Ein Balkonkraftwerk liefert pro Jahr etwa 1000 Kilowattstunden Strom. Bei vollständigem Eigenverbrauch sparen Verbraucher so rund 300 Euro pro Jahr, wenn der Strompreis bei 30 Cent pro Kilowattstunde liegt. Erfahrungswerte aus der Energiebranche zeigen, dass viele Haushalte nur 60 bis 80 Prozent der Energie selbst nutzen – was trotzdem eine Ersparnis zwischen 200 und 300 Euro bedeuten kann. Deshalb lohnt sich ein Balkonkraftwerk fast immer: Nach wenigen Jahren decken die eingesparten Stromkosten die Anschaffungskosten. Aktuelle Zahlen zeigen, dass darauf immer mehr Verbraucher setzen.

Am 30. Juni 2025 waren in deutschen Haushalten laut Bundesnetzagentur knapp über eine Million Balkonkraftwerke in Betrieb. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen, denn nicht alle Betreiber melden ihre Anlagen ordnungsgemäß an. Ein wichtiger Grund für den Boom sind die gesunkenen Preise. Ein Balkonkraftwerk mit 800-Watt-Wechselrichter kostet inzwischen weniger als 500 Euro. Viele Kommunen fördern den Kauf zusätzlich mit Zuschüssen.

Berlin mit starker Wachstumsrate bei Balkonkraftwerken – ein Haken

Der Balkonkraftwerk-Boom verläuft regional deswegen sehr unterschiedlich. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa liegen Niedersachsen und Rheinland-Pfalz vorn. In den beiden Bundesländern kommen auf 1000 Haushalte 34, beziehungsweise 31 Anlagen. Schlusslichter sind die Stadtstaaten Berlin und Hamburg. In Berlin verzeichnete das Marktstammdatenregister am 30. Juni rund 19.300 Balkonkraftwerke. Damit liegt die Hauptstadt noch vor Hamburg und Bremen zusammen.

Eine Grafik der DPA zeigt die Zahl der Balkonkraftwerke je 1000 Haushalte.
Für eine bessere Vergleichbarkeit hat die dpa die Balkonkraftwerke ins Verhältnis zur vom Statistischen Bundesamt erhobenen Zahl der Haushalte gesetzt.© dpa-infografik

Im Ländervergleich weist Berlin allerdings die zweitstärkste Wachstumsrate auf. Allein im ersten Halbjahr 2025 stieg der Bestand dort um 35 Prozent. Die Förderung für ein Balkonkraftwerk liegt in Berlin derzeit bei 250 Euro. Es gelten jedoch bestimmte Voraussetzungen, etwa beim Netzanschluss. Auch in Brandenburg nahm die Zahl privat installierter Solarpanels deutlich zu. Dort wuchs der Bestand um mehr als ein Drittel. Zuletzt war von fast 35.600 Anlagen die Rede.

Doch trotz der starken Wachstumsrate liegt der Anteil erneuerbarer Quellen an der Stromeinspeisung in Berlin nur bei 5,6 Prozent (Stand 2024). Die wichtigsten Energieträger bleiben Gas und Kohle. Das teilte das Amt für Statistik vor einigen Wochen mit. Für Berlin ist das zwar ein Rekordwert, jedoch weiterhin ein niedriges Niveau. In Brandenburg sieht es deutlich besser aus. Hier stammt mehr als die Hälfte des eingespeisten Stroms aus erneuerbaren Quellen – vor allem aus Windkraft.

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Diese Bundesländer melden die meisten Balkonkraftwerke

Grundsätzlich schneiden die Flächenländer beim Anteil erneuerbarer Energien deutlich besser ab als die Großstädte. Speziell bei Balkonkraftwerken spielt die Struktur des Gebäudebestands eine maßgebliche Rolle. Betrachtet man allein die Zahl der installierten Anlagen, liegen die bevölkerungsreichsten Bundesländer vorn. Nordrhein-Westfalen führt mit rund 200.000 Balkonkraftwerken – gefolgt von Bayern mit etwa 150.000.

Für eine bessere Vergleichbarkeit hat die dpa die Anzahl der Balkonkraftwerke ins Verhältnis zur vom Statistischen Bundesamt erhobenen Zahl der Haushalte gesetzt. Insgesamt sieht sich die Branche auf einem guten Weg. „Wir rechnen mit einer anhaltend hohen Nachfrage“, erklärt Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft laut den Nachrichtensendern „NTV“ und „BR24“

„Balkonkraftwerke sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“

Dass inzwischen auch Discounter wie Aldi oder Lidl Balkonkraftwerke verkaufen, werten Branchenvertreter als gutes Zeichen. „Das dürfte die Wahrnehmung stärken, dass Balkonkraftwerke in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind“, sagt Körnig. Auch Ikea führt mittlerweile Balkonkraftwerke mit und ohne Speicher im Sortiment. Oft kooperieren die Händler dafür mit bekannten Herstellern aus der Branche.