Was ist ADHS?
ADHS steht für „Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitäts-Störung“, eine Verhaltensstörung, die durch starke Impulsivität, körperliche Unruhe und Hyperaktivität sowie mangelnde Aufmerksamkeit und Konzentration geprägt ist. Dabei sind die Übergänge von normalem zu auffälligem Verhalten meist fließend und die Schweregrade von ADHS variieren.
Der Verdacht auf ADHS besteht meist schon im Kindes- oder Jugendalter. Es kommt zu Problemen in der Schule und in sozialen Beziehungen, etwa mit Eltern, Geschwistern, Mitschülern und Freundinnen. Betroffenen fällt es schwer, einmal angefangene Tätigkeiten auch zu Ende zu führen, sie lassen sich sehr leicht ablenken und es unterlaufen ihnen immer wieder kleinere Fehler, die mangelnder Konzentration zuzuschreiben sind.
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ADHS ist nicht heilbar, mit den richtigen Behandlungsmethoden kann die Lebensqualität der Betroffenen jedoch langfristig verbessert werden. Dabei gilt: Je früher die Störung diagnostiziert wird, desto besser lassen sich negative Effekte auf die Entwicklung sowie das spätere Leben vermindern.
Welche Formen von ADHS gibt es?
Nicht in allen Fällen sind Betroffene hyperaktiv. ADS (also Aufmerksamkeitsdefizit-Störung) ist eine Unterform von ADHS und ebenfalls verbreitet. Der Unterschied lässt sich in der Regel schnell feststellen: Kinder, die von ADHS betroffen sind, können nur schwer für einen längeren Zeitraum still sitzen und stehen während des Unterrichts, den Hausaufgaben oder beim Essen immer wieder auf oder „zappeln“. Liegt eine ADS vor, ist dies nicht der Fall.
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Im Jugendalter kann sich die körperliche Unruhe in innere Anspannung umwandeln. Betroffene erscheinen dann ruhiger, die Grundstörung ist jedoch nach wie vor vorhanden. Die Impulsivität ist ebenfalls ein Merkmal, dass sich im Laufe der Jahre häufig zurückbildet. Auch sind nicht immer alle drei Merkmale gleich stark ausgeprägt. Das amerikanische Klassifikationssystem (DSM 5) unterscheidet daher zwischen drei verschiedenen Varianten von ADHS:
- Gemischte Erscheinigungsform: Die klassische Erscheinungsform von ADHS, bei der alle drei Hauptmerkmale in erkennbarer Weise vorliegen. Das Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation (ICD-10) benennt diesen Typus auch als hyperkinetische Störung (HKS).
- Vorwiegend unaufmerksame Erscheinigungsform: Hier steht die mangelnde Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit im Vordergrund, während keine oder kaum eine motorische Unruhe oder gar Impulsivität vorliegt. In manchen Fällen sind Betroffene dieses Typs sogar auffallend ruhig und weisen eine stark verminderte körperliche Aktivität (Hypoaktivität) auf.
- Vorwiegend hyperaktiv-impulsive Erscheinungsform: Betroffene tanzen durch auffallende Hyperaktivität und Impulsivität immer wieder aus der Reihe, ihre Konzentrationsfähigkeit wird dadurch jedoch nicht oder nicht nennenswert beeinträchtigt.
- Residualtyp: Vom Residualtyp spricht man, wenn sich zuvor vorhandene Symptome von ADHS mit der Zeit zurückbilden, während andere weiterhin ausgeprägt sind.
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ADHS: Welche Symptome gibt es und wer ist betroffen?
Neben den bereits genannten Hauptmerkmalen von ADHS gibt es häufig noch zahlreiche weitere Begleitsymptome. Dazu gehören etwa:
- unangemessenes oder aggressives Verhalten
- Entwicklungsrückstände und (Schul-)Leistungsprobleme
- Koordinationsschwierigkeiten
- Ängste und Unsicherheiten
- depressive Symptome wie Apathie und Lustlosigkeit
- Tics (z. B. Zuckungen im Gesicht oder Oberkörper)
ADHS gilt als weit verbreitete neurobiologische Störung. Je nachdem, welches Klassifikationsmaß benutzt wird, rechnen Experten mit einer globalen Häufigkeitsrate von 1 bis 5 Prozent. Dies stimmt Studien zufolge auch mit den Zahlen hierzulande überein, wonach man von bis zu 4 Millionen ADHS-Betroffenen in Deutschland sprechen kann. Auffallend ist, dass Jungs dabei zwei- bis viermal häufiger mit der Störung diagnostiziert werden als Mädchen. Die Ursache für das ungleiche Vorkommen ist bislang nicht geklärt, Forscher gehen jedoch von erblichen Faktoren aus.
Konkrete geschlechtliche Unterschiede könnten wiederum der Grund sein, weshalb Jungs häufiger zur Diagnose einem Arzt vorgestellt werden. Sie weisen häufiger aggressives, impulsives und hyperaktives Verhalten auf, das klar erkennbar ist, während Mädchen einigen Studien zufolge eher von Unaufmerksamkeit und emotionalen Schwierigkeiten betroffen sind, die oft lange unentdeckt bleiben oder fehldiagnostiziert werden.
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Welche Ursachen hat ADHS?
Die Entstehung von ADHS erfolgt durch äußerst komplexe Veränderungen im Gehirn, die häufig auch mit modernster Technologie nicht gänzlich nachvollziehbar sind. Konkret betroffen sind dabei die Neurotransmitter im Gehirn, also Botenstoffe wie etwa Dopamin, die einzelne Hirnzellen miteinander verbinden und Reize weiterleiten.
Wodurch diese Veränderungen hervorgerufen werden, ist bislang unklar. Es wird von einer ursächlichen Mischung aus vielen einzelnen genetischen Veränderungen, Umwelteinflüssen und anderen Einflussfaktoren, wie etwa Komplikationen bei der Schwangerschaft oder Geburt, ausgegangen. So kann beispielsweise eine Frühgeburt, Nikotin- und / oder Alkoholkonsum während der Schwangerschaft Veränderungen im Gehirn des Babys hervorrufen.
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Wie wird ADHS diagnostiziert und behandelt?
Bevor ADHS final diagnostiziert werden kann, müssen die entsprechenden Symptome bereits seit mindestens sechs Monaten vorliegen, vor dem zwölften Lebensjahr aufgetreten und eindeutig beobachtbar sein, beispielsweise indem sie den gewöhnlichen Alltag für Betroffene und Angehörige erheblich erschweren.
Die Diagnose selbst kann nur von einem geschulten (Jugend-)Psychiater oder einer Neurologin vorgenommen werden und besteht meist aus Verhaltensbeobachtungen sowie verschiedenen neurologischen und psychologischen Tests. Bei letzteren kommen häufig Fragebögen zur Selbsteinschätzung oder Einschätzung durch die Eltern, aber auch Lehrkräfte, zum Einsatz.
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Eine anschließende Behandlung erfolgt in der Regel mittels Psycho- bzw. Verhaltenstherapie. In einigen Fällen ist auch die Einnahme von Medikamenten nötig, die Impulsivität und Hyperaktivität vermindern sowie die Konzentration steigern. Bei Kindern und Jugendlichen ist es typisch, dass auch die Eltern einem Training unterzogen werden, bei dem sie lernen, angemessen mit der Störung umzugehen.















































































