• In Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine landeseinheitliche Förderung für Balkonkraftwerke.
  • Auch Städte wie Berlin, München oder Heidelberg bezuschussen Balkonkraftwerke.
  • Auch dieses Jahr fällt für ein Balkonkraftwerk keine Mehrwertsteuer an.

Ein Balkonkraftwerk spart Stromkosten und refinanziert sich so über die Jahre selbst. Mit staatlichen Förderungen und steuerlichen Vorteilen verkürzt sich die Amortisationszeit deutlich. Doch die Förderlandschaft in Deutschland ist unübersichtlich – eine gezielte Recherche lohnt sich dennoch. Denn in einigen Städten sind Zuschüsse von über 500 Euro möglich. Wir zeigen, wie Sie passende Förderprogramme finden und welcher steuerliche Aspekt zusätzlich beim Sparen helfen kann.

Die erste Säule sind die Förderprogramme der Länder und Kommunen. Sie bezuschussen ein Balkonkraftwerk pauschal mit einem festen Betrag oder beteiligen sich anteilig an den Kosten. Förderanträge können fast überall digital bei den zuständigen Behörden eingereicht werden. In größeren Städten wie Berlin sind meist die Förderbanken dafür zuständig. Wichtig: Prüfen Sie vorab, ob ein Antrag vor oder nach dem Kauf gestellt werden muss.

Aktuelle Förderprogramme für Balkonkraftwerke 2025 im Überblick

Im Gegensatz zur Förderung regenerativer Heizungen gibt es für Balkonkraftwerke kein einheitliches Bundesprogramm. Die Länder und Kommunen legen selbst fest, wie gefördert wird – und unter welchen Bedingungen. Die Zuschusshöhen und Voraussetzungen unterscheiden sich daher deutlich. Wir haben einige Programme näher angeschaut. Besonders hohe Zuschüsse richten sich häufig gezielt an Haushalte mit geringem Einkommen.

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Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern

Am einfachsten gestaltet es sich in Sachsen. Hier können Bürger bis zu 300 Euro Zuschuss für ihr Balkonkraftwerk bekommen. Der Förderantrag wird digital über die sächsische Förderbank gestellt. Im Moment (Stand 17. Juni) sind noch Fördermittel in Höhe von 1.128.600 Euro verfügbar. Für Eigentümer ist das Budget schon ausgeschöpft. Es gelten aber Bedingungen – etwa für die Leistung der Solarmodule. Alle Voraussetzungen sind über die Internetseite der Förderbank einsehbar.

Bis zu 500 Euro für ein Balkonkraftwerk sind in Mecklenburg-Vorpommern über das Landesförderinstitut möglich. Genau wie in Sachsen können nur noch Mieter einen Zuschuss bekommen. Kostet das Balkonkraftwerk weniger als 500 Euro, werden maximal die Kauf- und Installationskosten übernommen. Dadurch ist ein Balkonkraftwerk zum Nulltarif möglich. Lidl, Aldi und Co. verkaufen Balkonkraftwerke teils deutlich unter dieser Preisschwelle.

Blick auf ein Balkonkraftwerk an einem Wohnhaus in Wismar in Mecklenburg-Vorpommern.
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine landeseinheitliche Förderung für Balkonkraftwerke (Archivbild).© IMAGO/Marc Stinger | IMAGO

Diese Städte fördern Balkonkraftwerke besonders stark

In vielen Bundesländern sind Förderungen für Balkonkraftwerke nur auf kommunaler Ebene verfügbar. Wir haben drei große Städte ausgewählt, die aktuell besonders hohe Zuschüsse bieten. Diese Förderungen sind allerdings einkommensabhängig gestaffelt. Die Maximalbeträge erhalten Haushalte mit geringem Einkommen. Über das Förderprogramm in Berlin berichten wir in einem eigenen Beitrag.

Ludwigsburg

Die Stadt Ludwigsburg in der Nähe von Stuttgart bietet mit bis zu 1450 Euro einen der höchsten Zuschüsse für Balkonkraftwerke. Zu beachten ist: Für die Maximalförderung muss man Inhaber einer „Ludwigsburg-Card“ sein. Diese richtet sich an Bürger mit wenig Geld. Ohne „Ludwigsburg-Card“ gibt es eine Förderung von 50 Prozent der Kosten – maximal jedoch 150 Euro pro Balkonkraftwerk. Der Förderantrag wird online über die Homepage der Stadt gestellt.

Düsseldorf

In Düsseldorf gibt es pro Balkonkraftwerk bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten erstattet. Maximal sind 800 Euro möglich, wenn neben der Mini-Solaranlage eine haushaltsbezogene Energiesparberatung erfolgt, berichtet „Finanztip“. Die Antragsteller müssen zudem über einen „Düsselpass“ verfügen. Wie in Ludwigsburg richtet sich dieser an Einwohner mit geringem Einkommen. Ohne den Pass gibt es über das Förderportal der Stadt maximal 600 Euro Zuschuss.

Bonn

Auch in Bonn gibt es den „Bonn-Ausweis“ für einkommensschwache Haushalte. Alle Ausweisinhaber können sich damit bis zu 90 Prozent des Kaufpreises von der Stadt zurückholen – maximal 640 Euro je Balkonkraftwerk. Auch für alle anderen Antragsteller sind die Zuschüsse für ein Balkonkraftwerk sozial gestaffelt. Konkret geht es um das „Fördermodul M13 für Stecker-Photovoltaik-Geräte“. Mieter bekommen etwa mehr als Wohnungseigentümer. Die Stadt Bonn informiert über ihre Homepage darüber.

Für Balkonkraftwerke wird keine Mehrwertsteuer fällig

Seit Anfang 2023 entfällt die Mehrwertsteuer auf Balkonkraftwerke bis 800 Watt – ebenso auf direkt angeschlossenes Zubehör wie Speicher, Halterungen und Wechselrichter. Wichtig ist, dass auf der Rechnung der Nullsteuersatz nach Paragraf 12 Absatz 3 UStG ausgewiesen wird. Der Steuervorteil gilt bundesweit und ist nicht einkommensabhängig. Von den meisten Händlern wird er schon im Endpreis berücksichtigt.

Im Gegensatz dazu werden Speicher für Balkonkraftwerke nicht in allen Förderprogrammen berücksichtigt. Manche Städte, etwa Ludwigsburg, bezuschussen Batteriespeicher – andere nicht. Auch die Rahmenbedingungen für eine Förderung sollten Verbraucher vorab genau prüfen, rät Energieexperte Tobias Ptok von der Verbraucherzentrale NRW. Einige Förderbedingungen würden über die gesetzlichen Rahmenbedingungen hinausgehen.

Lohnt sich eine Förderung? Experte warnt vor Mehrkosten

„Manche Förderprogramme verlangen den Einbau eines Wieland-Steckers“, sagt Ptok. „Der kostet zusätzlich bis zu 100 Euro – ob sich die Förderung dann noch lohnt, sollten Verbraucher genau prüfen.“ Zudem sollte vorab sichergestellt werden, dass die Fördermittel noch abrufbar sind. In den meisten Kommunen ist das Budget für Förderungen begrenzt. Ist es ausgeschöpft, können Programme vorzeitig gestoppt werden.

Für einkommensschwache Haushalte kann sich eine Förderung hingegen fast immer lohnen. Städte wie Ludwigsburg oder Bonn übernehmen bei Sozialausweisinhabern einen Großteil der Kosten. Auch Heidelberg oder Duisburg arbeiten mit Förderkonzepten, die sich am Einkommen orientieren. Aktuell gibt es viele Balkonkraftwerke mit 800 Watt für unter 500 Euro. Zusammen mit einer Förderung ist ein Komplettset unter Umständen sogar zum Nulltarif möglich.

Förderung für Balkonkraftwerke 2025: Zuschüsse im Überblick

Eine detaillierte Auflistung der Förderprogramme bietet die Übersicht von „Finanztip“ oder die Liste von „Verivox“. Wichtig ist eine Eigenrecherche. Zum einen können sich die Konditionen ändern. Zum anderen können auch kleinere Kommunen Förderungen für Balkonkraftwerke anbieten, die nicht in einer der Listen auftauchen. Es lohnt sich daher auch immer ein Blick auf die Homepage der eigenen Kommune.

Ptoks Appell: „Wer eine Förderung für ein Balkonkraftwerk beantragen möchte, sollte sich vorab intensiv mit den Richtlinien und möglichen Folgekosten auseinandersetzen. Wird etwa eine Abnahme durch einen Fachbetrieb gefordert, können diese Kosten im Einzelfall höher sein als der zu erwartende Zuschuss. Manche Förderungen müssen zudem vor einem Kauf beantragt werden und nicht immer sind die Förderrichtlinien verständlich.“