Zusammenfassung

  • Menschen mit ADHS greifen oft zu Fast Food und zuckerhaltigen Lebensmitteln
  • Doch laut Experten ist gerade für sie eine gesunde Darmflora wichtig
  • Ernährungsmediziner Riedl verrät: Ein Getränk könnte sogar ADHS-Symptome lindern

Sie sind impulsiv und können sich schlecht selbst organisieren: Betroffenen von ADHS fällt es daher oft schwer, sich ausgewogen zu ernähren und somit für eine gesunde Darmflora zu sorgen – und das gefährde das Wohlergehen: „Ist unsere Darmflora besser, ist die Hirnfunktion besser“, sagt Thilo Palloks. Der Psychiater behandelt Kinder und Jugendliche mit Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung.

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Auch Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl bestätigt: „Unsere Darmflora bestimmt unser Verhalten mit.“ Eine ungesunde Darmflora mache uns etwa müde und traurig bis depressiv, eine gesunde wiederum vital, lebendig und glücklich. „Das ist ein komplexer Vorgang, den wir noch nicht im Einzelnen verstehen.“ Klar sei aber: Ein Getränk könnte es ADHS-Betroffenen nun erleichtern, ihre Darmflora unkompliziert auf Vordermann zu bringen.

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Von der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS) sind in Deutschland Schätzungen zufolge zwei bis sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen sowie fünf Prozent der Erwachsenen betroffen.

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Psychiater Thilo Palloks weiß: „Sie ernähren sich häufig ungesund.“ Das könne zum einen daran liegen, dass Zucker und kohlenhydratreiche Lebensmittel Betroffenen Dopamin liefern. Menschen mit ADHS mangelt es häufig an diesem sogenannten „Botenstoff des Glücks“, weshalb sich ungesundes Essen für sie besonders gut anfühlen könne. Hinzu kommt, dass Impulsivität neben Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit eines der Hauptsymptome von ADHS ist. Betroffenen fällt es häufig schwer, den Einkauf zu planen und selbst zu kochen.

Wie ADHS-Betroffene von Kefir profitieren können

Umso hilfreicher könnte es für ADHS- und ADS-Betroffene sein, ihre Symptome mit einem einzigen Getränk zu verbessern. Eine Studie von 2023 legt nahe, dass Kefir helfen könnte. Demnach hätten die ADHS-Symptome einer Gruppe, die täglich 125 Milliliter der fermentierten Sauermilch getrunken haben, gegenüber einer anderen Gruppe, die ein Placebo-Getränk verabreicht bekam, merklich abgenommen.

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Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl weiß, wie die Darmflora die Symptome von ADHS-Betroffenen beeinflusst.© ZRO | FRANK VON WIEDING

Die Autorinnen und Autoren vermuten, dass das an den Bakterien im fermentierten Kefir liegt. Ganz genau erklären kann auch Ernährungs-Doc Riedl das noch nicht. „Wir wissen erst zehn Prozent davon, was in der Darmflora überhaupt passiert“, gibt er zu bedenken. Doch die Bakterien, die den Kefir fermentieren – also haltbar machen – „scheinen die Darmflora günstig zu beeinflussen“, so der Experte.

Wie viel Kefir Menschen mit ADHS trinken sollten

Er empfiehlt denn auch 200 bis 300 Milliliter pro Tag für Betroffene. Ohnehin sei eine Ernährungsberatung für Betroffene unerlässlich. Sie könnten sich etwa an den Berufsverband Deutscher Ernährungsmedizinerinnen und -mediziner wenden. Denn: „Mit einer gesunden Ernährung können wir ADHS-Symptome verbessern.“ Auch Palloks empfiehlt eine Ernährungsberatung neben Sport und Ergotherapie als wichtige Ergänzung zu klassischer Verhaltenstherapie, Medikation und Psychoedukation.

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Im Endeffekt sei auch die Ernährungsberatung dann eine Art Trial-and-Error, erklärt Dr. Riedl. In Anleitung durch ausgebildete Ernährungsmedizinerinnen und -mediziner probieren Betroffene hier verschiedene Lebensmittel und schauen, was die Symptome tatsächlich lindert. Das gelte für Kefir oder andere fermentierte Lebensmittel wie Kimchi oder Sauerkraut: einfach mal ausprobieren.

Dieser Artikel erschien erstmals im April 2025.