion ist über die Anker-App konfigurierbar.

Balkonkraftwerk: Tests und Empfehlungen für nachrüstbare Speicher

Testberichte zu Solarspeichern wie von „Heise Online“ oder auch „Computer Bild“ bieten einen Überblick über aktuell verfügbare Speichersysteme. Zu den Testsiegern zählen namhafte Marken wie Anker, Zendure oder Hoymiles. Doch auch ein paar unbekannte Namen schaffen es unter die top Zehn. Dazu zählen etwa der in Deutschland produzierte Maxxisun Maxxicharge 5.0* oder der Growatt Noah 2000 ab rund 410 Euro über Amazon*.

Im Preissegment unter 500 Euro finden sich kaum leistungsfähige Speicher. Eine Powerstation eignet sich für Balkonkraftwerke als Stromspeicher aufgrund meist niedrigerer Speicherkapazitäten kaum. Powerstationen mit ein bis zwei Kilowatt kosten häufig mehr als 500 Euro. Umso wichtiger ist der oben erklärte Leistungscheck: Nur bei genügend überschüssigem Strom rechnet sich die Investition.

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Speicher zum Balkonkraftwerk nachrüsten lohnt sich aus mehreren Gründen

Wer seinen Eigenverbrauch steigert, profitiert stärker vom Balkonkraftwerk: Die Investition rechnet sich dann schneller. Den Speicher nachzurüsten hat aber noch einen weiteren Vorteil, denn die Investition lässt sich damit aufteilen. Während Komplettsets mit Speicher oft über 1000 Euro kosten, gibt es Balkonkraftwerke mit 800 Watt schon unter 500 Euro. So bleibt die Einstiegshürde niedrig – und man kann bei einem attraktiven Speicherangebot später flexibel nachlegen.

*Der Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Die verlinkten Angebote stammen nicht vom Verlag. Wenn Sie auf einen Affiliate-Link klicken und über diesen einkaufen, erhalten wir vom entsprechenden Anbieter eine Provision. Die Auswahl der Produkte wird davon nicht beeinflusst, die Redaktion arbeitet zu 100 Prozent unabhängig. Für Sie als Nutzerinnen und Nutzer verändert sich der Preis nicht, es entstehen Ihnen hierdurch keine zusätzlichen Kosten. Die Einnahmen tragen dazu bei, Ihnen hochwertigen, unterhaltenden Journalismus kostenfrei anbieten zu können.