Es ist dunkel, nass und die Fahrt zieht sich ewig: Wer im Herbst am Steuer sitzt, muss oft mehr Fahrtzeit einplanen als gewöhnlich. Der November gilt als Staumonat schlechthin. Was wirklich hinter dem Klischee steckt und wie Autofahrer Staus umgehen können.
Ist der November wirklich der Monat mit dem meisten Verkehr?
Der November ist neben dem Oktober klassischerweise der Monat mit dem meisten Stau im Jahresverlauf – sowohl auf Autobahnen als auch im städtischen Raum, heißt es vom ADAC. „Im Herbst und Winter steigen viele Pendler wieder auf das Auto“, so Sprecher Johannes Giewald.
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Gibt es im November deshalb auch die meisten Staus?
Mehr Verkehr führt auch zu mehr Stau - klingt logisch, gilt aber nicht für den durchschnittlichen Verkehr im Laufe eines Tages. Genauso logisch: „Im Herbst und Winter steigen viele Pendler wieder auf das Auto um und sie müssen sich erst wieder an die schlechten Sicht- und Fahrbedingungen gewöhnen“, so Johannes Giewald. Klassischerweise ist es Berufsverkehr voller als normalerweise. Zwischen 6.30 und 9 Uhr sowie zwischen 15.30 und 18 Uhr staue sich der Verkehr durchaus mehr als zu anderen Jahreszeiten. Außerhalb dieser Zeiten sei der Verkehr aber nicht viel auffälliger.

Wie lässt sich Stau vermeiden?
Die neuen Zahlen aus dem sogenannten Mikrozensus 2024 und dem Pendleratlas NRW zeigen, dass das Pendeln in NRW weiterhin zunimmt. Rund fünf Millionen Menschen fuhren demnach 2023 über die Grenzen ihres Wohnortes zur Arbeit. „Wenn wir wollen, dass NRW nicht mehr Stau-Land Nummer eins ist, müssen wir bei den Arbeitszeiten der Berufspendler ansetzen“, betont ADAC-Mobilitätsexperte Roman Suthold.
Der ADAC in NRW empfiehlt Berufspendlern, wo es geht, zumindest teilweise im Homeoffice zu arbeiten und flexible Arbeitszeitregelungen zu nutzen. Wer seinen Arbeitstag erst zu Hause beginnen kann, wenn die Autobahnen morgens voll sind, und dann ein bis zwei Stunden später in Büro fährt, spart Zeit und Nerven. Der Club rät außerdem dazu, ÖPNV-Alternativen zu prüfen oder Fahrgemeinschaften zu bilden.
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Verhalten sich die Autofahrer im November anders?
„Im Herbst und Winter müssen sich viele Pendler erst wieder an die schlechten Sicht- und Fahrbedingungen gewöhnen“, erklärt ADAC-Sprecher Johannes Giewald. Im Herbst sei auf allen Straßen mit witterungsbedingten Behinderungen zu rechnen. Vor allem Nebel könne die Sicht erheblich einschränken. Die Wetterbedingungen, vor allem aber die schlechtere Sicht führten bei vielen Autofahrern zu „verhaltenem und unsicherem Fahren, zum Beispiel durch frühes oder abruptes Abbremsen", warnt der Landesbetrieb Straßen.NRW. Hinzukommt: Nässe reduziere die Kapazität einer Autobahn, denn die Verkehrsteilnehmer hielten wegen der Sichtbehinderungen größere Abstände ein.
Gibt es zum Jahresende mehr Baustellen?
Gerade im November finden laut ADAC-Sprecher Giewald oft die meisten Baustellen statt. Laut Autobahn GmbH des Bundes gebe es derzeit bundesweit 590 Dauerbaustellen, davon ein Viertel (145) allein in Nordrhein-Westfalen (Stand November 2025).

Stau-Hotspots bleiben unter anderem der Großraum Köln (z.B. A1, A3, A4), der gesamte Abschnitt der A3 zwischen Köln und Oberhausen – vor allem der Bereich Duisburg/Oberhausen rund um das Autobahnkreuz Kaiserberg (A3, A40, A59 (Kreuz Duisburg) – und die A40 zwischen Duisburg und Essen. „Deutlich mehr Zeit müssen Autofahrer aktuell wegen Bauarbeiten auch auf der A57 zwischen Kamp-Lintfort und Meerbusch einplanen. Auf dem Abschnitt hat es schon im Oktober häufig die längsten Staus des Tages gegeben“, so Giewald.
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Seit Mitte Oktober ist zudem die A59 zwischen Düsseldorf und Leverkusen für mehrere Monate voll gesperrt, weshalb der Pendelverkehr die parallel verlaufenden Ausweichstrecken A3 und A57 zusätzlich belastet. Mitte November wird außerdem der Kölner Hauptbahnhof für den Zugverkehr zehn Tage lang gesperrt, weshalb einige Bahnpendler auf das Auto umsteigen werden.

Was können Autofahrer tun, um Unfälle zu vermeiden?
Autofahrer sollten ihre Fahrweise der Witterung anpassen. Assistenzsysteme wie ABS und ESP nützen etwa bei nassem Laub auf der Straße nur bedingt. Winterreifen haben nicht nur bei Eis und Schnee, sondern bereits bei Temperaturen unterhalb von sieben Grad Celsius bessere Griffigkeitswerte als Sommerreifen. Spätestens jetzt bietet sich auch ein Wintercheck an: Kühlwasser und Frostschutz kontrollieren, Batterie prüfen, Scheibenwischer erneuern, betont Straßen.NRW. (mko)
Dieser Artikel erschien erstmals 2023.








